# Artenvielfalt geht uns alle an!

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/artenvielfalt-geht-uns-alle
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2019-05-07T13:03:06+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
- Published: true
- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt, Umweltschutz
- Teaser text: Der Rückgang der Artenvielfalt bedrohe den Menschen genauso wie der Klimawandel, so lautete ein Fazit der Anfang Mai 2019 in Paris zu Ende gegangenen Weltkonferenz zur Biodiversität. Die Thematik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Was können wir tun, um dem Artenschwund entgegenzusteuern?

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Weltweit wird am 22. Mai auf die Bedeutung der Erhaltung der Artenvielfalt hingewiesen.

21.05.2019

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## Dramatischer Appell kurz vor dem Tag der Artenvielfalt am 22. Mai

Der Rückgang der Artenvielfalt bedrohe den Menschen genauso wie der Klimawandel, so lautete ein Fazit der Anfang Mai 2019 in Paris zu Ende gegangenen Weltkonferenz zur Biodiversität. Die Thematik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Was können wir tun, um dem Artenschwund entgegenzusteuern?

[ ![Weltweit wird am 22. Mai auf die Bedeutung der Erhaltung der Artenvielfalt hingewiesen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/wiederaufforstung_1063497916l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=eSQo3ITt "Weltweit wird am 22. Mai auf die Bedeutung der Erhaltung der Artenvielfalt hingewiesen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/wiederaufforstung_1063497916l_istock.jpg)© istock

Weltweit wird am 22. Mai auf die Bedeutung der Erhaltung der Artenvielfalt hingewiesen.

[ ![Blühstreifen sind eine wirkungsvolle Maßnahme, um Blüten besuchende Insekten zu fördern.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bluehstreifen_vogelsberg4_09-17.jpg.webp?h=55b8d563&itok=x1e3z0-2 "Blühstreifen sind eine wirkungsvolle Maßnahme, um Blüten besuchende Insekten zu fördern.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bluehstreifen_vogelsberg4_09-17.jpg)© IVA

Blühstreifen sind eine wirkungsvolle Maßnahme, um Blüten besuchende Insekten zu fördern.

[ ![Die sogenannten "modernen Vorgärten" bieten Insekten keine Nahrung.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/moderner_vorgarten_960890258m_istock.jpg.webp?h=140710cd&itok=xo1CUTTQ "Die sogenannten "modernen Vorgärten" bieten Insekten keine Nahrung.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/moderner_vorgarten_960890258m_istock.jpg)© istock

Die sogenannten "modernen Vorgärten" bieten Insekten keine Nahrung.

[ ![Von täglich 62 Hektar Flächenverlust geht ein Großteil auf das Konto von Gebäude-, Betriebs- und Verkehrsflächen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/strasse_rainer_sturm_pixelio.de_.jpg.webp?h=06ac0d8c&itok=mE5cyggx "Von täglich 62 Hektar Flächenverlust geht ein Großteil auf das Konto von Gebäude-, Betriebs- und Verkehrsflächen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/strasse_rainer_sturm_pixelio.de_.jpg)© R. Sturm / Pixelio

Von täglich 62 Hektar Flächenverlust geht ein Großteil auf das Konto von Gebäude-, Betriebs- und Verkehrsflächen.

[ ![Produktive Landwirtschaft und Artenschutz sind in einer vielseitigen und vernetzten Kulturlandschaft durchaus vereinbar.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/agricultural_landscape_5855478_veer.jpg.webp?h=45823d87&itok=wBboZoqi "Produktive Landwirtschaft und Artenschutz sind in einer vielseitigen und vernetzten Kulturlandschaft durchaus vereinbar.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/agricultural_landscape_5855478_veer.jpg)© veer

Produktive Landwirtschaft und Artenschutz sind in einer vielseitigen und vernetzten Kulturlandschaft durchaus vereinbar.

[ ![Zum Beispiel legen Landwirte sogenannte Lerchenfenster an, sodass dort Lerchen brüten können.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/lerchenfenster_muenchhoffdscf0326.jpg.webp?h=19f14c2c&itok=-zaRVEPa "Zum Beispiel legen Landwirte sogenannte Lerchenfenster an, sodass dort Lerchen brüten können.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/lerchenfenster_muenchhoffdscf0326.jpg)© Klaus Münchhoff

Zum Beispiel legen Landwirte sogenannte Lerchenfenster an, sodass dort Lerchen brüten können.

## 150 Studien ausgewertet

Am 22. Mai begehen wir den Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Er wurde im Jahr 2000 von der UNO initiiert und soll ein Bewusstsein für den Artenschutz schaffen. Vor kurzem veröffentlichte die Weltkonferenz zur Biodiversität einen Zustandsbericht. Erstmalig seit 14 Jahren hatten dafür 150 Wissenschaftler drei Jahre lang zahlreiche Studien ausgewertet. Demnach stehe ein dramatischer Artenverlust bevor. Bis zu einer Million Arten seien vom Aussterben bedroht. Das habe weitreichende ökonomische, soziale, moralische und ethische Folgen. Eine Konsequenz dieser Erkenntnis ist der Appell: „Alle müssen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen".

Forderungen von Volksbegehren zielen vor allem darauf ab, den Anteil des Ökoanbaus zu erhöhen und den Einsatz der Agrarchemie zu verringern. Wenn es in der öffentlichen Diskussion um Ursachen für Artenbedrohung geht, sind das die Mainstream-Antworten schlechthin. Nicht nur für diese, sondern gebetsmühlenartig für ganz viele andere Fragestellungen. Doch es lohnt sich, diese Argumente zu hinterfragen. So geschehen auch in Bayern. Vertreter aller Gruppierungen haben sich an einem Runden Tisch zusammengesetzt, jeweils ihre Fachkenntnis eingebracht und Ergebnisse erarbeitet.

## Lieber Fakten als Mainstream

Tatsächlich wollen alle Landwirte – egal ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend – auf ihren Flächen Nahrungs-, Futter- oder Energiepflanzen erzeugen. Das ist ihr Hauptziel. Auf dem Acker ist Begleitflora deswegen eher unerwünscht, weil sie mit den Kulturpflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurriert. Ob sie weggehackt oder weggespritzt wird, macht keinen großen Unterschied.

Wichtiger ist, dass die Kulturlandschaft vielseitig gestaltet wird. Das fängt bei den Ackerrändern an, wo die Begleitflora richtig platziert ist. Verschiedene Fruchtarten, Hecken, Wassergräben, Blühstreifen oder extensiv bewirtschaftete Sonderstandorte, wie zum Beispiel Trockenrasen, bieten Lebensräume für viele Arten. Werden diese Biotope zusätzlich fachkundig vernetzt, ist das noch besser.

Im Hinblick auf die Artenvielfalt schneiden konventionelle Landwirte übrigens überraschend gut ab, weil sie sehr produktiv sind. Ihre Getreideerträge sind etwa doppelt so hoch wie die ihrer ökologisch wirtschaftenden Kollegen. Um die gleiche Menge zu produzieren, muss dementsprechend nur die halbe Landfläche unter den Pflug genommen werden. Ob hier in Deutschland oder in Brasilien oder anderswo – es bleibt mehr Fläche für die Natur übrig. Im Umkehrschluss heißt das: Je mehr Ökolandbau wir uns hier leisten, desto mehr schieben wir unsere Verantwortung an die Länder ab, die uns mit ihren Ernten mitversorgen.

## Hier Blühstreifen, da Steingärten

Viele Landwirte engagieren sich heute für den Artenschutz. Als Gegenleistung für Brüsseler Agrargelder richten sie auf 5 Prozent ihrer Flächen ökologische Vorrangflächen ein. Dazu zählen Brachflächen oder die Einsaat von Honigpflanzen oder Gründüngung. Freiwillige Agrarumweltmaßnahmen oder Projekte mit örtlichen Biostationen oder Naturschutzgruppen wie Lerchen- oder Kiebitzfenster sind mittlerweile weitverbreitet. Einige Landwirte verpachten bereits einen Teil ihrer Fläche an Blühpaten. Gegen Zahlung eines Pachtpreises durch den Paten sähen sie darauf Blühmischungen aus, die der Insektenpopulation zugutekommen.

Die Landwirtschaft ist der größte Flächennutzer und hat deswegen eine besondere Verantwortung, wenn es um Artenschutz geht. Hier gilt es, die Möglichkeiten zu optimieren. Doch im Endeffekt sind wir alle gefordert. Denn am tagtäglichen Flächenverlust für Baumaßnahmen in der Größenordnung von 62 Hektar (Statistisches Bundesamt, 2015), das entspricht der Fläche von etwa 62 Sportplätzen, sind wir alle direkt oder indirekt beteiligt. Auf versiegelten Flächen finden Bienen und andere Insekten keine Nahrung mehr.

Ebenso zu hinterfragen ist die Tendenz zur Anlage von Steingärten mit einem durchwuchssicheren Vlies unter der Oberfläche. Das mag für den Gartenbesitzer eine saubere Sache sein. Er muss kein Unkraut mehr jäten oder Gartenpflanzen pflegen. Damit leisten wir der Artenvielfalt allerdings einen Bärendienst. Es gibt also noch viel Luft nach oben, ob bei Gartenbesitzern, Kommunen, Umweltgruppen oder Landwirten. Also weniger Sprechblasen produzieren und Schuld zuweisen, stattdessen konstruktiv miteinander diskutieren und gemeinsam anpacken!

## Weitere Informationen

Themenseite Biodiversität

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IVA auf den DLG-Feldtagen 2018

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## Weitere Beiträge

[ ![Moderne Landwirtschaft und Biodiversität sind kein Gegensatz](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/vorschaubilder/industrieverband_agrar_140626-105_kopie.jpg.webp?h=0625615b&itok=I0fA_ioA)

20.02.2019

Aktuelles

Moderne Landwirtschaft und Biodiversität sind kein Gegensatz

Viele Schlagzeilen zu Biodiversität, Artenvielfalt, Insektenrückgang bestimmen aktuell die öffentliche Debatte. Zur Rolle der Landwirtschaft und auch des chemischen Pflanzenschutzes beim festgestellten Rückgang der Insektenpopulationen gibt es viele offene Fragen. Das sollte Landwirte aber nicht davon abhalten, weiter ihren Beitrag für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und besonders für die nützlichen Bestäuber zu leisten.

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27.02.2015

Willkommene Landebahnen für die Feldlerche im Getreide

Nur selten ist die Devise „kleiner Aufwand, großer Erfolg“ so zutreffend wie bei Lerchenfenstern. Landwirte mit „Mut zur Lücke“ lassen bei der Aussaat je Hektar zwei 20 Quadratmeter große Flächen frei. So entstehen in Wintergetreide, Raps oder Mais sichere Landebahnen und in deren Nähe Brut- und Nahrungsstellen für die zierlichen Singvögel.

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[ ![Effizientere Agrarumweltmaßnahmen für eine bessere Biodiversität](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bluehstreifen_7665_ck.jpg.webp?h=3f8015e7&itok=dJyLzgy4)

24.02.2016

Effizientere Agrarumweltmaßnahmen für eine bessere Biodiversität

Die Bewahrung und der Schutz der Biologischen Vielfalt (Biodiversität) sind wichtige gesellschaftliche und politische Ziele. Bisher gab es allerdings nur wenige aussagekräftige Kontrollmöglichkeiten, wie unterschiedliche Maßnahmen zum Erfolg führen. In einem EU-Forschungsprojekt haben Wissenschaftler nun ein wirkungsvolles Monitoring-Programm zur Überprüfung von Biodiversitäts-Maßnahmen entwickelt.

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[ ![Artenvielfalt erleichtert die Schädlingsbekämpfung](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bunte_mischung_20916815_fotolia.jpg.webp?h=5fa3854b&itok=8X6a5XTi)

08.09.2015

Artenvielfalt erleichtert die Schädlingsbekämpfung

In der Natur findet ständig ein „Kampf ums Überleben statt“, das hat schon der Evolutionsforscher Charles Darwin im 19. Jahrhundert herausgefunden. Und wer bekämpft wird, der wehrt sich dagegen. Im Falle von Schädlingen, die mit Insektiziden behandelt werden, nennt man das Resistenzbildung. Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig haben nun herausgefunden, dass Schädlinge in artenreichen Lebensräumen nicht so schnell gegen chemische Bekämpfungsmittel resistent werden. Doch warum ist das so?

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[ ![Wie intensiver Ackerbau und Artenvielfalt zusammen passen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/vorschaubilder/641453.jpg.webp?h=ef2d6e95&itok=O2GBgf_d)

21.08.2014

Pressemitteilung

Wie intensiver Ackerbau und Artenvielfalt zusammen passen

Moderne Landwirtschaft und der Schutz der Artenvielfalt in Agrarregionen stellen keinen Widerspruch dar. Auf zahlreichen Betrieben im Rheinland, die intensiven Ackerbau betreiben, sind Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität heute eine Selbstverständlichkeit. Dies bekräftigten bei einem gemeinsamen Pressetermin auf dem Damianshof Betriebsleiter Bernd Olligs, RLV-Ehrenpräsident Friedhelm Decker sowie IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/wie-intensiver-ackerbau-und-artenvielfalt-zusammen)

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[ ![Biologische Vielfalt: Auch Pflanzenschutzmittel sind biologisch aktiv](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/weite_170165_adpic.jpg.webp?h=1389ae57&itok=-rL98hPc)

29.10.2010

Biologische Vielfalt: Auch Pflanzenschutzmittel sind biologisch aktiv

Unkräuter, Schadinsekten oder Schadpilze bedrohen Jahr für Jahr etwa zwei Drittel der Ernten. Experten des österreichischen Umweltbundesamtes gehen davon aus, dass weltweit rund 70 000 Schädlingsarten die landwirtschaftlichen Kulturpflanzen befallen. Erst der Einsatz effektiver Pflanzenschutzmittel ermöglicht es, mehr als die Hälfte des potenziellen Maximalertrags zu ernten. Etwa 30 Prozent gehen trotzdem an Schaderreger verloren und auch extreme Wetterereignisse gefährden Ernten. Die Landwirtschaft steht heute vor der großen Herausforderung, auf immer weniger Fläche stetig mehr Nahrungsmittel für immer mehr Menschen erzeugen zu müssen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

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