# Wilde Möhre, Teosinte und Co.

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/wilde-moehre-teosinte-und-co
- Language: de
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- Created: 2019-10-29T13:09:33+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
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- Topics: Lebensmittel / Ernährung
- Teaser text: Unsere heutigen Nutzpflanzen sind nach vielen Jahren Selektion und Züchtung aus Wildpflanzen entstanden, die meist ganz andere Eigenschaften hatten. Nicht zuletzt durch die Arbeit von Gärtnern und Landwirten ist aus ihnen geworden, was sie heute sind. Einige wilde Verwandte kennen wir heute noch, andere sind dagegen völlig in Vergessenheit geraten. Zeit, einmal auf Entdeckungsreise zu gehen.

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© istock Die Speicherwurzel der Wilden Möhre ist klein und bleich.

31.10.2019

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Die Speicherwurzel der Wilden Möhre ist klein und bleich.

31.10.2019

# Wilde Möhre, Teosinte und Co.

## Die wilden Verwandten unserer Nutzpflanzen

Unsere heutigen Nutzpflanzen sind nach vielen Jahren Selektion und Züchtung aus Wildpflanzen entstanden, die meist ganz andere Eigenschaften hatten. Nicht zuletzt durch die Arbeit von Gärtnern und Landwirten ist aus ihnen geworden, was sie heute sind. Einige wilde Verwandte kennen wir heute noch, andere sind dagegen völlig in Vergessenheit geraten. Zeit, einmal auf Entdeckungsreise zu gehen.

[ ![Die Speicherwurzel der Wilden Möhre ist klein und bleich.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/wilde_moehre_516064124m_istock.jpg.webp?h=140710cd&itok=j1JO55F- "Die Speicherwurzel der Wilden Möhre ist klein und bleich.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/wilde_moehre_516064124m_istock.jpg)© istock

Die Speicherwurzel der Wilden Möhre ist klein und bleich.

[ ![In Karotten stecken mehr gesunde Inhaltsstoffe als in ihren wilden Verwandten.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/moehren_240739_adpic.jpg.webp?h=3a51b6cd&itok=j0Nc61ay "In Karotten stecken mehr gesunde Inhaltsstoffe als in ihren wilden Verwandten.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/moehren_240739_adpic.jpg)© adpic

In Karotten stecken mehr gesunde Inhaltsstoffe als in ihren wilden Verwandten.

[ ![Bunte Vielfalt mit Abstammung vom Gemüsekohl.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/kohl_verschieden_883982120m_istock.jpg.webp?h=140710cd&itok=r_3qRbNW "Bunte Vielfalt mit Abstammung vom Gemüsekohl.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/kohl_verschieden_883982120m_istock.jpg)© istock

Bunte Vielfalt mit Abstammung vom Gemüsekohl.

[ ![Raps ähnelt heute noch dem Wildkohl.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rapsfeld_134363_adpic.jpg.webp?h=fee4874d&itok=XZKGmeX5 "Raps ähnelt heute noch dem Wildkohl.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rapsfeld_134363_adpic.jpg)© istock

Raps ähnelt heute noch dem Wildkohl.

[ ![Wegen der fehlenden Samen werden Bananen vegetativ vermehrt.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/drei_bananen_21134_adpic.jpg.webp?h=dbfb23f9&itok=ttFRUGtT "Wegen der fehlenden Samen werden Bananen vegetativ vermehrt.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/drei_bananen_21134_adpic.jpg)© adpic

Wegen der fehlenden Samen werden Bananen vegetativ vermehrt.

Die [Gewöhnliche Wegwarte](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/die-wegwarte-ist-heilpflanze-des-jahres-2020) nehmen wir heute zum Beispiel als hübsche blaue Blume am Wegesrand wahr. Häufig ohne darüber nachzudenken, dass Zichoriengewächse wie [Endivie](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/endivie-herb-aber-herzlich), [Radicchio](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/radicchio-kam-vor-30-jahren-ueber-die-alpen), [Chicorée](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/chicoree-das-belgische-gemuese) oder der [Zuckerhutsalat](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/der-zuckerhut-wintersalat-aus-der-gattung-der-zichoriengewaechse) aus ihr entstanden sind und ihre Wurzeln auch heute noch zur Herstellung von Kaffee-Ersatz dienen. Oder kennen Sie die Urform der [Wassermelone](http://:%20https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/wassermelonen-eine-sommerlich-fruchtige-erfrischung), die Tsamma-Melone? In Afrika wächst sie noch heute, wo ihre großen Samen zu Mehl vermahlen und zum Brotbacken verwendet oder in Öl geröstet werden. Das Fruchtfleisch dagegen ist nicht rot, süß und saftig, sondern weiß bis hellgrün und sehr bitter. Ähnlich verhält es sich mit einigen anderen Wildpflanzen, die erst durch Züchtung zu den Obst- und Gemüsearten geworden sind, die wir kennen und lieben.

## Karotte, Möhre oder Mohrrübe

Die orangefarbenen [Rüben](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/moehren-besser-gekocht-als-roh-essen) mit den verschiedenen Namen gehören heute zu unserer täglichen Ernährung einfach dazu – ob pur geknabbert, gedünstet oder gekocht. Ihre Wildform, die Wilde Möhre, ist dagegen weiß, sehr klein und verzweigt. Außerdem hat sie weniger gesunde Inhaltsstoffe als ihre junge Verwandte. Denn die Karotte liefert durch ihre Farbe viel mehr ß-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A. Die ersten Möhren tauchten im 16. Jahrhundert in Europa auf. Wahrscheinlich war es Zufall, dass sie sich durchgesetzt haben.

## Die Deutschen lieben Bananen

Bananen sind nach Äpfeln das beliebteste Obst der Deutschen. Ihre wilden Vorfahren waren dagegen alles andere als appetitlich. Sie hatten nur wenig Fruchtfleisch, dafür aber sehr viele dicke und ungenießbare Kerne. Unsere modernen Kulturbananen haben zum Glück keine Kerne mehr. Allerdings werden sie deswegen rein vegetativ vermehrt. Dass heute fast alle Bananenstauden genetisch identische Klone sind, macht sie anfällig für Krankheiten.

## Tepin – die Mutter aller Chilis

Tepin ist eine kleine und sehr scharfe Chili, die rund um Mittelamerika heimisch ist. Die Beere gilt als "die Mutter aller Chilis“ und hat eine riesige Vielfalt an Farben, Formen und Aromen hervorgebracht: Alle Sorten der Art *Capsicum annuum* stammen von ihr ab, sowohl die [Gemüsepaprika](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/paprika-die-schaerfe-macht-den-unterschied) als auch verschiedene Chilis und Co. Auch heute ist Tepin noch sehr beliebt. Meist wird sie jedoch von wildwachsenden Sträuchern gepflückt, da die Pflanze schwer zu kultivieren ist.

## Von Teosinte zum Mais

Teosinte, die Wildform unseres goldgelben Maises, ist auf den ersten Blick nicht als Verwandter zu erkennen, obwohl er sich nur in einer Handvoll Gene von diesem unterscheidet. Während der Mais seine Körner offen zur Schau trägt, versteckt Teosinte seine wenigen Körner in einer harten Schutzhülle. Mais hat zwar vergleichsweise wenige Kolben pro Pflanze, dafür sind diese ungefähr 20 Mal größer als die seines dünnen, grünen Vorfahrens.

## Wildgras wird zum Weizen

An der Entwicklung von [Weizen](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/weizen-nummer-eins-deutschland-weltweit-rang-drei), unserer wichtigsten Getreideart, waren verschiedene Wildgräser beteiligt. Vor schätzungsweise 500 000 Jahren vereinigten sich der wilde [Einkorn](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/das-wiederaufleben-von-emmer-und-einkorn) und das Gänsefußgras *Aegilops speltoides* zum Wildemmer. Daraus entstand der [Hartweizen](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/durum-der-pastaweizen), aus dem zum Beispiel Nudeln hergestellt werden. Als sich der Vorläufer des Hartweizens vor etwa 10 000 Jahren mit einem anderen Gänsefußgras hybridisierte, war die genetische Grundlage für unseren Brotweizen gelegt.

## Beeindruckende Vielfalt der Kohlfamilie

Die Mitglieder der Kohlfamilie sind zahlreich und sehen völlig unterschiedlich aus. Dabei stammen sowohl [Kohlrabi](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/kohlrabi-typisch-deutsch), [Blumenkohl](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/blumenkohl-ob-schneeweiss-oder-farbig-hauptsache-frisch) und [Brokkoli](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/brokkoli-ideal-fuer-die-schnelle-kueche) als auch [Rosenkohl](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/rosenkohl-der-gesundheitskick-im-winter), [Wirsing](http://:%20https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/wirsing-supergemuese-fuer-den-winter) und viele Varietäten mehr vom Wildkohl, dem Gemüsekohl *(Brassica oleracea L.)* ab. Das Besondere: Sie alle können miteinander gekreuzt werden. Interessant ist auch, dass je nach Kohlvertreter verschiedene Pflanzenteile als Gemüse gegessen werden: Beim [Grünkohl](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/wintergemuese-will-kultstatus-der-gruenkohl) sind es die Blätter, beim Blumenkohl die Blütenknospen und beim Kohlrabi ist es die verdickte Sprossachse. Auch der [Raps](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/vielseitig-verwendbar-raps-als-rohstoff-fuer-deutschlands-beliebtestes) gehört zur Gattung Kohl *(Brassica)* und ist eine Kreuzung vom Wildkohl mit einer weiteren Kohlart, der Rübse *(Brassica rapa).* Wer schon einmal an einem blühenden Rapsfeld vorbei kam, erkennt die Ähnlichkeit der Pflanzen mit dem Gemüsekohl. Doch anders als beim Kohlgemüse werden hier die Samen zu einem der ernährungsphysiologisch wertvollsten Pflanzenöle verarbeitet.

## Zuckerrübe

Lange war Zucker ein Luxusgut, das aus Zuckerrohr aus den Tropen gewonnen wurde. Im Jahr 1747 entdeckte der deutsche Chemiker Andreas Sigismund Marggraf, dass auch Futterrüben Saccharose enthalten. Jahrzehnte später gelang es seinem Schüler Franz Carl Achard, Rüben mit höherem Zuckergehalt zu züchten. Er entwickelte auch das Verfahren, um Zucker daraus zu gewinnen.

Quelle: [pflanzenforschung.de](https://www.pflanzenforschung.de/de/themen/wilde-verwandte)

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01.10.2018

Buchweizen: Vom Heidenkorn zum Trendlebensmittel

Wenn Vitali und Wladimir Klitschko in ihrem Werbespots von ihren Blinis reden, dann wissen wir nicht, ob es die originalen russischen Pfannkuchen aus Buchweizenmehl sind oder die Variante mit Weizenmehl. Sicher ist, seit einigen Jahren erlebt Buchweizen als das einstige „Arme-Leute-Essen“ auch bei uns eine Renaissance und wird inzwischen als glutenfreies und trendiges, funktionelles Lebensmittel angepriesen.

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19.09.2018

Quinoa aus Deutschland

Quinoa gehört zu den Trendlebensmitteln der letzten Jahre, zum sogenannten „Superfood“. Die steigende Nachfrage hat allerdings auch Nachteile für die Herkunftsländer gebracht. Die Lösung wäre eine regionale Erzeugung. Noch beschränkt sich der Quinoa-Anbau in Deutschland zwar auf wenige Landwirte. Das Potenzial für eine lohnende Produktion ist aber durchaus vorhanden.

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[ ![Warum poppt der Mais?](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/popcorn_95117470m_fotolia.jpg.webp?h=16a6d817&itok=dJ70hJ02)

06.08.2018

Warum poppt der Mais?

Popcorn ist ein beliebter Snack, vor allem beim Kinobesuch. Damit die Maiskörner aufpoppen, müssen sie bestimmte Eigenschaften aufweisen. Dies ist nur bei Puffmaissorten der Fall. Neben der bekannten goldgelben Sorte „Golden Butter“ gibt es Puffmais in den verschiedensten Farben. Eines ist jedoch immer gleich: Das Popcorn selbst ist weiß. Das wussten schon die Ureinwohner Amerikas, die das Popcorn erfunden haben.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/warum-poppt-der-mais)

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