# Serie: Pflanzen, die die Welt veränderten

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-3
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2024-09-12T20:58:47+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:38:53+00:00
- Published: true
- Topics: Gesundheit / Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Pflanzenschutz
- Teaser text: Papaver somniferum – klingt harmlos. Sieht noch harmloser aus: Mit solch zarten und zerbrechlich wirkenden Blütenblättern kann man kaum unschuldiger in die Welt gucken. Aber dieser Eindruck täuscht.

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Wunderschön, aber kreuzgefährlich. Die Drogen aus dieser harmlos aussehenden Blume haben wahrlich die Welt verändert. Marc Pascual/Pixabay

12.09.2024

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Wunderschön, aber kreuzgefährlich. Die Drogen aus dieser harmlos aussehenden Blume haben wahrlich die Welt verändert. Marc Pascual/Pixabay

12.09.2024

# Serie: Pflanzen, die die Welt veränderten

## Teil 6: Mohn - und der schmale Grat zwischen Schaden und Nutzen

*Papaver somniferum* – klingt harmlos. Sieht noch harmloser aus: Mit solch zarten und zerbrechlich wirkenden Blütenblättern kann man kaum unschuldiger in die Welt gucken. Aber dieser Eindruck täuscht. Lesen Sie hier Teil 6 unserer Serie (siehe [Teil 1](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/neue-serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten), [Teil 2](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten), [Teil 3](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-0), [Teil 4](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-1), [Teil 5](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/serie-pflanzen-die-die-welt-veraenderten-2)).

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[ ![Das "Große Buch der Heilpflanzen" aus dem Artia-Verlag bezeichnet den Schlafmohn als bedeutende Öl-, Nahrungs- und Heilpflanze.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2024-09/20240813_143524.jpg.webp?h=5d4b6c65&itok=0FUOxiOP "Das "Große Buch der Heilpflanzen" aus dem Artia-Verlag bezeichnet den Schlafmohn als bedeutende Öl-, Nahrungs- und Heilpflanze.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2024-09/20240813_143524.jpg)© Catrin Hahn

Das "Große Buch der Heilpflanzen" aus dem Artia-Verlag bezeichnet den Schlafmohn als bedeutende Öl-, Nahrungs- und Heilpflanze.

*Papaver somniferum* – der Schlafmohn – hat es faustdick hinter den Ohren. Komplett giftig bis auf die reifen Samen, hat die Pflanze Kriege auf dem Gewissen, unendliches Leid verursacht, aber auch Leid gelindert. Kriege deswegen, weil China und England Mitte des 19. Jahrhunderts zwei bewaffnete Konflikte austrugen. Anlass war, dass China das von den Briten massenhaft ins Land getragene Opium beschlagnahmte, um seine Bevölkerung vor der verheerenden, die Wirtschaft beeinträchtigenden Opium-Epidemie zu schützen. Das fanden die Briten nicht gut und griffen zu den Waffen. Leid natürlich hauptsächlich wegen des aus ihr gewonnenen Opiums und dessen Folgeprodukts Heroin. Und Leid gelindert hat die Pflanze eigentlich aus denselben Gründen. Und außerdem schmeckt sie noch gut. Aber der Reihe nach.

## **Gut gegen Schmerzen, Husten und Durchfall**

Botanisch ist Mohn zunächst erst einmal eine einjährige, krautige Pflanze mit Pfahlwurzel und großen roten bis weißen Blüten. Sie enthält Milchgefäße mit weißem Saft, auch Latex genannt Als Fruchtstand bildet sie die Mohnkapsel. Jahrhundertelang schon ist ihre Bedeutung als Öl-, Nahrungs- und Heilpflanze bekannt. Die ganze Pflanze außer den reifen Samen enthält Alkaloide - allein das Opium, das ist der durch Anritzen gewonnene getrocknete Milchsaft unreifer Samenkapseln, enthält 25 davon.

Von der Pharma-Industrie wird das Opium, weiterhin sowohl die unreifen als auch die reifen, ausgeschüttelten Samenkapseln zu Medikamenten verarbeitet. Wichtigstes Alkaloid ist das Morphin, eines der stärksten existierenden Schmerzmittel, das bis zu 20 Prozent des Opiums ausmachen kann. Weiterhin das Codein, das gut gegen Husten ist, oder auch Papaverin gegen Krämpfe oder Durchfall.

## **Licht und viel Schatten**

Mindestens genauso bekannt wie seine schmerzlindernde Wirkung ist die zerstörerische Kraft des Morphins, die chronische Vergiftungen, körperlichen Verfall bis den Tod hervorrufen kann. Als Ausgangsstoff für Diacetylmorphin, Heroin, beruht dessen besonders berauschender Effekt darauf, dass die Opiumalkaloide alle Rezeptoren gleichzeitig aktiviert, die Schmerz und Stress dämpfen. Schon im Orient wurde es dafür lyrisch besungen: „Opium heilt alles außer sich selbst“, eine Substanz, die „Gedanken und Erinnerungen die Giftzähne ausbricht“. Die Wirkung auf Konsumenten sei stark heroisierend, daher auch der Name. Die gleichzeitig erhöhte Dopamin-Ausschüttung, vor allem im Belohnungszentrum des Körpers, sorgt für den starken Sucht-Effekt.

Dabei sind die Varianten, wie man sich diesen Rausch verschaffen kann, ebenso vielfältig wie die Kulturen, die das Opium für sich entdeckt haben. Bereits die Ägypter kannten es, auch die Griechen – bei ihnen war die Mohnkapsel das Symbol für den Schlafgott [Hypnos](https://de.wikipedia.org/wiki/Hypnos) und [Morpheus](https://de.wikipedia.org/wiki/Morpheus), den Gott des Traums – und die Römer, wo die Pflanze zur Wohlstandsdroge avancierte. Im 7. Jahrhundert fand das Opium Verbreitung nach Indien und Persien, später nach China, wo Schlafmohn zunächst zu medizinischen Zwecken angebaut wurde und Opium später vor allem durch Rauchen konsumiert wurde. Dank der bereits erwähnten englischen Handelsaktivitäten wurde es dort Ende des 17. Jahrhunderts zur billigen Volksdroge. Von China aus erreichte die Opiumwelle schließlich Europa.

## **Lieber im Kuchen**

Die Verwendung von Schlafmohn als Nutzpflanze ist in Mitteleuropa seit etwa 5200 v. Chr. nachgewiesen, er gehört damit zu den ältesten Kulturpflanzen. Die reifen Samen können als Nahrungsmittel sowie zur Ölgewinnung verwendet werden. Der ölhaltige, angenehm und nussig duftende Samen veredelt Süßspeisen oder Gebäck. Jährlich werden in Deutschland rund 8000 Tonnen Mohnsaat verarbeitet, die hier überwiegend gehandelten blauen Sorten stammen meist aus der Türkei, aus Tschechien, Ungarn und Australien. Immer wieder flackern Diskussionen um die Unbedenklichkeit des Konsums auf: Zwar ist der Morphingehalt meist sehr gering und gesundheitlich unbedenklich, er unterliegt jedoch Schwankungen. Neue Erntemethoden, bei denen die Kapsel gequetscht wird, werden verdächtigt, die Samen mit alkaloidhaltigen Kapselbruchstücken und Milchsaft zu kontaminieren. Deswegen hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor etwa 20 Jahren einen Grenzwert festgelegt.

Weniger Bedenken hatten bis ins 19. Jahrhundert dagegen Eltern, die ihren Kleinkindern zur Beruhigung mit Alkohol oder Mohnsaft getränkte Nuckeltücher oder Schnuller gaben. Wenn sie arbeiten mussten, bekamen die daheimbleibenden Kinder auch schon mal einen Mohn-Tee, damit sie keine Dummheiten machten.

Quelle: [pflanzenforschung.de](https://www.pflanzenforschung.de/de/blattgefluester/beitraege/schon-gewusst-1)

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18.01.2021

Der Schlafmohn ist "Giftpflanze des Jahres 2021"

Zum ersten Mal seit dem Jahr 2004 wurde eine Nahrungspflanze bei der Wahl des Botanischen Sondergartens Wandsbek zur „Giftpflanze des Jahres“ gekürt: Von 1074 gültigen Stimmen fielen 375 (34,9 Prozent) auf den Schlafmohn. Die Besonderheit der Pflanze ist, dass sie sowohl zur Herstellung von Schmerz- und Rauschmitteln als auch für die Back-Industrie und als Ölfrucht eingesetzt wird. Dabei sind Anbau und Verwendung streng gesetzlich geregelt.

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20.06.2018

Lila Pracht in Nordhessen zur alljährlichen Mohnblüte

Schlafmohn gehört zu den ältesten Kulturpflanzen in Europa, schon 6000 v. Chr. wurde er in Südeuropa angebaut. Der Landwirt und Gastronom Björn Sippel baut in Germerode im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen 25 Hektar Mohn an. Jedes Jahr lockt die lila Blüte tausende Besucher auf seine Felder. Das IVA-Magazin hat nachgefragt, wie Landwirt Sippel zum Mohn gekommen ist, wie die Kultur im Ackerbau geführt wird und was touristisch und kulinarisch alles rund um den Mohn angeboten wird.

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13.07.2016

Ein Preisträger mit verschiedenen Namen: Goldmohn, Kalifornischer Mohn oder Schlafmützchen

Zum Einschlafen war die Wahl zur Giftpflanze 2016 keinesfalls. Auch wenn sich das hübsche Schlafmützchen (Eschscholzia californica) 32 Prozent der Wählerstimmen und damit eindeutig den ersten Platz holte. Insgesamt beteiligten sich 1926 Personen an der Abstimmung des Botanischen Sondergartens Wandsbek. In Gärten, auf Balkonen oder in Wohnungen vieler Menschen wachsen Pflanzen mit giftigen Wirkungen. Diese Gefahr ist den Pflanzenbesitzern oft gar nicht bewusst, daher möchte der Sondergarten mit seiner Aktion auf giftige Zierpflanzen aufmerksam machen.

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