# Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/der-schwarzblaue-oelkaefer-ist-insekt-des-jahres-2020
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2020-05-29T08:09:01+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:28:14+00:00
- Published: true
- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt, Umweltschutz, Nachhaltigkeit
- Teaser text: Im Frühsommer ist die Chance, einem Schwarzblauen Ölkäfer zu begegnen, relativ hoch. Denn die Weibchen setzen nun Tausende von Eiern ab. Aber nur sehr wenige davon entwickeln sich zum diesjährigen Insekt des Jahres. Der Grund: Der Entwicklungszyklus von Meloe proscarabaeus ist äußerst kompliziert. So sind die auch als Maiwurm bekannten Käfer in Deutschland als gefährdet eingestuft, weil ihr Lebensraum zurückgeht. Ein guter Grund, auf diese Insektenart aufmerksam zu machen.

## Content

© Shutterstock Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020.

04.06.2020

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Umwelt &amp; Verbraucher ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher) Der Schwarzblaue Ölkäfer Ist Insekt Des Jahres 2020

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/oelkaefer_581645092l_shutterstock.jpg.webp?h=0f4230fa&itok=-N4XVCR0)

© Shutterstock

Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020.

04.06.2020

# Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020

## Gefährdeter Käfer mit Giftwirkung

Im Frühsommer ist die Chance, einem Schwarzblauen Ölkäfer zu begegnen, relativ hoch. Denn die Weibchen setzen nun Tausende von Eiern ab. Aber nur sehr wenige davon entwickeln sich zum diesjährigen Insekt des Jahres. Der Grund: Der Entwicklungszyklus von *Meloe proscarabaeus* ist äußerst kompliziert. So sind die auch als Maiwurm bekannten Käfer in Deutschland als gefährdet eingestuft, weil ihr Lebensraum zurückgeht. Ein guter Grund, auf diese Insektenart aufmerksam zu machen.

[ ![Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/oelkaefer_581645092l_shutterstock.jpg.webp?h=0f4230fa&itok=WDWUy83G "Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/oelkaefer_581645092l_shutterstock.jpg)© Shutterstock

Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020.

[ ![Der Hinterleib der bis zu 5 Zentimeter großen flugunfähigen Käfer ist völlig frei zu sehen, da die Deckflügel ihn nur wenig bedecken. Dieser ist besonders bei den etwas größeren Weibchen auffällig, da sie riesige Mengen Eier darin mit sich tragen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/schwarzblauer-oelkaefer-1_senckenberg.de_.jpg.webp?h=3dea24bd&itok=NF5cuyGo "Der Hinterleib der bis zu 5 Zentimeter großen flugunfähigen Käfer ist völlig frei zu sehen, da die Deckflügel ihn nur wenig bedecken. Dieser ist besonders bei den etwas größeren Weibchen auffällig, da sie riesige Mengen Eier darin mit sich tragen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/schwarzblauer-oelkaefer-1_senckenberg.de_.jpg)© Frank Hecker Naturfotografie / Senckenberg.de

Der Hinterleib der bis zu 5 Zentimeter großen flugunfähigen Käfer ist völlig frei zu sehen, da die Deckflügel ihn nur wenig bedecken. Dieser ist besonders bei den etwas größeren Weibchen auffällig, da sie riesige Mengen Eier darin mit sich tragen.

[ ![Die Weibchen des Schwarzblauen Ölkäfers legen mehrere tausend Eier.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/schwarzblauer-oelkaefer-2_senckenberg.de_.jpg.webp?h=9eb0d413&itok=A1EP9YIG "Die Weibchen des Schwarzblauen Ölkäfers legen mehrere tausend Eier.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/schwarzblauer-oelkaefer-2_senckenberg.de_.jpg)© Frank Hecker Naturfotografie / Senckenberg.de

Die Weibchen des Schwarzblauen Ölkäfers legen mehrere tausend Eier.

[ ![Die Ölkäfer-Larven heften sich an Wildbienen, um in deren Bodennester zu gelangen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/oelkaeferlarve_176825003l_istock.jpg.webp?h=15555334&itok=X040M6c6 "Die Ölkäfer-Larven heften sich an Wildbienen, um in deren Bodennester zu gelangen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/oelkaeferlarve_176825003l_istock.jpg)© istock

Die Ölkäfer-Larven heften sich an Wildbienen, um in deren Bodennester zu gelangen.

Das „Insekt des Jahres“ wird seit 1999 ausgerufen. Die Idee dazu hatte Professor Dr. Holger Dathe, der damalige Leiter des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg. Seitdem wählt ein Kuratorium aus Insektenkundlern sowie Vertretern wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen jedes Jahr aus Vorschlägen ein Insekt aus. In diesem Jahr trägt der Schwarzblaue Ölkäfer *(Meloe proscarabaeus)* diese Auszeichnung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

## Flugunfähige Insekten mit kurzer Lebensdauer

Gärtner und Spaziergänger können die Schwarzblauen Ölkäfer vor allem im Frühsommer entdecken, wenn sie langsam und schwerfällig über Beete und Wege krabbeln. Die flugunfähigen Käfer werden bis zu 5 Zentimeter lang und haben einen gedrungenen Körperbau. Der Hinterleib ist völlig frei zu sehen, da die Deckflügel ihn nur wenig bedecken. Dieser ist besonders bei den etwas größeren Weibchen auffällig, da sie riesige Mengen Eier darin mit sich tragen. Die kleineren Männchen erkennt man an den kräftigeren Fühlern, die außerdem einen charakteristischen Knick aufweisen. Wegen seines Aussehens und dem Zeitpunkt des Auftretens wird der *Meloe proscarabaeus* auch als Maiwurm bezeichnet. Während es ganze zwei Jahre dauert, bis sich aus den Eiern die fertigen Insekten entwickelt haben, leben erwachsene Ölkäfer nur etwa einen Monat lang.

## Wildbienen-Taxi für schmarotzende Larven

Dass sich aus den mehreren tausend Eiern des Schwarzen Ölkäfers nur wenige Nachkommen entwickeln – Experten schätzen, dass nur aus jeder tausendsten Larve ein Ölkäfer wird –, liegt an dem überaus speziellen Lebenszyklus der Insekten. Die orangeroten Eier vergräbt das Weibchen häufchenweise im Boden, wo sie ein Jahr verbleiben. Dann schlüpfen die Larven und klettern in Blüten, wo sie auf ein ganz bestimmtes Taxi warten: Wildbienen. Landet eine von ihnen auf der Blüte, heften sich die Larven mithilfe von Kiefer und Klauen an die Biene, aber auch an andere Blütenbesucher. Ist Letzteres der Fall oder erwischen die Larven die falsche Art von Wildbienen, müssen sie sterben. Denn sie können sich nur in den Nestern von bodennistenden Einsiedler-Bienen zum Schwarzblauen Ölkäfer entwickeln, indem sie von ihrem Wirt in das Bodennest transportiert wurden und sich dort von Eiern und Vorräten ihrer Wirte ernähren. Nach mehrfacher Häutung und Verpuppung schlüpfen die Schwarzblauen Ölkäfer im Frühjahr des Folgejahres, also insgesamt zwei Jahre nach der Eiablage.

## Ölkäfer-Gift zum Schutz vor Fressfeinden

Den Namen „Ölkäfer“ bekam das Insekt, weil es bei Gefahr eine gelbliche, ölartige Flüssigkeit aus Poren an seinen Beingelenken austreten lassen kann. Dabei handelt es sich um ein hochgradig wirksames Gift, mit dem sich die Käfer vor allem vor Ameisen und Laufkäfern schützen. Bei der Kopulation übertragen die Männchen das Gift auf die Weibchen, die auf diese Weise noch giftiger werden als zuvor. Die Weibchen bauen außerdem eine kleine Menge des Gifts als Fraßschutz in die Eier ein.

Der Hauptwirkstoff des Ölkäfer-Gifts ist Cantharidin. Dieses wurde in der Menschheitsgeschichte sowohl zur Heilung als auch für Giftmorde verwendet. Bereits 1550 v. Chr. wurde im altägyptischen Papyrus Ebers ein Ölkäfer-Pflaster beschrieben, das Wehen erzeugend wirken sollte. Darüber hinaus wurde das Gift gegen viele verschiedene Krankheiten eingesetzt. Aber nicht nur das: Als „Spanische Fliege“ ist der Käfer als Aphrodisiakum und Mittel zur Potenzsteigerung bis heute bekannt.

Aufgrund seiner Giftigkeit übernimmt der Schwarzblaue Ölkäfer aber auch eine wichtige Schutzfunktion für andere Käfer. Denn sein Gift kann in geringen Dosen an deren Larven, Eier und Puppen übertragen werden, um diese wiederum vor Fressfeinden zu schützen.

## Bestand durch schwindenden Lebensraum gefährdet

Der Schwarzblaue Ölkäfer fühlt sich vor allem an sandigen und offenen Stellen wohl, an denen es zahlreiche Nester von bodennistenden Wildbienen gibt. Neben Gärten, Waldrändern und Auen sind das auch extensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Streuobstwiesen oder Heidegebiete. „Ursache der Bestandabnahme ist an erster Stelle der Lebensraumverlust, aber auch der Straßenverkehr“, sagte Professor Dr. Dr. h. c. Bernhard Klausnitzer, Entomologe und Mitglied des Kuratoriums anlässlich der Ausrufung des Schwarzblauen Ölkäfers als „Insekt des Jahres 2020“. „Da ihre Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Tier sehr störungsanfällig ist, können schon kleine Veränderungen zu großen Ausfällen führen“.

## Weitere Informationen

Pressemeldung zur Wahl des Insekts des Jahres 2020 der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vom 27. November 2019

[ Mehr erfahren ](https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/liebestraenke-giftmorde-und-wehenpflaster-schwarzblauer-oelkaefer-wird-insekt-des-jahres-2020/)

## Weitere Beiträge

[ ![Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rostrote_mauerbiene_paul_westrich.jpg.webp?h=49463de5&itok=zt7OlTY_)

29.05.2019

Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019

Auch für dieses Jahr wurde ein „Insekt des Jahres“ gewählt: Die Rostrote Mauerbiene. Koordiniert vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg, besteht das Auswahl-Kuratorium aus insgesamt 13 Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gemeinsam wollen sie auf die Bedeutung der Insekten für Mensch und Natur hinweisen, dieses Mal insbesondere auf die Bestäubungsleistung der bedrohten Wildbienen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/rostrote-mauerbiene-ist-insekt-des-jahres-2019)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/rostrote-mauerbiene-ist-insekt-des-jahres-2019)

[ ![Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/skorpionsfliege_45321085m_fotolia.jpg.webp?h=89991262&itok=FkhBflR-)

05.07.2018

Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege

Die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) ist Insekt des Jahres 2018. Diese Entscheidung fällte ein Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen. Die Schnabelfliege ist nicht etwa gemein oder gefährlich, sondern harmlos und in Mitteleuropa auch recht weit verbreitet. Trotzdem kennt sie kaum jemand. Das soll sich ändern.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/insekt-des-jahres-2018-die-gemeine-skorpionsfliege)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/insekt-des-jahres-2018-die-gemeine-skorpionsfliege)

[ ![Europäische Gottesanbeterin ist Insekt des Jahres 2017](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gottesanbeterin_164727620l_fotolia.jpg.webp?h=0edda1f1&itok=jZj-begG)

01.08.2017

Europäische Gottesanbeterin ist Insekt des Jahres 2017

Das faszinierende Insekt zeigt, wie sich durch die Klimaerwärmung auch der Lebensraum verändern kann. Einst wanderte die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) von Afrika aus immer weiter Richtung Norden und wurde bereits im 18. Jahrhundert in Deutschland registriert. Dann galt sie hierzulande lange als verschwunden. Heute findet man sie fast überall in Deutschland. „Die Gottesanbeterin steht zwar auf der Roten Liste der bedrohten Arten, aber diese Einstufung kann durch ihre Ausbreitung hinterfragt werden“, sagte Professor Dr. Thomas Schmitt, Vorsitzender der Jury bei der Wahl zum „Insekt des Jahres 2017“. Mit steigenden Temperaturen besiedelt das Insekt voraussichtlich immer mehr Orte.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/europaeische-gottesanbeterin-ist-insekt-des-jahres-2017)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/europaeische-gottesanbeterin-ist-insekt-des-jahres-2017)

[ ![Insekten auf dem Vormarsch](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/schwaermende_termiten_147258145m_istock.jpg.webp?h=73fd8d57&itok=Tl_026Kt)

24.01.2017

Insekten auf dem Vormarsch

Insekten sind die Eiweißmahlzeit des dritten Jahrtausends, so sagen die einen. Insekten verursachen riesige Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, sagen andere. Beides ist richtig. Sicher ist, dass Insekten aufgrund des Klimawandels und des internationalen Handels auf dem Vormarsch in neue Lebensräume sind.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/insekten-auf-dem-vormarsch)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/insekten-auf-dem-vormarsch)

[ ![Hornissen sind friedfertige Insekten](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/hornisse_im_flieder_minuspunktwikipedia.jpg.webp?h=4e026002&itok=ifIFoT78)

07.07.2017

Hornissen sind friedfertige Insekten

Über Hornissen (Vespa crabro) gibt es verschiedene Legenden. So geht im Volksmund die Mär um, dass drei Stiche einen Menschen und sieben Stiche ein Pferd töten sollen. Daraus leitet sich für viele Leute ab, dass Hornissen gefährliche Tiere sind, die man unbedingt unschädlich machen muss. Das stimmt aber nicht: Hornissen-Stiche sind nicht gefährlicher als die von Honigbienen, Wespen oder Hummeln. In der Literatur ist zu lesen, dass Ratten bis zu 60 Stiche, Mäuse bis zu sechs Stiche und Menschen hunderte Stiche überstehen. Für Allergiker gilt allerdings die gleiche Vorsicht wie bei Bienenstichen. Die den Tieren nachgesagte besondere Angriffslust ist nicht nachgewiesen. Hornissen sind allgemein friedliche Tiere. Sie gehen zwar in 3 bis 4 Metern Nähe an ihrem Nest gegen vermeintliche Angreifer vor, bei der Nahrungs- oder Baumaterialsuche fliehen sie aber eher bei einer Bedrohung.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/hornissen-sind-friedfertige-insekten)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/hornissen-sind-friedfertige-insekten)
