# Gitterroste nicht nur an Birnen

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/gitterroste-nicht-nur-birnen
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2018-08-03T12:38:43+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
- Published: true
- Topics: Haus & Garten
- Teaser text: Allgemein bekannt ist der Birnengitterrost, der sich im Laufe der Jahre zu einer gefährlichen Krankheit an Birnen im Haus- und Kleingarten entwickelt hat. Ähnliche Schadsymptome treten auch von Verwandten des Birnengitterrosts an Crataegus- und Sorbus-Arten auf. Sie sind zwar örtlich sehr auffällig, haben aber noch nicht das Schadausmaß des Birnengitterrosts erreicht.

## Content

© Klaus Margraf Starker Befall mit Birnengitterrost.

16.05.2019

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Haus &amp; Garten ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten) Gitterroste Nicht Nur An Birnen

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_3_starker_befall_mit_birnengitterrost.jpg.webp?h=4c5c077f&itok=kDdmGmAR)

© Klaus Margraf

Starker Befall mit Birnengitterrost.

16.05.2019

# Gitterroste nicht nur an Birnen

## Flecken und Auswüchse an Blättern

Allgemein bekannt ist der Birnengitterrost, der sich im Laufe der Jahre zu einer gefährlichen Krankheit an Birnen im Haus- und Kleingarten entwickelt hat. Ähnliche Schadsymptome treten auch von Verwandten des Birnengitterrosts an Crataegus- und Sorbus-Arten auf. Sie sind zwar örtlich sehr auffällig, haben aber noch nicht das Schadausmaß des Birnengitterrosts erreicht.

[ ![Starker Befall mit Birnengitterrost.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_3_starker_befall_mit_birnengitterrost.jpg.webp?h=4c5c077f&itok=yAay_-Zu "Starker Befall mit Birnengitterrost.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_3_starker_befall_mit_birnengitterrost.jpg)© Klaus Margraf

Starker Befall mit Birnengitterrost.

[ ![Frische Birnengitter- (Wacholder)rost-Sporenlager am Wacholderzweig.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_7_frische_birnengitter-_wacholderrost-sporenlager_am_wacholderzweig.jpg.webp?h=3fa9d8f0&itok=arbnSLhx "Frische Birnengitter- (Wacholder)rost-Sporenlager am Wacholderzweig.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_7_frische_birnengitter-_wacholderrost-sporenlager_am_wacholderzweig.jpg)© Klaus Margraf

Frische Birnengitter- (Wacholder)rost-Sporenlager am Wacholderzweig.

[ ![Pusteln des Weißdorngitterrosts.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_10_pusteln_des_weissdorngitterrostes.jpg.webp?h=4c5c077f&itok=QvkOnA8b "Pusteln des Weißdorngitterrosts.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_10_pusteln_des_weissdorngitterrostes.jpg)© Klaus Margraf

Pusteln des Weißdorngitterrosts.

[ ![Rostflecken auf einem Ebereschenblatt.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_12_rostflecken_auf_dem_ebereschenblatt.jpg.webp?h=22685bfe&itok=XR-lcxWE "Rostflecken auf einem Ebereschenblatt.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild_12_rostflecken_auf_dem_ebereschenblatt.jpg)© Klaus Margraf

Rostflecken auf einem Ebereschenblatt.

## Birnegitterrost - *Gymnosporangium sabinae*

Auf den jungen Birnenblättern erscheinen im Frühjahr zunächst nur sehr kleine, orangerote Flecke, die später zusammenfließen. Anfangs werden diese Symptome leicht übersehen. Aufmerksam wird man erst im Spätsommer oder Herbst auf die großen orangeroten Flecke am Birnenlaub. In diesen Flecken sind dunkle, klebrige Punkte zu finden. Das sind die Fruchtkörper des Pilzes, die für die weitere Vermehrung von Bedeutung sind. Der pilzliche Erreger des Birnengitterrosts wächst dann im Spätsommer auch zur Blattunterseite durch. Hier entstehen auffällige, körbchenförmige, gitterartige, 3 Millimeter aus dem Blattgewebe herausragende Sporenlager. Die dort gebildeten Sporen infizieren noch im Herbst verschiedene Wacholder-Arten. Dort überwintert der Pilz dann auch.

Von den Wacholder-Arten werden *Juniperus sabina*, *J. chinensis*, *J. oxycedrus*, *J. phoenicea* und *J. virginiana* befallen. Der Gemeine Wacholder *(Juniperus communis)* ist kein Wirt des Birnengitterrosts. Befallene Wacholderzweige schwellen an den Infektionsstellen oft keulenförmig an. Im Frühjahr treten aus diesen Zweigen besonders bei Regenperioden bräunliche oder hellorangefarbene, längliche, warzige, gelatineartige Zapfen, ebenfalls Fruchtkörper des Erregers, hervor. Hier werden die Wintersporen des Pilzes gebildet, die dann wieder zur Birne zurückkehren. Die Fruchtkörper schrumpfen bei trockenem Wetter ein und können über längere Zeit an den Zweigen erhalten bleiben. Der Erreger ist in der Lage, mehrere Jahre auf dem Wacholder zu überdauern.

Der Rostpilz führt zu sehr auffälligen Symptomen. Eine Schädigung der Birnen ist dann zu erwarten, wenn mehr als die Hälfte der Blattfläche betroffen ist und sich ein über mehrere Jahre andauernd starker Befall zeigt. Nicht nur die Kulturbirne, sondern auch Pyrus-Arten, die unter anderem als Ziergehölze verwendet werden, können von diesem Rost befallen werden. Nach Untersuchungen an der Humboldt-Universität zu Berlin, bei der 16 *Pyrus*-Wildarten beziehungsweise -Hybriden mehrere Jahre hinsichtlich ihrer Anfälligkeit gegenüber dem Birnengitterrost beobachtet wurden, hatte *Pyrus korzhinskyi* den geringsten Befall. *Pyrus betulifolia*, *P. cordata* und *P. salicifolia* var. ’Pendula‘ zeigten nur unwesentliche Schadsymptome.

Abhilfe: Um einen Wirtswechsel des pilzlichen Erregers vom Wacholder zur Birne zu erschweren, sollten in der Nähe von Birnen die betreffenden Wacholder-Arten möglichst nicht gepflanzt werden. Dabei sollte der Abstand mindestens 500 Meter betragen. Es wird aber auch von Infektionsmöglichkeiten aus einer Entfernung von 1 Kilometer berichtet. Befallenes Birnenlaub kann kompostiert werden, wenn es gleich mit Erde bedeckt wird. Die Sporen gehen hier mit der Verrottung zugrunde. Die Pflanzen können mit Pflanzenstärkungsmitteln vitalisiert werden. Direkte Behandlungen sind mit zugelassenen Präparaten möglich. Beim Wacholder empfiehlt es sich, keulig angeschwollene, langjährig befallene Zweige zu entfernen und zu vernichten.

**Weißdorngitterrost** - *Gymnosporangium clavariiforme*

Auf Weiß- und Rotdornblättern bilden sich zunächst ab Mitte Mai bis 5 Millimeter große, orangefarbene Flecken. Im weiteren Entwicklungsverlauf des pilzlichen Erregers entstehen an Trieben, Blattstielen, Blättern, Blüten-, Fruchtständen und Früchten bis zu 1 Zentimeter große verdickte, teils rötlich verfärbte Abschnitte mit warzenartigen Sporenlagern.

Dieser Rostpilz macht einen Wirtswechsel zu *Juniperus communis,* einer Wacholder-Art, die vom Birnengitterrost nicht befallen wird. Im Frühjahr treten aus den angeschwollenen Wacholder-Zweigen ab Mitte April anfangs braune, später gelblich-orange erscheinende, 1 bis 2 Zentimeter große, gallertartige Sporenlager hervor. Im Herbst infizieren die auf den Sommerwirten gebildeten Pilzsporen wieder den Wacholder. Während das Myzel des Erregers mehrere Jahre auf dem Wacholder überdauern kann, müssen die Sommerwirte jährlich neu infiziert werden. Zu den Sommerwirten zählen außer *Crataegus*- seltener auch *Amelanchier*-Arten.

Abhilfe: Wo möglich, sollte auf eine räumliche Trennung zwischen den Sommerwirten und dem Wacholder geachtet werden. Da die Sporen über große Entfernungen fliegen können, ist mit dieser Maßnahme kein absoluter Erfolg garantiert. Sie kann aber zu einer Minderung des Befallsdrucks beitragen. Dies ist insofern von Bedeutung, da in den letzten Jahren eine Befallszunahme zu beobachten war. Im Frühjahr sollte der Wacholder regelmäßig überwacht werden, um angeschwollene Zweige oder, bei erstem Hervorquellen der Fruchtkörper, die betroffenen Partien sofort herauszuschneiden und zu vernichten. Auch der Schnitt befallener Weißdorntriebe kann sinnvoll sein. Bei jahrelang wiederholtem starkem Befall an den Sommerwirten kann eine Behandlung mit zugelassenen Fungiziden erforderlich werden. Geringer Befall wird meist toleriert.

**Ebereschenrost** - *Gymnosporangium juniperinum f. sp. aucupariae (G. cornutum)*

Durch den Ebereschenrost werden auf den Blättern leuchtend orange bis gelbe Flecke gebildet. In diesem Bereich sind unterseits 3 bis 5 Millimeter lange, hornartige Fruchtkörper zu finden, die am Ende pinselartig zerschlitzt sind. Ein Befall ist auch an Früchten möglich. Der pilzliche Erreger infiziert vornehmlich *Sorbus aucuparia*, seltener *S. aria*. Er ist wirtswechselnd mit *Juniperus-*Arten und bildet dort auf angeschwollenen Ästen seine Wintersporenlager. Ähnliche Symptome werden von weiteren *Gymnosporangium*-Erregern hervorgerufen.

Abhilfe: Soweit es in Anpflanzungen möglich ist, sollte die Nähe von Wacholder-Arten und Ebereschen gemieden werden. Eine direkte Bekämpfung war bislang nicht erforderlich. Ansonsten können zugelassene Präparate angewendet werden.

## Weitere Beiträge

[ ![Flugziel Birnbaum ](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/birnengitterrost.jpg.webp?h=7dbe6bf1&itok=d3F2jdqW)

18.05.2010

Flugziel Birnbaum

Birnbäume aller Sorten sind zunehmend vom Birnengitterrost bedroht. Pomologen, die Fachleute der Obstbaumkunde, sind besorgt: Dieser Rostpilz kann das Aus für alle Birnbäume bedeuten. Besonders gravierend wäre das beispielsweise für eine Kulturlandschaft in der Altmark (Sachsen-Anhalt), deren Erscheinungsbild von schätzungsweise 100 000 Birnbäumen geprägt wird. Aber gerade auch Bäume in Hausgärten sind in Gefahr, weil nebenan, oft in Nachbars Garten, einer der vielen Zierwacholder wächst. Dieser ist anfällig für den Birnengitterrost, der auf dem Wacholder überwintert. Im April und Mai gibt der Fruchtkörper die weit fliegenden Pilzsporen frei.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/flugziel-birnbaum)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/flugziel-birnbaum)

[ ![Sporeninvasion vom Wacholder bei Birnbäumen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/bild_1_gallertartige_fruchtkoerper_des_wacholderrostes.jpg.webp?h=3fa9d8f0&itok=UBGT8LH8)

12.06.2012

Sporeninvasion vom Wacholder bei Birnbäumen

Schleimartige Gebilde auf den Wacholderzweigen waren in den letzten Jahren mancherorts regelmäßig zu beobachten. Es sind die Fruchtkörper verschiedener wirtswechselnder Rostpilzarten der Gattung Gymnosporangium.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/sporeninvasion-vom-wacholder-bei-birnbaeumen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/sporeninvasion-vom-wacholder-bei-birnbaeumen)

[ ![Unterschätzte Birnen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/birnen_foto_wiedenau.jpg.webp?h=accb55f9&itok=G2Inj8IP)

18.09.2017

Unterschätzte Birnen

Birnen können wirklich nicht mit Äpfeln verglichen werden. Ihre Erntemenge macht gerade mal gut 3 Prozent der Ernte des deutschen Lieblingsobstes aus. Das schmälert aber nicht ihre kulinarische Bedeutung. Als Birne Helene, als Williams Christ Obstbrand, als Beilage zu herzhaften Gerichten oder als Tafelobst haben sie ganz viele Freunde. Die Birne gilt als ein wenig mimosenhaft und vergleichsweise anspruchsvoll. Darauf muss der Anbauer Rücksicht nehmen, sonst sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/unterschaetzte-birnen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/unterschaetzte-birnen)

[ ![Gallen und Hexenbesen an Ziergehölzen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/zweiggallen_-_forsythie.jpg.webp?h=58a0e2d4&itok=YjANwTjJ)

07.04.2011

Gallen und Hexenbesen an Ziergehölzen

Eigenartige Auswüchse an Zweigen oder rundlich verdickte Knospen an Gehölzen verdienen Aufmerksamkeit. Mal ist die Wüchsigkeit beeinträchtigt, mal wachsen Zweige nur noch verkrümmt oder verkrüppelt weiter. Die Beschreibung einiger Erscheinungen, ihrer Ursachen und gärtnerischer Gegenmaßnahmen gibt Hilfe zur Selbsthilfe.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/gallen-und-hexenbesen-ziergehoelzen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/gallen-und-hexenbesen-ziergehoelzen)

[ ![Die Esche ist europaweit gefährdet](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/eschentriebsterben_org.jpg.webp?h=3dc11cbf&itok=aKEd2Kx0)

06.03.2012

Die Esche ist europaweit gefährdet

Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, hat es vielleicht schon entdeckt: Immer mehr Eschen in Wäldern, Parks und Gärten gehen ein. Der vielerorts sehr feuchte Sommer 2011 hat den Befall mit dem Pilz Falsches Weißes Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus) begünstigt, .

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/die-esche-ist-europaweit-gefaehrdet)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/die-esche-ist-europaweit-gefaehrdet)
