# Der Stierkäfer ist Insekt des Jahres 2024

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- Created: 2024-07-11T18:19:42+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:38:53+00:00
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- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit
- Teaser text: Der Stierkäfer ist „Insekt des Jahres 2024“. Der charakteristische Vertreter der Familie der Mistkäfer hat gemeinsam mit seinen nahen Verwandten, den Dungkäfern, eine Schlüsselstellung in Ökosystemen: Sie sorgen dafür, dass der Dung von Säugetieren abgebaut wird und die darin enthaltenen Nährstoffe den Pflanzen wieder als Lebensgrundlage zur Verfügung gestellt werden.

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© Senckenberg/Patrick Urban Der glänzend schwarze Stierkäfer ist Insekt des Jahres 2024.

11.07.2024

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© Senckenberg/Patrick Urban

Der glänzend schwarze Stierkäfer ist Insekt des Jahres 2024.

11.07.2024

# Der Stierkäfer ist Insekt des Jahres 2024

## Mistkäfer mit Schlüsselstellung in Ökosystemen

Der Stierkäfer ist „Insekt des Jahres 2024“. Der charakteristische Vertreter der Familie der Mistkäfer hat gemeinsam mit seinen nahen Verwandten, den Dungkäfern, eine Schlüsselstellung in Ökosystemen: Sie sorgen dafür, dass der Dung von Säugetieren abgebaut wird und die darin enthaltenen Nährstoffe den Pflanzen wieder als Lebensgrundlage zur Verfügung gestellt werden.

[ ![Der glänzend schwarze Stierkäfer ist Insekt des Jahres 2024.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2024-07/Stierkaefer.jpg.webp?h=84071268&itok=jazLamlV "Der glänzend schwarze Stierkäfer ist Insekt des Jahres 2024.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2024-07/Stierkaefer.jpg)© Senckenberg/Patrick Urban

Der glänzend schwarze Stierkäfer ist Insekt des Jahres 2024.

[ ![Männliche Stierkäfer tragen im vorderen Bereich des Halsschildes nebeneinander drei „Hörner“, die sie beim Kampf mit Rivalen und zum Schutz des Nistplatzes einsetzen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2024-07/Stierkaefer-1.jpg.webp?h=84071268&itok=LFksSI-R "Männliche Stierkäfer tragen im vorderen Bereich des Halsschildes nebeneinander drei „Hörner“, die sie beim Kampf mit Rivalen und zum Schutz des Nistplatzes einsetzen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2024-07/Stierkaefer-1.jpg)© Senckenberg/Patrick Urban

Männliche Stierkäfer tragen im vorderen Bereich des Halsschildes nebeneinander drei „Hörner“, die sie beim Kampf mit Rivalen und zum Schutz des Nistplatzes einsetzen.

[ ![Dung- und Mistkäfer wie der Stierkäfer gehören zu den am stärksten bedrohten Gruppen unter den Insekten.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2024-07/Stierkaefer-2.jpg.webp?h=84071268&itok=PiLoUM-- "Dung- und Mistkäfer wie der Stierkäfer gehören zu den am stärksten bedrohten Gruppen unter den Insekten.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2024-07/Stierkaefer-2.jpg)© Senckenberg/Patrick Urban

Dung- und Mistkäfer wie der Stierkäfer gehören zu den am stärksten bedrohten Gruppen unter den Insekten.

Das Kuratorium unter dem Vorsitz von Professor Dr. Thomas Schmitt, Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg, hat die unter Naturschutz stehende Mistkäferart *Typhaeus typhoeus* aus einer Reihe von Vorschlägen ausgewählt. Der glänzend schwarze Käfer ernährt sich vom Kot pflanzenfressender Tiere und ist durch den zunehmenden Einsatz von Arzneimitteln bei Weidetieren sowie deren ansteigende Stallhaltung bedroht. „Dung- und Mistkäfer gehören zu den am stärksten bedrohten Gruppen unter den Insekten. Der Rückgang der Käfer wird von der Wissenschaft als ein wesentlicher Teil des weltweiten dramatischen Verlusts der Insektenfauna eingestuft“, sagt Kuratoriums-Vorsitzender Schmitt.

## **Beschreibung des Stierkäfers**

Mit einer Körperlänge von 14 bis mehr als 20 Millimetern Körperlänge gehört der Stierkäfer zu den größeren Käferarten. Er ist einfarbig glänzend schwarz. Auf den Flügeldecken sind zahlreiche Punktreihen angeordnet, die als Längsrillen wahrgenommen werden. Die bedornten Grabbeine und die blattförmigen Fühlerkeulen demonstrieren die Lebensweise des Stierkäfers als Gräber im Boden und seine Zugehörigkeit zur Überfamilie der Blatthornkäfer *(Scarabaeoidea, Lamellicornia)*. Auffällig ist der Unterschied zwischen den männlichen und den weiblichen Käfern, der sogenannte Geschlechtsdimorphismus: Männliche Tiere tragen im vorderen Bereich des Halsschilds drei „Hörner“, von denen die beiden äußeren nach vorne gerichtet sind, während das mittlere nur etwa halb so lang ist. Diese werden beim Kampf mit Rivalen eingesetzt, aber auch, um den Nistplatz zu schützen.

## **Kotfressender Kraftprotz**

Der Stierkäfer kann mehr als das 1000-fache seines eigenen Körpergewichts bewegen. Diese Stärke nutzt er, um Kot von Kaninchen, Rehen, Rindern, Schafen oder Pferden in Form einer Kugel als Nahrung für den Nachwuchs in die engen Gänge seiner Brutkammern zu schieben. Dafür graben die Käfer nach der Paarung einen etwa 1 bis 2 Zentimeter breiten und bis 1,5 Meter tiefen Schacht in den lockeren Boden. Die Seitengänge enden jeweils in einer Kammer, wo der eingebrachte Kot zu einer Pille geformt wird, neben der das Weibchen das Ei ablegt. Aus dem Ei schlüpft die Stierkäfer-Larve, die zur Brutpille kriecht und sich dort ernährt. Die Entwicklung der Käfer ist nach etwa einem Jahr abgeschlossen.

## **Ökosystemleistung des Stierkäfers**

Kotfressende Käfer, im Fachjargon „koprophag“ genannt, haben eine große Bedeutung für unsere Ökosysteme. Werner Schulze, Mitglied des Kuratoriums vom NABU erklärt: „Koprophage Käfer sorgen dafür, dass frischer Kot, vor allem von Säugetieren, relativ rasch – bei uns in der Regel innerhalb weniger Tage – von der Bodenoberfläche verschwindet. Dadurch wird der Nährstoffkreislauf zugunsten des Pflanzenwachstums geschlossen. So regulieren die Käfer auch die Entwicklung von parasitischen Würmern und Fliegen im Säugetierkot, fördern den Transport von Pflanzensamen und reduzieren die Emission von Treibhausgasen vor allem aus Kuhfladen.“ Allein in Großbritannien wird der Leistung der kotfressenden Käfer ein Wert von 400 Millionen Euro pro Jahr zugerechnet. „Allerdings werden diese Ökosystemleistungen nur erbracht, wenn die Fäkalien von Weidevieh stammen. Gülle und Mist von Tieren aus Stallhaltung können praktisch nicht von den nachtaktiven, eher versteckt lebenden Käfern verwertet werden“, so Schmitt.

## **Rückgang von Mist- und Dungkäfern**

Bereits seit vier Jahrzehnten verzeichnen Entomologen und Ökologen auf der ganzen Welt einen starken Populationsrückgang vieler Mist- und Dungkäfer. Der Auslöser: Weidetierhalter sind in der Vergangenheit vermehrt dazu übergegangen, ihre Tiere nicht nur bei akuten Krankheiten und bei Parasitenbefall mit Medikamenten zu behandeln, sondern zum Beispiel Anti-Wurmmittel auch prophylaktisch zu verabreichen. „Da die Wirkstoffe von den behandelten Tieren ausgeschieden werden, wirken sie über die eigentlichen Zielorganismen hinaus – mit Folgen für alle im Kot lebenden oder sich davon ernährenden Insekten. Das hat zur Folge, dass koprophage Käfer absterben oder nur noch eingeschränkt reproduzieren“, so Werner Schulze. Professor Schmitt resümiert: „In Mitteleuropa sind zur Erhaltung oder Wiederherstellung einer naturnahen und wirkungsvollen Koprophagenfauna mehrere Maßnahmen erforderlich. Dazu zählt die Reduktion von Antiparasitika bei Haus- und Nutztieren – vor allem dürfen diese Mittel nicht mehr rein prophylaktisch verabreicht werden. Nutztiere sollten zudem – wo möglich – wieder zu Weidegängern werden. Stallhaltung muss die Ausnahme, nicht die Regel sein.

## Weitere Informationen

Pressemeldung zur Wahl des Insekts des Jahres 2024 der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vom 30. November 2023

[ Mehr erfahren ](https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/kotfressender-kraftprotz-der-stierkaefer-wird-insekt-des-jahres-2024-in-deutschland-oesterreich-und-der-schweiz/)

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04.07.2023

Das Landkärtchen ist Insekt des Jahres 2023

Zum „Insekt des Jahres 2023“ wurde das Landkärtchen gekürt. Der Falter bringt zwei Generationen pro Jahr hervor, die sich im Aussehen stark voneinander unterscheiden. Er ist im gesamten gemäßigten Europa und Asien von Frankreich bis nach Japan verbreitet.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/das-landkaertchen-ist-insekt-des-jahres-2023)

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22.04.2022

Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege ist Insekt des Jahres 2022

Ende 2021 hat das Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern sowie Vertretern von Fachgesellschaften die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege aus mehreren Vorschlägen als „Insekt des Jahres 2022“ gekürt. Damit wird die Aufmerksamkeit auf ein eher unbekanntes Tier gelenkt, das auch als lebendes Fossil bezeichnet wird. Schirmherrin ist Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/die-schwarzhalsige-kamelhalsfliege-ist-insekt-des-jahres-2022)

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24.02.2021

Insekt des Jahres 2021 ist die Dänische Eintagsfliege

Die Dänische Eintagsfliege wurde zum „Insekt des Jahres 2021“ gekürt. Anders als der Name suggeriert, umfasst der Lebenszyklus von Eintagsfliegen durchschnittlich zwei Jahre. Dem erwachsenen Insekt bleiben dann jedoch nur zwei bis vier Tage, um sich zu paaren und Eier zu legen. Die Dänische Eintagsfliege ist zwar akut nicht gefährdet, für ihren Entwicklungszyklus braucht sie aber ökologisch intakte Gewässer. Ein Aspekt, auf den das Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut Müncheberg mit der Wahl hinweisen möchte.

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29.05.2020

Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020

Im Frühsommer ist die Chance, einem Schwarzblauen Ölkäfer zu begegnen, relativ hoch. Denn die Weibchen setzen nun Tausende von Eiern ab. Aber nur sehr wenige davon entwickeln sich zum diesjährigen Insekt des Jahres. Der Grund: Der Entwicklungszyklus von Meloe proscarabaeus ist äußerst kompliziert. So sind die auch als Maiwurm bekannten Käfer in Deutschland als gefährdet eingestuft, weil ihr Lebensraum zurückgeht. Ein guter Grund, auf diese Insektenart aufmerksam zu machen.

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29.05.2019

Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019

Auch für dieses Jahr wurde ein „Insekt des Jahres“ gewählt: Die Rostrote Mauerbiene. Koordiniert vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg, besteht das Auswahl-Kuratorium aus insgesamt 13 Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gemeinsam wollen sie auf die Bedeutung der Insekten für Mensch und Natur hinweisen, dieses Mal insbesondere auf die Bestäubungsleistung der bedrohten Wildbienen.

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[ ![Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/skorpionsfliege_45321085m_fotolia.jpg.webp?h=89991262&itok=FkhBflR-)

05.07.2018

Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege

Die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) ist Insekt des Jahres 2018. Diese Entscheidung fällte ein Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen. Die Schnabelfliege ist nicht etwa gemein oder gefährlich, sondern harmlos und in Mitteleuropa auch recht weit verbreitet. Trotzdem kennt sie kaum jemand. Das soll sich ändern.

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