# Serie: Pflanzen, die die Welt veränderten

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2023-11-09T15:34:37+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:35:35+00:00
- Published: true
- Topics: Lebensmittel / Ernährung, Gesundheit / Verbraucherschutz, Nachhaltigkeit
- Teaser text: Die hierzulande weitgehend unbekannte Yams (Dioscorea spec.) ist wahrlich eine würdige Vertreterin unserer neuen Serie (siehe Teil 1). Tatsächlich ist das ursprünglich aus Westafrika stammende Gewächs die Urahnin der Antibabypille.

## Content

© Dr. Janina Epping/Universität Münster Links: Blätter und Blüten der Chinesischen Yams. Rechts: Die Knollen der Chinesischen Yams werden ungefähr einen halben Meter lang und mehrere Kilogramm schwer. Sie enthalten viel Stärke, ihr leicht süßlicher Geschmack erinnert an Esskastanien oder Süßkartoffeln.

09.11.2023

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Schule &amp; Wissen ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen) Serie: Pflanzen, Die Die Welt Veränderten

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2023-11/mix.jpg.webp?h=3bd59175&itok=Y7SSaomH)

© Dr. Janina Epping/Universität Münster

Links: Blätter und Blüten der Chinesischen Yams. Rechts: Die Knollen der Chinesischen Yams werden ungefähr einen halben Meter lang und mehrere Kilogramm schwer. Sie enthalten viel Stärke, ihr leicht süßlicher Geschmack erinnert an Esskastanien oder Süßkartoffeln.

09.11.2023

# Serie: Pflanzen, die die Welt veränderten

## Teil 2: Yams - Familienplanung per Sprossknolle

Die hierzulande weitgehend unbekannte Yams *(Dioscorea spec.)* ist wahrlich eine würdige Vertreterin unserer neuen Serie (siehe [Teil 1](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/neue-serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten), [Teil 3](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-0), [Teil 4](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-1), [Teil 5](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-2), [Teil 6](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-3)). Tatsächlich ist das ursprünglich aus Westafrika stammende Gewächs die Urahnin der Antibabypille.

[ ![Links: Blätter und Blüten der Chinesischen Yams. Rechts: Die Knollen der Chinesischen Yams werden ungefähr einen halben Meter lang und mehrere Kilogramm schwer. Sie enthalten viel Stärke, ihr leicht süßlicher Geschmack erinnert an Esskastanien oder Süßkartoffeln.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2023-11/mix.jpg.webp?h=3bd59175&itok=aTbNwprE "Links: Blätter und Blüten der Chinesischen Yams. Rechts: Die Knollen der Chinesischen Yams werden ungefähr einen halben Meter lang und mehrere Kilogramm schwer. Sie enthalten viel Stärke, ihr leicht süßlicher Geschmack erinnert an Esskastanien oder Süßkartoffeln.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2023-11/mix.jpg)© Dr. Janina Epping/Universität Münster

Links: Blätter und Blüten der Chinesischen Yams. Rechts: Die Knollen der Chinesischen Yams werden ungefähr einen halben Meter lang und mehrere Kilogramm schwer. Sie enthalten viel Stärke, ihr leicht süßlicher Geschmack erinnert an Esskastanien oder Süßkartoffeln.

[ ![Dr. Janina Epping erforscht an der Uni Münster Grundlagen für die züchterische Bearbeitung und irgendwann vielleicht einen Anbau der Chinesischen Yams.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2023-11/yams_foto1.JPG.webp?h=297cf635&itok=-3hp11DH "Dr. Janina Epping erforscht an der Uni Münster Grundlagen für die züchterische Bearbeitung und irgendwann vielleicht einen Anbau der Chinesischen Yams.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2023-11/yams_foto1.JPG)© Dr. Janina Epping/Universität Münster

Dr. Janina Epping erforscht an der Uni Münster Grundlagen für die züchterische Bearbeitung und irgendwann vielleicht einen Anbau der Chinesischen Yams.

Westafrika gilt als Herkunft der Yams, einer staudenartigen Pflanze mit etwa 800 bekannten Arten. Bereits 50 000 v. Chr. wurde sie dort nachweislich gegessen, seit etwa 3000 v. Chr. wird sie angebaut und ist bis heute ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Größte Erzeugerländer sind aktuell Nigeria, Ghana und die Elfenbeinküste. Heute ist die Gattung jedoch beinahe weltweit in tropischen und gemäßigten Klimazonen verbreitet.

Die gewundene Staude mit den herzförmigen Blättern wird bis zu 6 Meter hoch. Essbar sind die stärkereichen Rhizome oder Wurzelknollen, die geschmacklich der Süßkartoffel ähneln. Die oft länglichen Knollen werden gekocht oder frittiert und sind auch als Einlage in Eintöpfen und Suppen beliebt. Zudem lässt sich aus ihnen ein beruhigender Tee zubereiten.

## **Die unterirdische Apotheke**

Denn schon lange gilt die nahrhafte Knolle auch als Heilmittel. So wird ihr etwa in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent eine verjüngende Wirkung nachgesagt. Anderenorts wird sie auch als Kolik- oder Rheumawurzel bezeichnet, soll sie doch Rheumabeschwerden, Gallenkoliken und Magen-Darm-Krämpfe lindern helfen. Sogar als Mittel gegen Senilität, Unfruchtbarkeit oder Impotenz wird sie empfohlen. In Mitteleuropa verkauft sie sich hingegen gut als Bestandteil einer Hormontherapie zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden.

Letzterer Verwendung ging die Erkenntnis voraus, dass einige Yams-Arten einen hohen Gehalt an Diosgenin, einer chemischen Verbindung aus der Gruppe der Sapogenine, aufweisen. Diosgenin ist dem körpereigenen Geschlechtshormon Progesteron so ähnlich, dass es als bioidentisches Hormon aufbereitet werden kann. Das wiederum ist keine Erfindung der modernen Medizin; Schon vor Jahrtausenden wussten indigene Frauen um die verhütende Wirkung von Yams.

## **Selbstbestimmung aus Yams und Stuten-Urin**

Der Weg zum Weltveränderer wurde für die Yams schließlich frei, nachdem es 1936 in Japan gelungen war, Progesteron aus Yams-Diosgenin herzustellen. Es dauerte dann noch bis in die 1960er Jahre, bis die ersten Anti-Baby-Pillen auf den Markt kamen. Yams-Progesteron und Östrogen aus Stuten-Urin haben das (Liebes-)Leben, die Selbstbestimmung der Frauen und die Familienplanung in großen Teilen der Welt für immer verändert.

## **Superfood für deutsche Felder**

Inzwischen wird der Anbau der Yams auch hierzulande untersucht. Neben Hirse, Maniok, Enset und Tef gehört sie zu den „Orphan Crops“, vielversprechenden Nutzpflanzen, die auf dem Weltmarkt und in der Wissenschaft noch eine eher untergeordnete Rolle spielen. Ein Forschungsprojekt an der Universität Münster unter Leitung von Dr. Janina Epping befasst sich nun damit, Grundlagen für die züchterische Bearbeitung und irgendwann vielleicht einen Anbau der Chinesischen Yams zu schaffen. Diese Spezies gedeiht auch in gemäßigten Klimazonen wie Zentraleuropa und könnte unser Lebensmittelspektrum um eine interessante Kultur erweitern. Sind doch sowohl die unterirdischen Knollen als auch die in den Blattachseln sitzenden kleinen Luftknollen (Bulbillen) reich an Stärke und Mineralien und beinhalten gesundheitsfördernde Substanzen, die zur Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck sowie zur Regulation des Cholesterinspiegels eingesetzt werden könnten. Beste Voraussetzungen also für ein regional produziertes „Functional Food“.

Größtes Hindernis für einen Anbau der Chinesischen Yams ist bisher, dass ihre langen und dünnen Knollen bis 1,5 Meter tief in die Erde wachsen und nur von Hand geerntet werden können. Die Beteiligten in besagtem Forschungsprojekt namens MARVEL haben also zunächst das Genom der Pflanze sequenziert und wollen nun mittels Marker-gestützter Züchtung Arten entwickeln, die für einen kommerziell attraktiven Anbau hierzulande geeignet sind. Gleichzeitig entstanden bereits Kontakte ins wichtigste Anbauland Nigeria, wo man helfen will, die dortigen Sorten resistenter gegen Schädlinge oder Krankheitserreger zu machen.

Quelle: [pflanzenforschung.de](https://wwv.pflanzenforschung.de/pflanzenwissen/themenspecials/worldchanger?xmc=nl) / [Uni Münster](https://www.uni-muenster.de/Biologie.IBBP/agepping/forschung/index.html)

## Weitere Beiträge

[ ![Yamswurzel: Die Kartoffel Westafrikas](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-02/iStock-497867826.jpg.webp?h=140710cd&itok=BYIa3HLd)

17.02.2022

Yamswurzel: Die Kartoffel Westafrikas

In Europa ist sie fast unbekannt, in Westafrika ist sie hingegen ein Grundnahrungsmittel. Die stärkereiche Yamswurzel ähnelt geschmacklich und optisch der Süßkartoffel. Zubereiten und verwenden lässt sie sich fast wie die hier heimische Kartoffel.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/yamswurzel-die-kartoffel-westafrikas)

](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/yamswurzel-die-kartoffel-westafrikas)

[ ![Tef, Cassava, Okra: Nutzpflanzen der Zukunft?](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2023-02/manioc-g4a75cca87_1920.jpg.webp?h=2f83cd36&itok=BctZ0dou)

18.02.2023

Tef, Cassava, Okra: Nutzpflanzen der Zukunft?

Viele Nutzpflanzen, die im globalen Süden von regionaler Bedeutung sind, wurden bisher auf dem Weltmarkt und von der Wissenschaft wenig beachtet. Das könnte sich ändern.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/tef-cassava-okra-nutzpflanzen-der-zukunft)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/tef-cassava-okra-nutzpflanzen-der-zukunft)

[ ![Taro: eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2023-02/Knolle%20Varintorn%20Kantawong%20Pixabay.jpg.webp?h=e5aec6c8&itok=t_lePx7k)

15.02.2023

Taro: eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit

Neben Maniok, Yams und Batate zählt Taro zu den wichtigen tropischen Knollenfrüchten. Ihr hoher Stärkeanteil macht sie zu einem Grundnahrungsmittel in asiatischen und afrikanischen Ländern. Vor dem Verzehr muss aber das schädliche Calciumoxalat aus den Knollen raus, das sie vor Fraßfeinden schützt.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/taro-eine-der-aeltesten-nutzpflanzen-der-menschheit)

](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/taro-eine-der-aeltesten-nutzpflanzen-der-menschheit)

[ ![Maniok: Grundnahrungsmittel für 1 Milliarde Menschen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/maniok_1192292165l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=eyApZlMs)

19.03.2020

Maniok: Grundnahrungsmittel für 1 Milliarde Menschen

Er ist die „Kartoffel der Tropen“, aber hierzulande fast unbekannt. Der Maniok zählt zu den zehn wichtigsten Kulturpflanzen weltweit und besticht durch seine vielseitige Verwendung. Doch es ist noch Luft nach oben: Züchter arbeiten an seinen kleinen Schönheitsfehlern.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/maniok-grundnahrungsmittel-fuer-1-milliarde-menschen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/maniok-grundnahrungsmittel-fuer-1-milliarde-menschen)

[ ![Mehr Vitamin B6 von transgenen Maniok-Pflanzen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/maniok_cassava_104883686l-fotolia.jpg.webp?h=ccfd966b&itok=3hZ12lof)

29.04.2016

Mehr Vitamin B6 von transgenen Maniok-Pflanzen

In Weltregionen, in denen eine unzureichende und einseitige Ernährung Alltag ist, herrscht oft Vitaminmangel. So auch in vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Ein internationales Forscher-Team konnte nun den Vitamin B6-Gehalt von Maniok (auch Cassava genannt) erhöhen. Die beiden dafür verantwortlichen DNA-Abschnitte stammen aus der Modellpflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand). Die gentechnisch veränderten Maniokpflanzen wären ein Lösungsansatz, um Vitamindefizite infolge der Mangelernährung großer Bevölkerungsschichten in Afrika auszugleichen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/mehr-vitamin-b6-von-transgenen-maniok-pflanzen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/mehr-vitamin-b6-von-transgenen-maniok-pflanzen)

[ ![Yacon – Superknolle aus Südamerika](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/yacon-wurzel_1135081509l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=ipUnqFNW)

31.03.2021

Yacon – Superknolle aus Südamerika

Die Yacon-Pflanze bildet essbare Wurzelknollen, die als Superfood ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten sind. Frisch zubereitet sind die Knollen noch selten in unseren Küchen zu finden. Als Süßungsmittel und ballaststoffreiche Nahrungszusätze erleben Pulver und Sirup seit einigen Jahren einen Hype bei Gesundheitsbewussten.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/yacon-superknolle-aus-suedamerika)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/yacon-superknolle-aus-suedamerika)

[ ![Die Süßkartoffel: Wunderwaffe gegen den Hunger](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/h_00029053.jpg.webp?h=0706c8fe&itok=4xk9cXiJ)

16.02.2016

Die Süßkartoffel: Wunderwaffe gegen den Hunger

Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas), auch bekannt unter den Namen Batate, Weiße Kartoffel oder Knollenwinde, ist für viele Menschen ein Hauptnahrungsmittel. Da sie aber am besten in tropischen oder zumindest klimatisch sehr gemäßigten Regionen heranwächst, hörte man in unseren Breitengraden lange nichts von diesem gesunden Gemüse. Das hat sich inzwischen geändert – kaum ein Feinschmecker-Restaurant, das die nahrhafte Knolle heute nicht auf der Speisekarte hat. Ob es sich dabei nur um einen Trend handelt oder ob die Süßkartoffel langfristig bei uns Fuß fassen wird, bleibt abzuwarten.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/die-suesskartoffel-wunderwaffe-gegen-den-hunger)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/die-suesskartoffel-wunderwaffe-gegen-den-hunger)

[ ![Topinambur: gesund, schön und vielseitig](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/bluete_foto_h.d.volz_pixelio.de_.jpg.webp?h=741f314c&itok=4FpqYKrg)

12.12.2013

Topinambur: gesund, schön und vielseitig

Der bis zu fünf Meter hohe Spross mit seinen leuchtend gelben Blüten erinnert an Sonnenblumen, die Knollen eher an Kartoffeln. Topinambur zählt zu den exotischen Kulturen in deutschen Gärten. Hat die Pflanze einmal Fuß gefasst, wuchert sie wie Unkraut. Der hohe Inulingehalt macht die Knollen für Diabetiker und Abnehmwillige interessant.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/topinambur-gesund-schoen-und-vielseitig)

](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/topinambur-gesund-schoen-und-vielseitig)
