# Was bedeutet Integrierter Pflanzenschutz?

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/was-bedeutet-integrierter-pflanzenschutz
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2018-10-05T12:03:56+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
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- Topics: Sachkunde, Pflanzenschutz, Landwirtschaft
- Teaser text: So viel wie nötig, so wenig wie möglich – das ist das Ziel des „Integrierten Pflanzenschutzes“. Dabei werden unterschiedliche ackerbauliche Maßnahmen in der Vorbeugung und Bekämpfungsverfahren aus dem chemischen, physikalischen und biologischen Pflanzenschutz bestmöglich miteinander kombiniert. Moderne Pflanzenschutzmittel können so ihre Wirkung am besten entfalten.

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© Matthias Wiedenau Im Obst- und Weinbau sowie in der Forstwirtschaft werden Lockstofffallen mit arteigenen Pheromonen verwendet.

11.10.2018

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© Matthias Wiedenau

Im Obst- und Weinbau sowie in der Forstwirtschaft werden Lockstofffallen mit arteigenen Pheromonen verwendet.

11.10.2018

# Was bedeutet Integrierter Pflanzenschutz?

## Pflanzenschutz-Maßnahmen sinnvoll kombinieren

So viel wie nötig, so wenig wie möglich – das ist das Ziel des „Integrierten Pflanzenschutzes“. Dabei werden unterschiedliche ackerbauliche Maßnahmen in der Vorbeugung und Bekämpfungsverfahren aus dem chemischen, physikalischen und biologischen Pflanzenschutz bestmöglich miteinander kombiniert. Moderne Pflanzenschutzmittel können so ihre Wirkung am besten entfalten.

[ ![Im Obst- und Weinbau sowie in der Forstwirtschaft werden Lockstofffallen mit arteigenen Pheromonen verwendet.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/pheromon_foto_matthias_wiedenau_0.jpg.webp?h=45eca6a9&itok=SZlcv89V "Im Obst- und Weinbau sowie in der Forstwirtschaft werden Lockstofffallen mit arteigenen Pheromonen verwendet.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/pheromon_foto_matthias_wiedenau_0.jpg)© Matthias Wiedenau

Im Obst- und Weinbau sowie in der Forstwirtschaft werden Lockstofffallen mit arteigenen Pheromonen verwendet.

[ ![Auch vorbeugende Maßnahmen wie eine standortangepasste Fruchtfolge und Sortenwahl gehören zum Integrierten Pflanzenschutz.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/aussaat_13499_adpic.jpg.webp?h=cb1e5cb6&itok=hafpH-Q7 "Auch vorbeugende Maßnahmen wie eine standortangepasste Fruchtfolge und Sortenwahl gehören zum Integrierten Pflanzenschutz.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/aussaat_13499_adpic.jpg)© adpic

Auch vorbeugende Maßnahmen wie eine standortangepasste Fruchtfolge und Sortenwahl gehören zum Integrierten Pflanzenschutz.

[ ![Die Rapsglanzkäfer fliegen die gelben Schalen im Rapsbestand an, der Landwirt kann dann durch Zählen der Käfer die Befallshäufigkeit ermitteln.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gelbschalen_raps_matthias_wiedenau.jpg.webp?h=a5eb5da0&itok=Glu0UsAu "Die Rapsglanzkäfer fliegen die gelben Schalen im Rapsbestand an, der Landwirt kann dann durch Zählen der Käfer die Befallshäufigkeit ermitteln.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gelbschalen_raps_matthias_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Die Rapsglanzkäfer fliegen die gelben Schalen im Rapsbestand an, der Landwirt kann dann durch Zählen der Käfer die Befallshäufigkeit ermitteln.

Die „Große Hungersnot“ zwischen 1845 und 1852 in Irland brachte vielen irischen Familien großes Leid. Rund 1 Million Menschen, etwa 12 Prozent der Bevölkerung, starben an den Folgen der mehrjährigen Missernten bei Kartoffeln, ausgelöst durch den Erreger der Kraut- und Knollenfäule, den Pilz Phytophthora infestans. [Kartoffeln](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/kartoffel-karriere-mit-hoehen-und-tiefen) waren damals das Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung, das nicht ohne Weiteres durch ein anderes Lebensmittel ersetzt werden konnte. Wirkungsvolle Pflanzenschutzmittel gab es damals noch nicht. Fast 2 Millionen Iren verließen ihr Land und wanderten aus. Auch in Deutschland kam es durch die Kraut- und Knollenfäule im Winter 1916/17 zu einer Hungersnot.

Heute haben wir in Europa zum einen dank moderner Fungizide gegen die Kartoffelfäule und zum anderen dank einer internationalen Versorgung mit Lebensmitteln und staatlicher Lagerhaltung keine Hungersnot solchen Ausmaßes zu befürchten. Um die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen, müssen unsere Kulturpflanzen aber wirksam vor bakteriellen, pilzlichen oder Virus-Krankheiten und dem Befall mit Schädlingen geschützt werden.

## Ein Mix aus Maßnahmen

Wenn Landwirte ihre Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen schützen wollen, wenden sie heute eine Vielzahl von Verfahren an. Das sind zunächst die vorbeugend gesunderhaltenden Maßnahmen wie eine vielfältige Fruchtfolge (das Aufeinanderfolgen der landwirtschaftlichen Hauptkulturen und der Zwischenfrüchte dazwischen) oder die für den jeweiligen Standort passende Sortenwahl. Getreidesorten haben zum Beispiel eine unterschiedliche Resistenz oder Toleranz gegenüber Rost- und Schwärzepilzen. Bei samenbürtigen Erregern legen die Saatgutzüchter hohen Wert darauf, dass nur gesundes Saatgut in den Handel kommt oder das Saatgut gebeizt wird, um die Pflanze lange gesund zu halten. Daneben tragen ackerbauliche Maßnahmen wie die zeitlich optimierte Aussaat mit passender Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung sowie eine angepasste Düngung und Nährstoffversorgung dazu bei, die Bestände gesund zu erhalten.

## Im Pflanzenschutzgesetz geregelt

Paragraph 2 des [Pflanzenschutzgesetzes](https://www.gesetze-im-internet.de/pflschg_2012/PflSchG.pdf) definiert den Integrierten Pflanzenschutz als Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird. Der Integrierte Pflanzenschutz wird dabei als „[gute fachliche Praxis](https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Pflanzenschutz/_Texte/GrundsaetzeDurchfuehrungGuteFachlichePraxisPflanzenschutz.html)“ gesehen.

## Biologischer, biotechnischer und physikalischer Pflanzenschutz

Eine Anwendung im biologischen Pflanzenschutz ist zum Beispiel der [Einsatz von Nützlingen](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/gartenbau-wie-viel-pflanzenschutz-geht-mit-nuetzlingen). Das können räuberisch lebende Insekten oder Parasiten von tierischen Schädlingen, wie zum Beispiel die Trichogramma-Schlupfwespe beim Maiszünsler, sein. Physikalische Pflanzenschutz-Maßnahmen werden oft im Obst- und Gemüsebau, zum Beispiel das Abdecken mit Netz und Vlies, angewendet. Im Ackerbau kann eine Unkrautbekämpfung mechanisch mit Hacke, Egge oder Striegel stattfinden. Im Weinbau, in Obstplantagen und in der Forstwirtschaft werden zum Monitoring Lockfallen mit Pheromonen (arteigenen Duftstoffen) angewendet. Damit fängt man zum Beispiel Schmetterlingsmännchen, deren Raupen Schädlinge sind. Je nach Fangergebnis kann so der richtige Zeitpunkt für den zielgerichteten Einsatz eines Insektizids ermittelt werden. Mit diesem Verfahren lassen sich etwa die Anzahl der zu erwartenden Apfel- oder Traubenwickler gut vorhersagen. Im Ackerbau helfen Lockstofffallen bei der Ermittlung der Befallsstärke an Maiswurzelbohrern.

## Chemischer Pflanzenschutz

Im Integrierten Pflanzenschutz werden nun die acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen mit mechanisch-physikalischen, biologischen, biotechnischen und chemischen Verfahren kombiniert. Beim Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gilt der Grundsatz „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Dabei entscheidet der Landwirt nach der "wirtschaftlichen Schadensschwelle". Das bedeutet, dass der chemische Pflanzenschutz erst zum Zuge kommt, wenn der Schaden voraussichtlich höher sein wird als die Behandlungskosten. Eine gewisse Menge an Ernteeinbußen wird es immer geben, das wird von den Landwirten toleriert. Sie beobachten das Geschehen auf ihren Äckern sehr genau. Dabei helfen ihnen diverse Programme und Apps, erste Anzeichen von Krankheiten zu erkennen, die Häufigkeit von Schädlingen vorherzusagen und beispielsweise die geeignete Witterung für eine Spritzung herauszufinden. Jeder Landwirt muss sich regelmäßig fortbilden, sein Wissen auffrischen und seine [Sachkunde](https://www.iva.de/sachkunde) mit dem „Sachkundenachweis Pflanzenschutz“ belegen. Das ist in der [Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung](http://www.gesetze-im-internet.de/pflschsachkv_2013/index.html) festgelegt. Damit wird sichergestellt, dass die Landwirte immer auf dem aktuellen Stand des Wissens sind und die verschiedenen Pflanzenschutz-Möglichkeiten bestmöglich kombinieren können.

## Weitere Informationen

Integrierter Pflanzenschutz: Schlüssel zu moderner Landwirtschaft

[ Mehr erfahren ](https://www.iva.de/fachgebiete/pflanzenschutz/integrierter-pflanzenschutz)

Broschüre "Aus Freude am Garten - Integrierter Pflanzenschutz leicht gemacht"

[ Mehr erfahren ](https://www.iva.de/publikationen/aus-freude-am-garten-tipps-fuer-gesunde-pflanzen-im-haus-und-kleingarten)

## Weitere Beiträge

[ ![Integrierter Pflanzenschutz ist Umweltschutz im Garten](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bauerngarten_185626_adpic.jpg.webp?h=732274ad&itok=dBdHb1GI)

26.03.2018

Integrierter Pflanzenschutz ist Umweltschutz im Garten

Mit einem abwechslungsreich gestalteten Garten, der eine große Pflanzenvielfalt aufweist und wenig Betonflächen hat, ist schon ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz geleistet, denn „Grün ist Leben“. Die positiven Auswirkungen des Grüns werden deutlich, bedenkt man, dass von einem Hektar grüner Pflanzen 18 Millionen Kubikmeter Luft von Kohlendioxid, Staub und schädlichen Beimengungen gereinigt werden. Ökologisch richtige Verhaltensweisen im Garten sind in einem kurzen Beitrag in ihren weitreichenden Zusammenhängen und in ihrer Komplexität nicht darzustellen. Deshalb sollen hier nur einige Denkanstöße gegeben werden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/integrierter-pflanzenschutz-ist-umweltschutz-im-garten)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/integrierter-pflanzenschutz-ist-umweltschutz-im-garten)

[ ![Modernen Pflanzenschutz fördern, nicht verhindern](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/umhau.jpg.webp?h=aaac6fd5&itok=xfDFGHAW)

15.01.2015

Modernen Pflanzenschutz fördern, nicht verhindern

Kein Pflanzenschutzmittel ohne amtliche Zulassung. So will es der Gesetzgeber. Bessere Produkte sollen gute ablösen. Globaler Warenaustausch und Klimawandel bringen immer neue Pflanzenschutzprobleme mit. Neue Lösungen müssen her. Nicht zuletzt deshalb sollte die Pflanzenschutzzulassung europaweit harmonisiert und beschleunigt werden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/modernen-pflanzenschutz-foerdern-nicht-verhindern)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/modernen-pflanzenschutz-foerdern-nicht-verhindern)

[ ![Biologische Pflanzenschutzverfahren im Aufwind](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/blattlaeusemarienkaefer_lwk_nrw_0.jpg.webp?h=3fa9d8f0&itok=nHI3EZyw)

14.08.2014

Biologische Pflanzenschutzverfahren im Aufwind

Die im „Statusbericht Biologischer Pflanzenschutz 2013“ des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig erhobenen Daten aus den Jahren 2009 und 2010 zeigen, dass biologische Pflanzenschutzverfahren inzwischen feste Bestandteile im ökologischen wie auch im integrierten Anbau vieler Kulturpflanzen sind. In den vergangenen zehn Jahren ist ihr Anteil je nach Kultur mehr oder weniger stark gewachsen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/biologische-pflanzenschutzverfahren-im-aufwind)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/biologische-pflanzenschutzverfahren-im-aufwind)
