# Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege ist Insekt des Jahres 2022

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- Created: 2022-04-22T14:51:00+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:31:26+00:00
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- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt, Umweltschutz, Nachhaltigkeit
- Teaser text: Ende 2021 hat das Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern sowie Vertretern von Fachgesellschaften die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege aus mehreren Vorschlägen als „Insekt des Jahres 2022“ gekürt. Damit wird die Aufmerksamkeit auf ein eher unbekanntes Tier gelenkt, das auch als lebendes Fossil bezeichnet wird. Schirmherrin ist Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler.

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© Harald Bruckner Insekt des Jahres 2022: die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege.

22.04.2022

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© Harald Bruckner

Insekt des Jahres 2022: die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege.

22.04.2022

# Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege ist Insekt des Jahres 2022

## Aufmerksamkeit für ein lebendes Fossil

Ende 2021 hat das Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern sowie Vertretern von Fachgesellschaften die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege aus mehreren Vorschlägen als „Insekt des Jahres 2022“ gekürt. Damit wird die Aufmerksamkeit auf ein eher unbekanntes Tier gelenkt, das auch als lebendes Fossil bezeichnet wird. Schirmherrin ist Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler.

[ ![Insekt des Jahres 2022: die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2022-04/Titelblatt_Venustoraphidia-nigricollis.jpg.webp?h=79833e21&itok=Jlfy7K_F "Insekt des Jahres 2022: die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2022-04/Titelblatt_Venustoraphidia-nigricollis.jpg)© Harald Bruckner

Insekt des Jahres 2022: die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege.

[ ![Die vielen fossilen Funde lassen vermuten, dass Kamelhalsfliegen in der Erdgeschichte viel weiter verbreitet und artenreicher waren.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2022-04/Abb.-1_Venustoraphidia-nigricollis-M.jpg.webp?h=bd59e5fb&itok=g6_OSU3v "Die vielen fossilen Funde lassen vermuten, dass Kamelhalsfliegen in der Erdgeschichte viel weiter verbreitet und artenreicher waren.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2022-04/Abb.-1_Venustoraphidia-nigricollis-M.jpg)© Harald Bruckner

Die vielen fossilen Funde lassen vermuten, dass Kamelhalsfliegen in der Erdgeschichte viel weiter verbreitet und artenreicher waren.

[ ![Massen von Raphidia mediterranea sind jedes Jahr im Strohdach eines alten Bauernhauses in Oberösterreich zu beobachten.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2022-04/Abb.-12_Raphidia-mediterranea_m_Pelmberg.jpg.webp?h=7685ba0d&itok=hlQuIT0L "Massen von Raphidia mediterranea sind jedes Jahr im Strohdach eines alten Bauernhauses in Oberösterreich zu beobachten.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2022-04/Abb.-12_Raphidia-mediterranea_m_Pelmberg.jpg)© Harald Bruckner

Massen von Raphidia mediterranea sind jedes Jahr im Strohdach eines alten Bauernhauses in Oberösterreich zu beobachten.

Kamelhalsfliegen gelten heute als die artenärmste Ordnung von Insekten mit vollständiger Verwandlung – also mit einem Puppenstadium. Die vielen fossilen Funde lassen aber vermuten, dass Insekten zu Lebzeiten der Dinosaurier in viel größerer Vielfalt auf der Erde vertreten waren.

## **Beschreibung und Vorkommen der Kamelhalsfliege**

Weltweit sind etwa 250 Arten von Kamelhalsfliegen *(Raphidioptera)* bekannt. Sie sind zwischen 6 und 15 Millimeter groß, haben einen auffallend langen Hals und fast durchsichtige Flügel. In Mitteleuropa sind bislang 16 Arten beschrieben, darunter die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege *(Venustoraphidia nigricollis)*, das Insekt des Jahres 2022. Diese Art mit dem charakteristischen schwarzen Halsschild galt lange Zeit als eine der seltensten – bis man erkannte, dass sich die adulten Tiere überwiegend in der Kronenschicht von Bäumen aufhalten. Kamelhalsfliegen sind in allen Lebensstadien Landbewohner. Die geschlechtsreifen Insekten sind tagaktiv und ernähren sich häufig von Blatt- und Schildläusen. Bei einer ausreichenden Populationsdichte können rindenlebende Larven der Kamelhalsfliegen als „Gegenspieler“ von Schadinsekten wie Borkenkäfern nützlich sein. „Trotz ihrer gut entwickelten Flügel sind die Tiere dennoch keine guten Flieger, sondern bewegen sich eher schwirrend, hüpfend oder flatternd und nie über große Strecken“, erklärt Professor Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg und Vorsitzender des Kuratoriums.

## **Die Verbreitung der Kamelhalsfliegen**

Die Verbreitung der Kamelhalsfliegen ist auf Teile der Nordhalbkugel beschränkt, da die Insekten für ihre Entwicklung einen deutlichen Temperaturabfall benötigen. Zahlreiche fossile Funde legen aber nahe, dass dies in der Erdgeschichte nicht immer so war und die Insekten nicht nur artenreicher, sondern auch weiter verbreitet waren. „Der Einschlag des Meteoriten zum Ende der Kreidezeit, vor etwa 66 Millionen Jahren, machte dann nicht nur den Dinosauriern den Garaus – die daraus folgenden klimatischen Veränderungen ließen ausschließlich die kälteadaptierten Formen der Kamelhalsfliegen überleben“, so Schmitt. „Deren Aussehen ähnelte aber dem der heutigen Arten bereits sehr. Man kann die Kamelhalsfliegen daher auch als ‚lebende Fossilien‘ bezeichnen.“

## **Kamelhalsfliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz**

In Österreich gibt es zwei besondere Beispiele für das Vorkommen von Kamelhalsfliegen. Mitten in der Hauptstadt Wien, in den Kiefern auf dem Maria-Theresien-Platz, haben sich zwei Kamelhalsfliegen-Arten angesiedelt. Und rund um einen mehrere Jahrhunderte alten Bauernhof in Oberösterreich gibt es jedes Jahr ein Massenauftreten der Insekten. Die geschlechtsreifen Tiere einer aus dem Mittelmeerraum eingeschleppten Art sind hier jedes Jahr während der Paarungszeit von Mai bis Juli in großer Anzahl zu beobachten.

Obwohl Kamelhalsfliegen in Mitteleuropa theoretisch alle Wälder, Parks und Gärten, besiedeln können, gibt es aus vielen Gebieten keine Nachweise. Das könnte sich aber ändern, wenn zum Beispiel in Deutschland, Österreich und der Schweiz Bürgerwissenschaftler Fotonachweise liefern würden. Denn die meisten mitteleuropäischen Arten lassen sich laut Schmitt anhand von Fotos bestimmen.

## Weitere Informationen

Pressemeldung zur Wahl des Insekts des Jahres 2022 der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vom 29. November 2021

[ Mehr erfahren ](https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/lebendes-fossil-die-schwarzhalsige-kamelhalsfliege/)

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29.05.2019

Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019

Auch für dieses Jahr wurde ein „Insekt des Jahres“ gewählt: Die Rostrote Mauerbiene. Koordiniert vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg, besteht das Auswahl-Kuratorium aus insgesamt 13 Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gemeinsam wollen sie auf die Bedeutung der Insekten für Mensch und Natur hinweisen, dieses Mal insbesondere auf die Bestäubungsleistung der bedrohten Wildbienen.

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Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege

Die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) ist Insekt des Jahres 2018. Diese Entscheidung fällte ein Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen. Die Schnabelfliege ist nicht etwa gemein oder gefährlich, sondern harmlos und in Mitteleuropa auch recht weit verbreitet. Trotzdem kennt sie kaum jemand. Das soll sich ändern.

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07.07.2017

Hornissen sind friedfertige Insekten

Über Hornissen (Vespa crabro) gibt es verschiedene Legenden. So geht im Volksmund die Mär um, dass drei Stiche einen Menschen und sieben Stiche ein Pferd töten sollen. Daraus leitet sich für viele Leute ab, dass Hornissen gefährliche Tiere sind, die man unbedingt unschädlich machen muss. Das stimmt aber nicht: Hornissen-Stiche sind nicht gefährlicher als die von Honigbienen, Wespen oder Hummeln. In der Literatur ist zu lesen, dass Ratten bis zu 60 Stiche, Mäuse bis zu sechs Stiche und Menschen hunderte Stiche überstehen. Für Allergiker gilt allerdings die gleiche Vorsicht wie bei Bienenstichen. Die den Tieren nachgesagte besondere Angriffslust ist nicht nachgewiesen. Hornissen sind allgemein friedliche Tiere. Sie gehen zwar in 3 bis 4 Metern Nähe an ihrem Nest gegen vermeintliche Angreifer vor, bei der Nahrungs- oder Baumaterialsuche fliehen sie aber eher bei einer Bedrohung.

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30.10.2015

Ideenbuch Insektenhotels

Der Garten ist Lebensraum für zahlreiche Insekten. Dabei begegnen dem Gartenfreund nicht nur diejenigen Insekten, die an und von seinen Nutzpflanzen leben und ihm die Ernte oder Blumenpracht streitig machen, sondern viele andere Arten. Manche davon rechnen wir zu den Nützlingen, andere sollten wir als Teil der erstrebenswerten biologischen Vielfalt nicht nur dulden, sondern ihnen auch Lebenshilfen in unserer kleinen „Kulturlandschaft“, im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon geben.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/ideenbuch-insektenhotels)

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