# Zikade überträgt Weizenverzwergungsvirus

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/zikade-uebertraegt-weizenverzwergungsvirus
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2022-07-07T09:09:48+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:31:26+00:00
- Published: true
- Topics: Pflanzenzüchtung, Forschung / Biotech, Landwirtschaft
- Teaser text: Die Wandersandzirpe ernährt sich vom Pflanzensaft der Weizenpflanzen. Das wäre erst mal noch kein großes Problem, wenn sie dabei nicht mit ihrem Speichel das Weizenverzwergungsvirus (Wheat Dwarf Virus, WDV) übertragen würde. Denn die Infektion mit diesem Virus kann den Ertrag um mehr als 30 Prozent bis zum Totalausfall sinken lassen. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) haben nun 500 Weizenvarianten, darunter Sorten, Genbank-Akzessionen und Wildarten, auf ihre Resistenz gegen das Virus untersucht.

## Content

© Anne-Kathrin Pfrieme/JKI Unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome des Weizenverzwergungsvirus bei infizierten Pflanzen. Der Weizen ganz rechts ist symptomfrei.

07.07.2022

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Forschung &amp; Technik ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik) Zikade Überträgt Weizenverzwergungsvirus

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-07/PI2022-5_Bild1_Bonitur_WDV-Symptome.jpg.webp?h=502e75fa&itok=V20pCgM7)

© Anne-Kathrin Pfrieme/JKI

Unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome des Weizenverzwergungsvirus bei infizierten Pflanzen. Der Weizen ganz rechts ist symptomfrei.

07.07.2022

# Zikade überträgt Weizenverzwergungsvirus

## Resistente Weizensorten können Abhilfe schaffen

Die Wandersandzirpe ernährt sich vom Pflanzensaft der Weizenpflanzen. Das wäre erst mal noch kein großes Problem, wenn sie dabei nicht mit ihrem Speichel das Weizenverzwergungsvirus (Wheat Dwarf Virus, WDV) übertragen würde. Denn die Infektion mit diesem Virus kann den Ertrag um mehr als 30 Prozent bis zum Totalausfall sinken lassen. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) haben nun 500 Weizenvarianten, darunter Sorten, Genbank-Akzessionen und Wildarten, auf ihre Resistenz gegen das Virus untersucht.

[ ![Unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome des Weizenverzwergungsvirus bei infizierten Pflanzen. Der Weizen ganz rechts ist symptomfrei.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2022-07/PI2022-5_Bild1_Bonitur_WDV-Symptome.jpg.webp?h=502e75fa&itok=fX9gqUfx "Unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome des Weizenverzwergungsvirus bei infizierten Pflanzen. Der Weizen ganz rechts ist symptomfrei.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2022-07/PI2022-5_Bild1_Bonitur_WDV-Symptome.jpg)© Anne-Kathrin Pfrieme/JKI

Unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome des Weizenverzwergungsvirus bei infizierten Pflanzen. Der Weizen ganz rechts ist symptomfrei.

[ ![Die Wandersandzirpe (Psammotettix alienus), eine Zwergzikade, die in Europa verbreitet ist, übertragt das Weizenverzwergungsvirus.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2022-07/PI2022-5_Bild2-Psammotettix_alienus.jpg.webp?h=aa81dfca&itok=k-v88Hj7 "Die Wandersandzirpe (Psammotettix alienus), eine Zwergzikade, die in Europa verbreitet ist, übertragt das Weizenverzwergungsvirus.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2022-07/PI2022-5_Bild2-Psammotettix_alienus.jpg)© Edgar Schliephake/JKI

Die Wandersandzirpe (Psammotettix alienus), eine Zwergzikade, die in Europa verbreitet ist, übertragt das Weizenverzwergungsvirus.

[ ![Blattsymptome von WDV an Weizen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2022-07/PI2022-5_Bild3_WDV-Blattsymptome_an_Weizen.jpg.webp?h=02ce9656&itok=cJqoFhkx "Blattsymptome von WDV an Weizen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2022-07/PI2022-5_Bild3_WDV-Blattsymptome_an_Weizen.jpg)© JKI

Blattsymptome von WDV an Weizen.

Moderne Sorten und Wildarten von Weizen sind gleichermaßen anfällig gegen das Weizenverzwergungsvirus, fand ein Forscherteam des JKI heraus. Das lässt darauf schließen, dass die Züchtung keinen Verlust von Resistenzgenen bewirkt hat. Mehr als die Hälfte der untersuchten Varianten gingen durch die Infektion ein, so das Ergebnis der Untersuchung. In einer weiteren Studie fanden die Forscher aber noch mehr heraus: „Wir haben erstmals QTL bestimmen können, die mit geringen Ertragsverlusten durch das Virus assoziiert waren“, erklärt Anne-Kathrin Pfrieme, die am JKI-Fachinstitut für Resistenzforschung und Stresstoleranz ihre Doktorarbeit zum Thema anfertigt.

QTL (engl. quantitative trait loci) sind Abschnitte im Genom, die mit quantitativen Merkmalen in Verbindung stehen – Eigenschaften wie Größe, Gewicht oder eben Krankheitsresistenz. Diese graduell messbaren Eigenschaften sind das Ergebnis des Zusammenspiels verschiedener Gene. Von den 35 zuerst identifizierten Gen-Orten blieben nach Tests 14 übrig, die sich konstant mit geringen Ertragsverlusten durch Infektionen mit dem Weizenverzwergungsvirus in Verbindung bringen ließen. „MitHilfe genetischer Marker könnten diese QTL künftig in Eliteweizenlinien eingekreuzt werden, um so resistente Sorten zu erzeugen“, beschreibt Pfrieme die Bedeutung ihrer Forschungsergebnisse für die Praxis. Das Interesse verschiedener Züchtungsunternehmen sei groß, zumal das Virus nicht bekämpft werden kann und gegen die Zikade, die es überträgt, innerhalb der EU kein Pflanzenschutzmittel zugelassen ist. Deswegen gewinnen resistente Weizensorten zunehmend an Bedeutung.

[Quelle: JKI](https://www.julius-kuehn.de/pressemitteilungen/pressemeldung/news/pi2022-5-erste-resistenzen-gegen-weizenverzwergungsvirus-entdeckt/)

## Weitere Beiträge

[ ![Selbstverteidigung für Pflanzen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizen_2563245_veer.jpg.webp?h=58d3a06f&itok=djoa-3lO)

10.03.2021

Selbstverteidigung für Pflanzen

Im Forschungsvorhaben PILTON arbeiten knapp 60 Züchtungsunternehmen daran, Weizen mit mehrfacher und dauerhafter Pilztoleranz zu entwickeln.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/selbstverteidigung-fuer-pflanzen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/selbstverteidigung-fuer-pflanzen)

[ ![Höhere Erträge und verbesserte Resistenzen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/pi2020-16_bild1_briwecs-winterweizen_gelbrost_oakley_vs_gordian_jki.jpg.webp?h=0d054e74&itok=teC__Pm5)

20.05.2021

Höhere Erträge und verbesserte Resistenzen

Moderne Weizensorten haben viele Vorteile. Ein Vergleich von 178 Weizensorten der vergangenen 50 Jahre am Julius Kühn-Institut (JKI) in Quedlinburg zeigte jüngst den Fortschritt in der Pflanzenzüchtung auch bei Stressbedingungen auf. So helfen etwa Pilzresistenzen neuerer Sorten, den Ertrag zu steigern.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/hoehere-ertraege-und-verbesserte-resistenzen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/hoehere-ertraege-und-verbesserte-resistenzen)

[ ![Roggen-Gene können Weizen bei Dürrestress helfen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizenfeld_23637154l_fotolia.jpg.webp?h=1c53af67&itok=phxU6vAJ)

13.10.2020

Roggen-Gene können Weizen bei Dürrestress helfen

Nachdem in einigen Regionen Deutschlands schon das dritte Jahr in Folge Trockenheit herrschte, wird es eng für viele landwirtschaftliche Kulturen. Wähhend Kartoffeln zumeist beregnet werden, leiden Weizen und Mais zunehmend unter der Dürre. Sorten zu züchten, die die Trockenheit besser ertragen, sind daher das Ziel vieler Pflanzenzüchtungsunternehmen. Das Forschungsprojekt „TERTIUS“ will das Wurzelsystem von Weizen mit Genen aus Roggen verbessern.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/roggen-gene-koennen-weizen-bei-duerrestress-helfen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/roggen-gene-koennen-weizen-bei-duerrestress-helfen)

[ ![Weizen: Nummer eins in Deutschland, weltweit Rang drei](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/weizen_foto_bcs.jpg.webp?h=a7e7c04b&itok=JnJdho3j)

15.08.2012

Weizen: Nummer eins in Deutschland, weltweit Rang drei

Wenn im Hochsommer die Mähdrescher über die Äcker rollen, ist der Weizen reif. Das vielseitige Getreide ist in Deutschland die flächenmäßig bedeutendste Kultur und eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Er wird als Winter- und als Sommerweizen angebaut.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/weizen-nummer-eins-deutschland-weltweit-rang-drei)

](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/weizen-nummer-eins-deutschland-weltweit-rang-drei)

[ ![Getreideschädling Weizengallmücke](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gatersleben_foto_bayercropscience_0.jpg.webp?h=5fa3854b&itok=TFKa0D_t)

01.10.2015

Getreideschädling Weizengallmücke

In einem „Weizengallmückenjahr“ verursachen die kleinen Mücken regional hohe Schäden im Getreide. Die Ertragsverluste können bis zu 40 Prozent betragen, und auch die Qualität des Mehls und die Backfähigkeiten verschlechtern sich. Dabei unterscheiden sich die Orangerote Weizengallmücke (Sitodiplosis mosellana) und die Gelbe Weizengallmücke (Contarinia tritici) in ihrer Schadwirkung etwas

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/getreideschaedling-weizengallmuecke)

](https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/getreideschaedling-weizengallmuecke)

[ ![Weizengenom jetzt vollständig entschlüsselt](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizen_108957454l_fotolia_0.jpg.webp?h=748057dc&itok=9h_1RYfF)

19.09.2018

Weizengenom jetzt vollständig entschlüsselt

Als einen internationalen Kraftakt bezeichnen es die beteiligten Wissenschaftler: Die vollständige Sequenzierung des Weizengenoms ist nun einem Team von Wissenschaftlern vieler Länder gemeinsam gelungen. Daran haben sie 13 Jahre gearbeitet, und es gab zwischendurch Stimmen, dass die Aufgabe gar nicht zu lösen sei, weil das Weizengenom so riesig ist.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/weizengenom-jetzt-vollstaendig-entschluesselt)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/weizengenom-jetzt-vollstaendig-entschluesselt)

[ ![Mehr Protein in modernen Sorten durch Wildweizen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizen_nadja_sonntag.jpg.webp?h=790be497&itok=oRII9yBj)

08.02.2018

Mehr Protein in modernen Sorten durch Wildweizen

In alten Sorten oder Wildformen schlummern Eigenschaften, mit denen moderne Sorten verbessert werden können. So kann etwa Wildweizen den heutigen Sommerweizen in einigen gewünschten Merkmalen ergänzen. Die neue Linie steht Züchtern nun zur Verfügung.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/mehr-protein-modernen-sorten-durch-wildweizen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/mehr-protein-modernen-sorten-durch-wildweizen)

[ ![Hybridweizen im Kommen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizen_von_oben_93675005l_istock.jpg.webp?h=17850c86&itok=XIAwZTBT)

08.12.2016

Hybridweizen im Kommen

Mais ist ein Fremdbefruchter, Weizen ein Selbstbefruchter. Was heißt das für die Züchtung? Fremdbefruchten macht die Hybridzüchtung einfach, es lassen sich in kurzer Zeit enorme Zuchtfortschritte erreichen. Bei Selbstbefruchtern gibt es dagegen einige Hürden zu überwinden. Forschungsprojekte wie „HYWHEAT“ helfen dabei.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/hybridweizen-im-kommen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/hybridweizen-im-kommen)
