# Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalent

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- Created: 2016-11-08T08:23:03+00:00
- Updated: 2026-01-27T20:07:07+00:00
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- Topics: Lebensmittel / Ernährung
- Teaser text: Der kräftige, aromatische Geschmack ist typisch für Backerzeugnisse aus Roggenmehl. Roggen- und Mischbrote erweitern die Auswahl in Bäckereien enorm. Die überwiegende Menge des hierzulande angebauten Roggens geht allerdings ins Tierfutter sowie in die Bioethanol- und Biogaserzeugung. Das bis zu zwei Meter hohe Getreide ist hart im Nehmen – kalte Winter, trockene Sommer und sandige Böden können ihm nichts anhaben. Auf Braunrost reagiert es aber empfindlich.

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© agrar-press Roggen wird in Deutschland bevorzugt auf sandigen Böden angebaut, weil er dort mit seinem verzweigten Wurzelnetz anderen Getreidearten überlegen ist.

10.11.2016

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© agrar-press

Roggen wird in Deutschland bevorzugt auf sandigen Böden angebaut, weil er dort mit seinem verzweigten Wurzelnetz anderen Getreidearten überlegen ist.

10.11.2016

# Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalent

## Ertragssicherste Fruchtart auf schwachen Böden

Der kräftige, aromatische Geschmack ist typisch für Backerzeugnisse aus Roggenmehl. Roggen- und Mischbrote erweitern die Auswahl in Bäckereien enorm. Die überwiegende Menge des hierzulande angebauten Roggens geht allerdings ins Tierfutter sowie in die Bioethanol- und Biogaserzeugung. Das bis zu 2 Meter hohe Getreide ist hart im Nehmen – kalte Winter, trockene Sommer und sandige Böden können ihm nichts anhaben. Auf Braunrost reagiert es aber empfindlich.

[ ![Roggen wird in Deutschland bevorzugt auf sandigen Böden angebaut, weil er dort mit seinem verzweigten Wurzelnetz anderen Getreidearten überlegen ist.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/roggen00008124_agrar-press.jpg.webp?h=47ecb0fb&itok=96bAzeh7 "Roggen wird in Deutschland bevorzugt auf sandigen Böden angebaut, weil er dort mit seinem verzweigten Wurzelnetz anderen Getreidearten überlegen ist.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/roggen00008124_agrar-press.jpg)© agrar-press

Roggen wird in Deutschland bevorzugt auf sandigen Böden angebaut, weil er dort mit seinem verzweigten Wurzelnetz anderen Getreidearten überlegen ist.

[ ![Roggenmischbrote enthalten mindestens 50, Roggenbrote mindestens 90 Prozent Roggen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/brot_foto_wiedenau.jpg.webp?h=02739821&itok=kHq305yN "Roggenmischbrote enthalten mindestens 50, Roggenbrote mindestens 90 Prozent Roggen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/brot_foto_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Roggenmischbrote enthalten mindestens 50, Roggenbrote mindestens 90 Prozent Roggen.

[ ![Braunrost ist eine weitverbreitete Pilzkrankheit im Roggenanbau.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/braunrost_foto_wiedenau.jpg.webp?h=fdb27056&itok=_i_Bg08w "Braunrost ist eine weitverbreitete Pilzkrankheit im Roggenanbau.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/braunrost_foto_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Braunrost ist eine weitverbreitete Pilzkrankheit im Roggenanbau.

[ ![Hier wird der auf dem Feld angewelkte Grünroggen abgefahren, um dann an der Biogasanlage in Silagemieten gelagert zu werden.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gruenroggen00007717_agrar-press.jpg.webp?h=7685ba0d&itok=p3BKaSf7 "Hier wird der auf dem Feld angewelkte Grünroggen abgefahren, um dann an der Biogasanlage in Silagemieten gelagert zu werden.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gruenroggen00007717_agrar-press.jpg)© agrar-press

Hier wird der auf dem Feld angewelkte Grünroggen abgefahren, um dann an der Biogasanlage in Silagemieten gelagert zu werden.

[ ![Der Kraftstoff Super 10 enthält 10 Prozent Bioethanol, der unter anderem aus Roggen oder Zuckerrüben hergestellt wird.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/zapfsaeule_foto_bdbe.jpg.webp?h=f3359061&itok=EKqWZ3P1 "Der Kraftstoff Super 10 enthält 10 Prozent Bioethanol, der unter anderem aus Roggen oder Zuckerrüben hergestellt wird.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/zapfsaeule_foto_bdbe.jpg)© Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e. V. (BDBe)

Der Kraftstoff Super 10 enthält 10 Prozent Bioethanol, der unter anderem aus Roggen oder Zuckerrüben hergestellt wird.

## Wissenswertes

Roggen bringen wir automatisch mit Brot in Verbindung. Dabei ist das Backen nicht so einfach wie mit Weizen, unserem mit Abstand wichtigsten Backgetreide. Ohne Zusatz von Sauerteig fällt Teig aus Roggenmehl zusammen. Die Milchsäurebakterien und Hefepilze im Sauerteig fördern die Bildung einer gelockerten Backware mit elastischer Krume, aromatischem Duft und Geschmack sowie längerer Frische.

In Deutschland stieg Roggen im 12. und 13. Jahrhundert zum Hauptbrotgetreide auf. In der Dreifelderwirtschaft war er ein Fruchtfolgeglied neben Gerste oder Weizen und Brache. Bis zum Zweiten Weltkrieg übertraf seine Anbaufläche noch die des Weizens. Mittlerweile bauen Deutschlands Landwirte aber sechsmal so viel Weizen wie Roggen an. Im Mittel der letzten Jahre schwankten die Erntemengen zwischen 3 und 4 Millionen Tonnen. Davon werden nur rund 0,75 Millionen Tonnen zu Mehl vermahlen. Etwa die Hälfte der Ernte geht hingegen ins Tierfutter, die übrige Menge überwiegend in die Bioethanol-Produktion. In den Raffinerien werden den Treibstoff-Sorten „Super“ 5 Prozent und „Super E10-Benzin“ 10 Prozent beigemischt. Außerdem dient ein kleiner Anteil der Roggenernte der Branntweinherstellung (Wodka, Korn, Rye-Whisky) und als Kaffeeersatz.

Durch den Biogasboom in Deutschland ist Roggen wieder häufiger auf den Feldern zu sehen. Sogenannter Grünroggen ergänzt in vielen Biogasanlagen die gängigen Substrate wie Mais, Schweinegülle oder Rindergülle. Die Landwirte nutzen dafür die ganze Pflanze. Spezielle Sorten bilden große Blatt- und Halmmassen und sind deswegen durchaus lukrativ.

## Herkunft und Ansprüche

Die Heimat des Roggens *(Secale cereale)* befindet sich wahrscheinlich am Schwarzen Meer. Seit 4000 v. Chr. wird er systematisch angebaut. Ab 500 n. Chr. fand er nach Mitteleuropa. Heute ist er in Deutschland vor allem in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zu finden. In diesen Bundesländern gibt es viele sandige Böden mit schlechter Wasserversorgung. Hier kann der Roggen seine Stärke ausspielen: Dank seines tiefenreichenden und verzweigten Wurzelnetzes bringt Roggen selbst in trockenen Jahren im Vergleich zu anderen Kulturen sichere Erträge. Er verträgt Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius und ist damit das frosthärteste Getreide.

## Anbau

Roggen ist überwiegend als Wintergetreide im Anbau. Im Herbst ausgesät, benötigt er den Kältereiz im Winter, um im Frühjahr schossen und Ähren mit Körnern bilden zu können. Typisch für Roggen ist der hohe Anteil von Hybridsorten. Die Züchterfirmen kreuzen zu diesem Zweck ganz gezielt Inzuchtlinien miteinander. Die daraus hervorgehenden Pflanzen sind leistungs- und widerstandsfähiger als ihre Eltern. Der Effekt hält aber nur eine Generation an.

## Pflanzenschutz und Düngung

Im Vergleich zu anderen Wintergetreidearten hat Roggen eine geringere Anfälligkeit gegenüber Ährenfusariosen und Blattkrankheiten. Eine Ausnahme sind Rostkrankheiten, die immer sehr genau beobachtet und bei Bedarf bekämpft werden müssen. Mutterkorn kommt heute nur noch selten vor. Die Anbauer verringern das Risiko, indem sie unempfindliche Sorten wählen, auf gleichmäßige Bestände achten und diese ausgewogen düngen. Roggen hat aufgrund des gut ausgebildeten Wurzelsystems das beste Nährstoffaneignungsvermögen aller Getreidearten. Trotzdem muss er gezielt nach Bedarf gedüngt werden, damit er sein Ertragspotenzial ausschöpfen kann.

## Ernte und Lagerung

Mähdrescher ernten die Roggenfelder im Juli und August. Ab einer Kornfeuchte von 14 Prozent ist das Getreide dauerhaft zu lagern. Falls es feuchter geerntet wird, muss es getrocknet werden. Grünroggen ernten Anbauer hingegen schon im Mai, wenn die Ähre sichtbar wird. Sie decken das Erntegut luftdicht ab. Die Milchsäuregärung konserviert die Pflanzenteile für den Einsatz in der Biogasanlage. Weil die Äcker schon sehr früh frei werden, können Landwirte danach noch eine zweite Kultur, wie zum Beispiel Mais, anbauen und im Herbst ernten.

## Zahlen

2016 wuchs auf rund 0,58 Millionen Hektar Roggen (Weizen: 3,22 Mio. Hektar). Die Durchschnittserträge lagen von 2014 bis 2016 bei 57,8 Dezitonnen pro Hektar (Weizen: 81,3 Dezitonnen; Quelle: Destatis). Aus einem Hektar Grünroggen (11,2 Tonnen Trockenmasse) werden ungefähr 2877 Kubikmeter Methan (Silomais: 17,8 Tonnen Trockenmasse, 5038 Kubikmeter; Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe). Etwa 3,4 Prozent der deutschen Getreideernte wurde 2015 zu Bioethanol verarbeitet (Quelle: Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft).

## Weitere Beiträge

[ ![Roggenbrot im Rampenlicht](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-01/iStock-1066110660.jpg.webp?h=168f552d&itok=w_EnyUr7)

27.01.2026

Roggenbrot im Rampenlicht

Seit vielen Jahren bestimmt das Deutsche Brotinstitut ein Brot des Jahres. Damit soll die einzigartige Brot-Tradition Deutschlands gefeiert, aber auch daran erinnert werden, dass die Zahl der Handwerksbäcker stetig abnimmt. Brot des Jahres 2026 ist: das Roggenbrot.

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16.07.2015

Dinkel für Seelen und Bier

Dinkelprodukte liegen voll im Trend. Immer mehr Verbraucher greifen zum bekömmlichen Getreide mit der besonderen Geschmacksnote. Die Folge: 2014 und 2015 ist es teilweise zu Engpässen in der Versorgung gekommen. Landwirte haben darauf reagiert und den Anbau deutlich ausgeweitet. Dinkel gilt als robust. Dennoch ermöglichen erst gezieltes Düngen und der Schutz vor Schaderregern hohe Erträge.

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[ ![Braugerste: Die Seele des Bieres](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/braugerste_foto_bayerischer_brauerbund.jpg.webp?h=99e0c21c&itok=DYQqjAgD)

14.03.2013

Braugerste: Die Seele des Bieres

Deutschland ist weltweit für sein gutes Bier bekannt. Rund 5 000 verschiedene Sorten werden hierzulande gebraut. Wichtigster Rohstoff dafür ist Braugerste. Die Bierbrauer stellen hohe Anforderungen an das Getreide. Hat es doch maßgeblichen Einfluss auf die Bierqualität.

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[ ![Mutterkorn: ein giftiger Getreidepilz – früher gefürchtet, heute unter Kontrolle](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/mutterkorn.jpg.webp?h=2a479378&itok=zAS2nTiN)

12.08.2010

Mutterkorn: ein giftiger Getreidepilz – früher gefürchtet, heute unter Kontrolle

Schon fünf bis zehn Gramm Mutterkorn sind tödlich. Im Mittelalter war das noch nicht bekannt. Menschen, die es ahnungslos mit Brot oder anderen Nahrungsmitteln aus Roggen verzehrt hatten, erlitten schwere Vergiftungen. Das so genannte Antoniusfeuer ließ viele qualvoll dahinsiechen. Immer wieder kam es zu Todesfällen. Dass Vergiftungen heute sehr selten sind, hat mehrere Gründe: Neue Roggensorten sind weniger anfällig für den Pilz, Siebe und Scanner sortieren die Körner sorgfältig aus.

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[ ![Gelbrost – Gefahr im Getreide](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/gelbrost_an_getreideblaettern_23792_bcs.jpeg.webp?h=65267471&itok=3RPaY9GP)

06.11.2014

Gelbrost – Gefahr im Getreide

2014 gab es eine regelrechte Gelbrost-Epidemie. Der Pilz Puccinia striiformis rief in ungewöhnlichem Umfang Gelbrost an Getreide hervor. Gelbrost gehört zu den wichtigsten Getreidekrankheiten, kommt weltweit an Weizen, Gerste, Roggen und Triticale, aber auch an vielen Wiesengräsern vor. In Deutschland befiel er 2014 vor allem Weizen- und Triticale-Bestände und verursachte erhebliche Schäden.

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