# Tabak: Anbau in Deutschland auf harten Kern geschrumpft

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- Created: 2026-03-26T07:00:00+00:00
- Updated: 2026-03-26T07:00:00+00:00
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- Topics: Landwirtschaft
- Teaser text: Wer bei Tabak-Anbau ausschließlich an Kuba denkt, liegt falsch. Auch in Deutschland wächst die nikotinhaltige Pflanze. Der heimische Anbau wird durch die hohen Arbeitskosten geprägt. Darüber hinaus beeinflusst die gesellschaftliche Diskussion um die gesundheitlichen Folgen des Rauchens die Rahmenbedingungen für die Tabakbauern.

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© iStock Tabak wächst an milden Standorten auch in Deutschland. Er erreicht in drei Monaten eine Höhe von etwa 2 Metern.

26.03.2026

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Tabak wächst an milden Standorten auch in Deutschland. Er erreicht in drei Monaten eine Höhe von etwa 2 Metern.

26.03.2026

# Tabak: Anbau in Deutschland auf harten Kern geschrumpft

## Nikotin in den Blättern schützt vor Schädlingen

Wer bei Tabak-Anbau ausschließlich an Kuba denkt, liegt falsch. Auch in Deutschland wächst die nikotinhaltige Pflanze. Der heimische Anbau wird durch die hohen Arbeitskosten geprägt. Darüber hinaus beeinflusst die gesellschaftliche Diskussion um die gesundheitlichen Folgen des Rauchens die Rahmenbedingungen für die Tabakbauern.

[ ![Tabak wächst an milden Standorten auch in Deutschland. Er erreicht in drei Monaten eine Höhe von etwa 2 Metern.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-03/iStock-519535001.jpg.webp?h=8fe734d4&itok=Ut5eOLBA "Tabak wächst an milden Standorten auch in Deutschland. Er erreicht in drei Monaten eine Höhe von etwa 2 Metern.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-03/iStock-519535001.jpg)© iStock

Tabak wächst an milden Standorten auch in Deutschland. Er erreicht in drei Monaten eine Höhe von etwa 2 Metern.

[ ![Die in Südamerika beheimatete Pflanze kann erst nach Ende der Nachtfröste ausgepflanzt werden. Wichtig sind in der Jugendphase Maßnahmen gegen Pilze und Unkrautkonkurrenz.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-03/iStock-1137644534.jpg.webp?h=140710cd&itok=Vbt9CSW2 "Die in Südamerika beheimatete Pflanze kann erst nach Ende der Nachtfröste ausgepflanzt werden. Wichtig sind in der Jugendphase Maßnahmen gegen Pilze und Unkrautkonkurrenz.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-03/iStock-1137644534.jpg)© iStock

Die in Südamerika beheimatete Pflanze kann erst nach Ende der Nachtfröste ausgepflanzt werden. Wichtig sind in der Jugendphase Maßnahmen gegen Pilze und Unkrautkonkurrenz.

[ ![Wenn die Tabakblüte erscheint, muss sie entfernt werden. Die Pflanze soll ihre ganze Energie in die Entwicklung großer Blätter lenken.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-03/iStock-1417383899.jpg.webp?h=70462508&itok=-b-ANP8B "Wenn die Tabakblüte erscheint, muss sie entfernt werden. Die Pflanze soll ihre ganze Energie in die Entwicklung großer Blätter lenken.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-03/iStock-1417383899.jpg)© iStock

Wenn die Tabakblüte erscheint, muss sie entfernt werden. Die Pflanze soll ihre ganze Energie in die Entwicklung großer Blätter lenken.

[ ![Für eine optimale Trocknung ist ein homogenes Erntegut erforderlich. Mehrere Erntedurchgänge sind eine Voraussetzung dafür.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-03/iStock-2227008731.jpg.webp?h=3f65c786&itok=icB5O6qU "Für eine optimale Trocknung ist ein homogenes Erntegut erforderlich. Mehrere Erntedurchgänge sind eine Voraussetzung dafür.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-03/iStock-2227008731.jpg)© iStock

Für eine optimale Trocknung ist ein homogenes Erntegut erforderlich. Mehrere Erntedurchgänge sind eine Voraussetzung dafür.

## **Wissenswertes**

Ab dem 16. Jahrhundert durchforsteten europäische Seefahrer die Pflanzenwelt des amerikanischen Kontinents nach interessanten Nutzpflanzen. Neben [Kakao](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/kakaobohne-die-wichtigste-zutat-fuer-schokolade), [Mais](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/silomais-schmeckt-rindern-und-bakterien), [Bohnen](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/buschbohnen-und-stangenbohnen-im-heimischen-garten-ziehen), [Kartoffeln](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/kartoffel-karriere-mit-hoehen-und-tiefen) oder [Paprika](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/paprika-die-schaerfe-macht-den-unterschied) stießen sie auch auf Tabak. Dieser wurde bereits damals von den indigenen Völkern zu Zigarren verarbeitet und geraucht, als Heilmittel eingesetzt oder für zeremonielle Zwecke verwendet. Um 1560 kam der Tabak nach Europa. Er diente zunächst als Zierpflanze. Jahre später kam er als Genussmittel in Mode.

Mit der steigenden Nachfrage startete auch der Tabak-Anbau in Europa. Die ersten Pflanzen sollen 1573 in einem Pfarrgarten in Hatzenbühl bei Speyer (Rheinland-Pfalz) gestanden haben. Von dort dehnte sich der Anbau in viele Regionen Deutschlands aus, die mit mildem Klima gute Wachstumsbedingungen bieten. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Anbaufläche auf über 30 000 Hektar angewachsen. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Anbauer und die Fläche jedoch stark geschrumpft. Spätestens nach dem Wegfall der EU-Unterstützung 2009 ist nur noch ein harter Kern übriggeblieben. 2025 waren es nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Tabakpflanzer rund 80 Betriebe, die auf 1300 Hektar den sehr arbeitsintensiven Tabak kultivierten. Die Anbauschwerpunkte befinden sich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Pro Hektar Tabak müssen 370 bis 420 Stunden eingesetzt werden (Quelle: KTBL). Zum Vergleich: Für Getreide sind je nach Bedingungen gut fünf Stunden pro Hektar erforderlich.

Der in Deutschland erzeugte Tabak wird aktuell nach Informationen des Bundesverbands Deutscher Tabakpflanzer zu 90 Prozent für Wasserpfeifen verwendet. Nur 10 Prozent wird zu Zigaretten verarbeitet. Wegen der hohen Arbeitskosten setzen die Anbauer auf ein besonders hohes Qualitätsniveau. Das bedeutet niedriger Nikotingehalt, Schwermetallfreiheit oder Farbstabilität bei der Verarbeitung.

Die Risiken des Tabakkonsums sind hinlänglich bekannt. Neben Nikotinabhängigkeit können die Auswirkungen auf Atemwege, Lunge, Herz-Kreislauf-System, Fruchtbarkeit oder Immunsystem gravierend sein. Verantwortlich dafür ist der Cocktail aus mehreren tausend chemischen Verbindungen, der über den Rauch eingeatmet wird. Dieses Wissen trägt ebenso wie Werbeverbote, Rauchverbote an öffentlichen Orten oder hohe Preise dazu bei, dass die Zahl der Raucher weltweit sinkt. Der Anteil der rauchenden Bevölkerung lag 2024 weltweit noch bei 19 Prozent (WHO). In Deutschland stieg der Absatz von Zigaretten 2024 jedoch wieder leicht an.

Der Inhaltsstoff Nikotin schützt die Tabakpflanze vor Schädlingen. Das Alkaloid wird in den Pflanzenwurzeln gebildet. Von dort verteilt es sich über die gesamte Pflanze. Konzentrierte Nikotinpräparate dienten bis in die 1970er Jahre in Deutschland im ökologischen Landbau als Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse, Weiße Fliege und andere saugenden Insekten. Die Zulassung wurde 2008 EU-weit wegen der Giftigkeit zurückgezogen.

## **Herkunft und Standort**

Der Tabak *(Nicotiana tabacum, Nicotiana rustica)* stammt vermutlich aus Südamerika. Er zählt ebenso wie Kartoffel oder Tomate zu den Nachtschattengewächsen. Die Pflanze liebt sandige Böden und benötigt viel Wärme (25 bis 35 Grad Celsius). Ebenso unerlässlich sind reichlich Niederschläge. Eine Bewässerungsmöglichkeit ist Voraussetzung für den Anbau in Mitteleuropa.

## **Anbau**

Die Jungpflanzen werden bis zu zwei Monate in Folientunneln oder Gewächshäusern vorgezogen. Sobald kein Nachtfrost mehr droht, pflanzen Anbauer rund 32 000 Setzlinge pro Hektar aus. Der einjährige Tabak wächst bei hohen Temperaturen recht schnell und erreicht eine Höhe von 2 Metern. Ab Juli beginnt die Blüte. Dann muss der Blütenstand abgeschnitten werden, damit die Energie der Pflanze ausschließlich in die Entwicklung großer und kräftiger Blätter fließt.

## **Pflanzenschutz und Düngung**

Tabak ist anfällig für Wurzel- und Stängelkrankheiten wie beispielsweise Weißstängeligkeit. Die ersten Gegenmaßnahmen sind bereits bei der Setzlingsanzucht erforderlich. Blauschimmel befällt vor allem die Blätter und muss unbedingt unterbunden werden. Herbizide zur Unkrautbekämpfung sind in konventionellen Betrieben Standard. Kartoffeln als Vorfrucht sind nicht zu empfehlen, weil Durchwuchskartoffeln das Potato-Virus Y übertragen können. Tabak ist selbstverträglich. Er kann mehrere Jahre auf derselben Fläche angebaut werden. Anbauer müssen berücksichtigen, dass Tabak nur einen geringen Stickstoffbedarf hat. Auf Flächen mit hoher Stickstoffnachlieferung aus der Vorkultur oder organischen Düngern können Qualitätsprobleme resultieren.

## **Ernte und Lagerung**

Je nach Pflanztermin und Witterung beginnt die Ernte ab Ende Juli und zieht sich bis in den September. Zunächst werden die zuerst abreifenden bodennahen Blätter geerntet. Danach folgen weitere drei bis fünf Pflückdurchgänge von Hand, bei denen jeweils drei bis fünf Blätter geerntet werden. Ein homogenes Erntegut ist Grundvoraussetzung für eine hohe Qualität, für die eine punktgenaue Trocknung die Basis ist.

## **Zahlen**

2021 wurden weltweit auf 3,1 Millionen Hektar rund 5,9 Millionen Tonnen Tabak erzeugt (Quelle: FAO). Die größten Anbauer sind China (0,9 Millionen Hektar / 2,1 Millionen Tonnen), Indien (0,4 Millionen Hektar / 0,8 Millionen Tonnen) und Brasilien (0,3 Millionen Hektar / 0,7 Millionen Tonnen). In Deutschland umfasste der Anbau 2025 rund 1300 Hektar, die Erntemenge lag bei 3500 Tonnen (Quelle: Bundesverband Deutscher Tabakpflanzer).

## Weitere Beiträge

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22.01.2009

Tabak ist die Giftpflanze des Jahres 2009

Seit fünf Jahren veranstaltet der Botanische Sondergarten Hamburg-Wandsbek die Wahl zur „Giftpflanze des Jahres“ mit dem Ziel, eine aktive Auseinandersetzung mit dem Themenbereich der Giftpflanzen zu fördern. Dass der Tabak zur Giftpflanze 2009 gewählt wurde, war nicht überraschend: Immerhin enthält er in allen Pflanzenteilen das hochgiftige Alkaloid Nikotin. Entwarnung gibt es für Ziertabak-Arten: Die 30 bis 150 Zentimeter hohen Sommerblumen mit ihren großen weißen, roten, gelben und grünlichen Blüten enthalten nur einen Bruchteil des Alkaloids, das die zur Tabakgewinnung angebauten Pflanzen bilden.

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22.09.2016

Nutzpflanzen universell resistent machen

Auch Pflanzen haben so etwas wie ein Immunsystem, mit dem sie Krankheitserreger wie Pilze, Viren oder Bakterien abwehren können. Kürzlich ist es Forschern mit einem gentechnischen Ansatz gelungen, bei den Versuchspflanzen Ackerschmalwand und Tabak eine Immunantwort auszulösen.

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29.01.2016

Wie Raupen Pflanzengifte abbauen

Wenn es ums Überleben geht, ist der Natur jedes Mittel recht. Forscher des Max-Planck-Instituts in Jena entdeckten vor kurzem einen neuen Entgiftungsmechanismus, mit denen sich Tabakschwärmerraupen vor dem Gift des Kojotentabaks, dem Lyciumosid IV (Lyc 4), schützen. Diese Entdeckung könnte die Schädlingsbekämpfung revolutionieren.

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23.06.2009

Ganz schön anspruchsvoll: Tabak als Kulturpflanze

Ist der Tabak gesund, fällt nicht nur die Ernte gut aus. Die Landwirte schätzen ihn auch, weil er den nachfolgenden Kulturen einen fruchtbaren und unkrautfreien Boden hinterlässt. Allerdings benötigt die Tabakpflanze besonders viel Pflege und Schutz. Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg, Außenstelle Rheinstetten Forchheim ist auf den Schutz des Tabaks spezialisiert. Es empfiehlt den Tabakpflanzern Integrierten Pflanzenschutz, von der Anzucht der Setzlinge bis zum Schutz vor pilzlichen Krankheiten und Virus-Infektionen auf dem Acker.

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