# Wildapfel-Gene gegen Apfelschorf und Feuerbrand

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/wildapfel-gene-gegen-apfelschorf-und-feuerbrand
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- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2016-07-15T12:42:00+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:24:47+00:00
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- Topics: Pflanzenzüchtung, Forschung / Biotech, Landwirtschaft
- Teaser text: Beliebte Apfelsorten wie Gala oder Jonagold sind äußerst anfällig für Apfelschorf und Feuerbrand. Ein Hauptziel der Apfelzüchtung ist, widerstandsfähige Sorten gegen diese weit verbreiteten Apfelkrankheiten zu züchten. Die Züchtungstechnologie „Cis-Gentechnik“ beschreitet dabei einen neuen Weg: Wissenschaftler übertragen Resistenzgene aus Wildäpfeln per Gentechnik in gängige Kulturäpfel. Das Besondere daran ist, dass die neu gezüchteten Bäume so nur apfeleigene Gene enthalten. Seit 2011 testet das Team der Universität Wageningen cisgene Apfelbäume mit Schorfresistenz im Freiland. Die Schweizer Forschungseinrichtung Agroscope startet 2016 Freilandversuche mit feuerbrandresistenten cisgenen Apfelbäumen.

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© Giovanni Broggini, Agroscope Herkömmliche Gala-Apfelbäume (links) und cisgene Gala-Apfelbäume (rechts) im Feuerbrand-Test: Die cisgenen Pflanzen besitzen eine höhere Feuerbrandresistenz.

30.08.2016

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© Giovanni Broggini, Agroscope

Herkömmliche Gala-Apfelbäume (links) und cisgene Gala-Apfelbäume (rechts) im Feuerbrand-Test: Die cisgenen Pflanzen besitzen eine höhere Feuerbrandresistenz.

30.08.2016

# Wildapfel-Gene gegen Apfelschorf und Feuerbrand

## Cis-Gentechnik: Erste Feldversuche mit cisgenen Apfelbäumen in den Niederlanden und der Schweiz

Beliebte Apfelsorten wie Gala oder Jonagold sind äußerst anfällig für Apfelschorf und Feuerbrand. Ein Hauptziel der Apfelzüchtung ist, widerstandsfähige Sorten gegen diese weit verbreiteten Apfelkrankheiten zu züchten. Die Züchtungstechnologie „Cis-Gentechnik“ beschreitet dabei einen neuen Weg: Wissenschaftler übertragen Resistenzgene aus Wildäpfeln per Gentechnik in gängige Kulturäpfel. Das Besondere daran ist, dass die neu gezüchteten Bäume so nur apfeleigene Gene enthalten. Seit 2011 testet das Team der Universität Wageningen cisgene Apfelbäume mit Schorfresistenz im Freiland. Die Schweizer Forschungseinrichtung Agroscope startet 2016 Freilandversuche mit feuerbrandresistenten cisgenen Apfelbäumen.

[ ![Herkömmliche Gala-Apfelbäume (links) und cisgene Gala-Apfelbäume (rechts) im Feuerbrand-Test: Die cisgenen Pflanzen besitzen eine höhere Feuerbrandresistenz.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/41420_agroscope.jpg.webp?h=e3014c05&itok=kl4BvLBN "Herkömmliche Gala-Apfelbäume (links) und cisgene Gala-Apfelbäume (rechts) im Feuerbrand-Test: Die cisgenen Pflanzen besitzen eine höhere Feuerbrandresistenz.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/41420_agroscope.jpg)© Giovanni Broggini, Agroscope

Herkömmliche Gala-Apfelbäume (links) und cisgene Gala-Apfelbäume (rechts) im Feuerbrand-Test: Die cisgenen Pflanzen besitzen eine höhere Feuerbrandresistenz.

[ ![Um Resistenzgene vom Wildapfel (rechts) in einen Kulturapfel (links) hineinzubekommen, sind jahrzehntelange Kreuzungsprogramme notwendig.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/wildapfel_transgen.jpg.webp?h=10d202d3&itok=st_TrG5S "Um Resistenzgene vom Wildapfel (rechts) in einen Kulturapfel (links) hineinzubekommen, sind jahrzehntelange Kreuzungsprogramme notwendig.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/wildapfel_transgen.jpg)© transgen.de

Um Resistenzgene vom Wildapfel (rechts) in einen Kulturapfel (links) hineinzubekommen, sind jahrzehntelange Kreuzungsprogramme notwendig.

## Cis-Gentechnik kurz erklärt: Forscher übertragen nur arteigene Gene

Cisgene Pflanzen sind zwar gentechnisch verändert (gv), aber sie enthalten kein artfremdes Genmaterial wie transgene Pflanzen. Das heißt, die Gene könnten ebenso mit konventioneller Züchtung eingekreuzt werden, allerdings würde das Jahrzehnte dauern. Die Kreuzung der Apfelsorte Morgenduft mit einem Wildapfel dauerte beispielsweise sechzig Jahre, und der gezüchtete Apfel war eine neue Sorte. Außerdem werden auf dem konventionellen Weg auch unerwünschte Geninformationen übertragen, die beispielsweise den Geschmack und die Anbaueigenschaften einer Sorte verändern können und durch aufwändige Rückkreuzungsschritte wieder entfernt werden müssen. Die Cis-Gentechnik verkürzt die Züchtungszeit deutlich, das gewünschte Gen wird alleine übertragen und alle anderen charakteristischen Eigenschaften bleiben erhalten. Kommerziell erhältlich sind cisgene Pflanzen noch nicht. Momentan werden sie wie transgene Pflanzen eingeordnet. Da aber bei cisgenen Pflanzen die Artgrenze eingehalten wird, sind einige Wissenschaftler der Meinung, dass sie wie konventionell gezüchtete Pflanzen reguliert werden sollten.

## Feldversuch in den Niederlanden: Schorfresistente Gala

Apfelschorf ist weltweit eine der bedeutendsten Pilzerkrankungen im Obstbau. Äpfel mit Schorf zu verzehren ist zwar nicht gesundheitsschädlich, aber die Konsumenten möchten die Früchte nicht kaufen. Bereits vor einigen Jahren konnten Wissenschaftler das Gen für Schorfresistenz aus dem Wildapfel *Malus floribunda 821* isolieren. Mit diesem Gen erzeugten sie mehrere cisgene Apfellinien der Sorte Gala. Seit Herbst 2011 werden die cisgenen Apfelbäume an der Universität Wageningen im Freilandversuch angebaut. 2014 konnten die ersten Früchte geerntet werden. Das erfreuliche Ergebnis: Die Äpfel zeigten keine Anzeichen von Apfelschorf, während die Früchte der konventionellen Bäume befallen waren. Der Freisetzungsversuch läuft noch bis 2021.

## Feldversuch in der Schweiz: Feuerbrandresistente Gala Galaxy

Feuerbrand ist eine bedeutende bakterielle Krankheit von Apfel- und Birnenbäumen. Die befallenen Pflanzenteile erscheinen „wie vom Feuer verbrannt“. Das Bakterium breitet sich seit den 1950er Jahren in Europa aus. Anfang 2014 konnten Forscher der ETH Zürich ein wirksames Resistenzgen gegen Feuerbrand in dem Wildapfel *Malus x robusta 5* identifizieren und in die Sorte Gala Galaxy einfügen. Dass dieses Gen tatsächlich eine Resistenz gegen Feuerbrand bewirkt, wurde bereits in Deutschland und der Schweiz in Gewächshausversuchen erfolgreich bestätigt. Die cisgenen Apfelbäume werden nun für fünf Jahre (2016 bis 2021) auf einem Gelände der Schweizer Forschungseinrichtung Agroscope im Feldversuch getestet. Das hat das schweizerische Bundesamt für Umwelt (BAFU) bewilligt. Agroscope wird die cisgenen Bäume mit natürlichen Gala-Sorten vergleichen. Ziel der Freisetzung ist, die Vor- und Nachteile der Cis-Gentechnik besser beurteilen zu können.

## Cis-Gentechnik reduziert Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Beim Apfelanbau müssen im Vergleich zu anderen Obstarten verstärkt Pflanzenschutz-Maßnahmen vorgenommen werden, um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Mit Cis-Gentechnik gezüchtete Äpfel könnten notwendige Pflanzenschutz-Maßnahmen reduzieren.

## Weitere Informationen

Feldversuche mit cisgenen Apfelbäumen

[ Mehr erfahren ](http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/41421.pdf)

## Weitere Beiträge

[ ![Feuerbrand: Der Resistenz auf der Spur](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/m._robusta_-_5_-_frucht.jpg.webp?h=a1a27f68&itok=FZZpNS5L)

23.04.2013

Feuerbrand: Der Resistenz auf der Spur

Feuerbrand ist eine bakterielle Erkrankung, die im Obstbau verheerende Schäden verursacht. Das Feuerbrandbakterium Erwinia amylovora macht sich vor allem über Äpfel- und Birnbäume her. Die Bekämpfungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Bisher helfen nur Pflanzenschutzmittel mit dem Antibiotikum Streptomycin, für das jedoch Alternativen gesucht werden. Nach schweren Infektionen im Vorjahr darf es in Deutschland 2013 in begrenztem Umfang in Jungplantagen eingesetzt werden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/feuerbrand-der-resistenz-auf-der-spur)

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29.08.2013

Gesucht – der Holzapfel

Holzapfel? Was ist damit gemeint? Etwa die roten Holzäpfel am Weihnachtsbaum? Weit gefehlt! Der Holzapfel ist der wilde Verwandte der wohl bekannten – mal süßen mal eher sauren – Früchte. Hart wie Holz, klein, grün bis gelbgrün, kaum so groß wie eine Walnuss, sehr, sehr sauer und in Deutschland extrem selten – das ist Malus silvestris, der europäische Wildapfel und Baum des Jahres 2013.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/gesucht-der-holzapfel)

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[ ![Kernobstschorf auf Äpfeln und Birnen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/bild_1_zur_guten_apfelqualitaet_gehoeren_auch_schorffreie_fruechte.jpg.webp?h=cbfbf9dd&itok=Lxky2cF8)

18.06.2015

Kernobstschorf auf Äpfeln und Birnen

Bei hoher Luftfeuchte und in regnerischen Jahren können Äpfel und Birnen statt malerisch manchmal unansehnlich fleckig und verkrüppelt aussehen. Ursache sind zwei eng miteinander verwandte pilzliche Erreger, die sowohl Blätter als auch Früchte befallen. Bei der erfolgreichen Bekämpfung helfen Kenntnisse ihrer Lebensweise.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/kernobstschorf-auf-aepfeln-und-birnen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/kernobstschorf-auf-aepfeln-und-birnen)
