# Wie sich Pflanzen wehren

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/wie-sich-pflanzen-wehren
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2026-05-10T16:17:01+00:00
- Updated: 2026-05-10T16:30:03+00:00
- Published: true
- Topics: Forschung / Biotech, Haus & Garten, Landwirtschaft, Lebensmittel / Ernährung
- Teaser text: “Pflanzen können zwar nicht vor ihren Feinden weglaufen, aber so wehrlos, wie man meinen könnte, sind sie nicht“. Das sagt Professor Dr. Andreas Schaller vom Fachgebiet Physiologie und Biochemie der Pflanzen an der Universität Hohenheim.

## Content

© Andreas Schaller, Universität Hohenheim Forschende der Universität Hohenheim haben einen entscheidenden Mechanismus aufgedeckt, mit dem Tomatenpflanzen sich gegen Fressfeinde wehren können. Zum Beispiel gegen diese Raupe des Tabakschwärmers (*Manduca sexta*).

10.05.2026

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Forschung &amp; Technik ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik) Wie Sich Pflanzen Wehren

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-05/newsimage409316.jpg.webp?h=4521fff0&itok=EcEFD6Sq)

© Andreas Schaller, Universität Hohenheim

Forschende der Universität Hohenheim haben einen entscheidenden Mechanismus aufgedeckt, mit dem Tomatenpflanzen sich gegen Fressfeinde wehren können. Zum Beispiel gegen diese Raupe des Tabakschwärmers (*Manduca sexta*).

10.05.2026

# Wie sich Pflanzen wehren

## „Poltergeist“ schlägt Fressfeinde in die Flucht

“Pflanzen können zwar nicht vor ihren Feinden weglaufen, aber so wehrlos, wie man meinen könnte, sind sie nicht“. Das sagt Professor Dr. Andreas Schaller vom Fachgebiet Physiologie und Biochemie der Pflanzen an der Universität Hohenheim.

[ ![Forschende der Universität Hohenheim haben einen entscheidenden Mechanismus aufgedeckt, mit dem Tomatenpflanzen sich gegen Fressfeinde wehren können. Zum Beispiel gegen diese Raupe des Tabakschwärmers (Manduca sexta).](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-05/newsimage409316.jpg.webp?h=4521fff0&itok=JeAZbGeA "Forschende der Universität Hohenheim haben einen entscheidenden Mechanismus aufgedeckt, mit dem Tomatenpflanzen sich gegen Fressfeinde wehren können. Zum Beispiel gegen diese Raupe des Tabakschwärmers (Manduca sexta).") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-05/newsimage409316.jpg)© Andreas Schaller, Universität Hohenheim

Forschende der Universität Hohenheim haben einen entscheidenden Mechanismus aufgedeckt, mit dem Tomatenpflanzen sich gegen Fressfeinde wehren können. Zum Beispiel gegen diese Raupe des Tabakschwärmers (*Manduca sexta*).

Tatsächlich haben Pflanzen – weil sie nicht weglaufen können – im Laufe der Evolution zahlreiche ausgeklügelte Abwehrmechanismen entwickelt, um Angreifern das Leben schwer zu machen. Mit diesen haben sich Forschende der Universität Hohenheim in Stuttgart beschäftigt. Bekannt war schon, dass Pflanzen bei Verwundung durch Fressfeinde das Signalpeptid Systemin freisetzen. Das Forscherteam hat nun untersucht, wie das Systemin-Signal in den Zellen von Tomatenpflanzen verarbeitet wird. Eine Schlüsselrolle spielt dabei offenbar ein Enzym mit dem bemerkenswerten Namen „Poltergeist-like Phosphatase“ (PLL2). Es wird durch das Systemin-Signal aktiviert und ist für zielgenaue Abwehrreaktionen verantwortlich.

## **Signalmoleküle lösen Kaskade an Abwehrreaktionen aus**

Besonders interessant war für die Wissenschaftler, wie die Pflanzen erkennen, mit welchen Schädlingen sie es zu tun haben. Denn, so erklärt es Professor Dr. Andreas Schaller: „Für die Pflanze ist es wichtig zu wissen, ob es sich um Bakterien, Pilze oder Insekten handelt. Denn entsprechend unterschiedlich muss ihre Reaktion ausfallen“. Bei Insektenbefall beispielsweise produzieren Pflanzen Substanzen, die gezielt die Verdauung beeinträchtigen, sodass die Angreifer die aufgenommenen Nährstoffe nicht verwerten können – und den Appetit verlieren.

Die Pflanzen erkennen den Insektenbefall oft an speziellen Molekülen aus dem Speichel der Tiere, woraufhin sie eine ganze Kaskade an Abwehrreaktionen starten. Das bereits erwähnte Signalmolekül Systemin nimmt dabei eine Schlüsselposition in der Abwehr ein: Es wird von den Pflanzenzellen nur produziert, wenn Raupen an den Blättern fressen, nicht aber, wenn andere Ursachen die Pflanze schädigen.

Die Hohenheimer Forschergruppe konnte nun erstmals zeigen, wie das Systemin-Signal in der Zelle verarbeitet wird: Hier kommt jetzt die „Poltergeist“-Phosphatase PLL2 ins Spiel. Sie wird durch das Systemin-Signal aktiviert und hemmt daraufhin durch Abspaltung einer Phosphatgruppe Protonenpumpen in der Zellmembran, die den pH-Wert regulieren. Die Umgebung der Pflanzenzellen wird alkalischer. Dieser Anstieg des pH-Werts verändert die elektrische Spannung an der Zellmembran und es werden Gene aktiviert, die für eine gezielte Abwehr wichtig sind. Der Vergleich mit genveränderten Mutanten von Tabak und Tomate, denen die PLL2-Phosphatase fehlte, ergab dann auch: Jene produzierten deutlich weniger Abwehrstoffe, sodass die Fressfeinde ordentlich an Gewicht zulegten.

Professor Schaller erhofft sich von den Forschungsergebnissen neue Anstöße für die Züchtung. Das Verständnis der Regulationsmechanismen soll dabei helfen, die natürlichen Abwehrmechanismen der Pflanzen zu verstärken.

Quelle: [idw-online](https://idw-online.de/de/news854962)

## Weitere Beiträge

[ ![Friss mich und ich stech dich](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/arabidopsis_thaliana_os_cryo_pd_3522_bunt.jpg.webp?h=036a71b7&itok=34LCw-nY)

05.03.2018

Friss mich und ich stech dich

Kalziumphosphat steckt in unseren Zähnen und in unseren Knochen. Es macht sie hart und widerstandsfähig. Im Pflanzenreich dient der Mineralstoff zur Abwehr von Fressfeinden. Das ist zum Beispiel von Blumennesselgewächsen bekannt, die ihre Haare damit stabilisieren. Botanik-Wissenschaftler der Universität Bonn haben herausgefunden, dass der Mineralstoff auch von der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) genutzt wird. Ihre gehärteten Stacheln durchbohren Blattläuse nach dem Vorbild der Eisernen Jungfrau aus dem Mittelalter.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/friss-mich-und-ich-stech-dich)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/friss-mich-und-ich-stech-dich)

[ ![Die Senfölbombe tickt](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rapsschlag_sontheimer.jpg.webp?h=47f8d3d6&itok=vdKrgVEm)

02.03.2021

Die Senfölbombe tickt

„Ich mag’s gern scharf“, hieß einmal ein Werbespruch für feurig-scharfe Grillspezialitäten. Wir alle kennen den scharfen Geruch und Geschmack von Senf und Meerrettich, den würzigen von Rauke und Kresse oder den teils bitteren von Kohl. Er kommt von den Senfölen, von denen es mehr als 120 verschiedene gibt. Was vielen Menschen aber schmeckt, findet die Raupe gar nicht gut und wendet sich angewidert ab. Die Natur hat eine effektive Abwehrstrategie gegen den Fressfeind entwickelt. Sie funktioniert durch Zünden einer „Senfölbombe“.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/die-senfoelbombe-tickt)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/die-senfoelbombe-tickt)

[ ![Eisen im Boden attraktiv für Maiswurzelbohrer-Larven](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/csm_diabrotica_virgifera_ch-0007_129e929362_cyril_hertz_mpi.jpg.webp?h=a9a611f7&itok=cJqYFctj)

29.10.2018

Eisen im Boden attraktiv für Maiswurzelbohrer-Larven

„Ich will eigentlich nicht, dass du mich frisst, aber ich locke dich an“. So könnte man das Geschehen auf dem Maisfeld beschreiben, denn die Maispflanzen geben Stoffe in den Boden ab, mit denen sie ihren Fressfeind, den Maiswurzelbohrer, quasi unabsichtlich anlocken.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/eisen-im-boden-attraktiv-fuer-maiswurzelbohrer-larven)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/eisen-im-boden-attraktiv-fuer-maiswurzelbohrer-larven)

[ ![Wie Raupen Pflanzengifte abbauen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/nicotiana_attenuata_usda_002_crop.jpg.webp?h=7e79ab46&itok=0eicOgTb)

29.01.2016

Wie Raupen Pflanzengifte abbauen

Wenn es ums Überleben geht, ist der Natur jedes Mittel recht. Forscher des Max-Planck-Instituts in Jena entdeckten vor kurzem einen neuen Entgiftungsmechanismus, mit denen sich Tabakschwärmerraupen vor dem Gift des Kojotentabaks, dem Lyciumosid IV (Lyc 4), schützen. Diese Entdeckung könnte die Schädlingsbekämpfung revolutionieren.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/wie-raupen-pflanzengifte-abbauen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/wie-raupen-pflanzengifte-abbauen)

[ ![Der Teufelszwirn: Parasit und Verteidigungsmelder](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/dodder_connecting_arabidopsis.jpg.webp?h=19f14c2c&itok=woJf_QXJ)

10.10.2017

Der Teufelszwirn: Parasit und Verteidigungsmelder

Parasiten als Nachrichtenüberträger: Der Teufelszwirn verbindet verschiedene Pflanzen über sein parasitisches Netzwerk. Wird eine vom Teufelszwirn bewachsene Pflanze von Insekten attackiert, werden auch in nicht befallenen Nachbarpflanzen Verteidigungsgene aktiviert, die diese Pflanzen warnen und somit resistenter gegen ihre Fressfeinde machen. Ein Team von Wissenschaftlern des Kunming Instituts für Botanik in China und des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena hat jüngst entdeckt, dass parasitische Pflanzen der Gattung Cuscuta (Teufelszwirn) ihren Wirtspflanzen nicht nur Nährstoffe entziehen, sondern bei Insektenbefall auch wichtige Nachrichtenüberträger zwischen benachbarten Pflanzen sind.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/der-teufelszwirn-parasit-und-verteidigungsmelder)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/der-teufelszwirn-parasit-und-verteidigungsmelder)

[ ![Parfüm für Fressfeinde](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/borkenkaeferlarven_590595144l_istock.jpg.webp?h=b1a91ebe&itok=xlmQV1R1)

03.03.2021

Parfüm für Fressfeinde

Mitten in der größten Borkenkäferplage seit 70 Jahren finden Dresdener Wissenschaftler eine Methode, mit künstlichen Lockstoffen Fressfeinde anzulocken. So können Waldbesitzer vielleicht bald Duftampullen im Wald verteilen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/parfuem-fuer-fressfeinde)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/parfuem-fuer-fressfeinde)

[ ![Pakt nach Bedarf: Ackerschmalwand geht bei Phosphatmangel Verbindung mit Pilz ein](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/ackerschmalwand_arabidopsis_2390566l_fotolia.jpg.webp?h=85c51af3&itok=DfaUKvgS)

08.06.2016

Pakt nach Bedarf: Ackerschmalwand geht bei Phosphatmangel Verbindung mit Pilz ein

„Ich lasse dich bei mir ins Haus und geb dir zu essen und du öffnest mir dafür die Tür zu einem anderen Büfett“, so könnte man die Zusammenarbeit der Ackerschmalwand, Arabidopsis thaliana, mit dem Pilz Colletotrichum tofieldiae beschreiben. Unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln haben Forscher aus Deutschland, Frankreich, Japan und Spanien herausgefunden, dass der Pilz der Pflanze hilft, an für sie verwertbares Phosphat heranzukommen und im Gegenzug Produkte aus der Photosynthese erhält.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/pakt-nach-bedarf-ackerschmalwand-geht-bei-phosphatmangel-verbindung)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/pakt-nach-bedarf-ackerschmalwand-geht-bei-phosphatmangel-verbindung)
