# Wenn Trauben vor dem Richter stehen

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/wenn-trauben-vor-dem-richter-stehen
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2016-07-27T14:38:54+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:24:47+00:00
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- Topics: Pflanzenzüchtung, Forschung / Biotech, Landwirtschaft
- Teaser text: Verwandtschaftsbeziehungen werden ja öfter vor Gericht geklärt, aber dass Rebsorten vor dem Richter stehen, wie jüngst im „Uhudlerprozess“ in Österreich, dürfte doch ziemlich selten sein. Wissenschaftler am Fachinstitut für Rebenzüchtung des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Siebeldingen haben nun die wahre Identität der Rebsorte Ripatella und den Stammbaum der historischen amerikanischen Rebsorte Concord entschlüsselt und konnten damit gerichtlich angeordnete Rodungen im österreichischen Burgenland verhindern.

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© Ursula Brühl, JKI Traube der historischen amerikanischen Rebsorte Concord.

13.09.2016

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© Ursula Brühl, JKI

Traube der historischen amerikanischen Rebsorte Concord.

13.09.2016

# Wenn Trauben vor dem Richter stehen

## Forscher des JKI klären Herkunft von Rebsorten auf

Verwandtschaftsbeziehungen werden ja öfter vor Gericht geklärt, aber dass Rebsorten vor dem Richter stehen, wie jüngst im „Uhudlerprozess“ in Österreich, dürfte doch ziemlich selten sein. Wissenschaftler am Fachinstitut für Rebenzüchtung des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Siebeldingen haben nun die wahre Identität der Rebsorte Ripatella und den Stammbaum der historischen amerikanischen Rebsorte Concord entschlüsselt und konnten damit gerichtlich angeordnete Rodungen im österreichischen Burgenland verhindern.

[ ![Traube der historischen amerikanischen Rebsorte Concord.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild1_pi_12-16_rebsorte20concord_bearbjki.jpg.webp?h=309f6d22&itok=vlUeazoF "Traube der historischen amerikanischen Rebsorte Concord.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bild1_pi_12-16_rebsorte20concord_bearbjki.jpg)© Ursula Brühl, JKI

Traube der historischen amerikanischen Rebsorte Concord.

Sag mir, wer deine Vorfahren sind, und ich sage dir, wer du bist… Die JKI-Mitarbeiter haben sozusagen mit molekulardetektivischen Methoden nachgewiesen, dass die alte amerikanische Rebsorte Concord von der in Frankreich populären Rebsorte Semillon abstammt und sich in ihrem Erbgut Anteile der europäischen Rebe Vitis vinifera finden, aus der die Winzer die renommierten Süßweine der Sauternes ausbauen. Außerdem konnten sie den eindeutigen Nachweis erbringen, dass die Sorten Ripatella und Concord identisch sind. Diese Erkenntnis lässt viele burgenländische Winzer aufatmen, die ihre Weinreben nun nicht roden müssen, wie vom Landesverwaltungsgericht Burgenland im März 2016 im „Uhudlerprozess“ angeordnet.

## Genetischer Nachweis verhindert Rodung

„Diese Nachweise spielen auch wirtschaftlich eine Rolle, da laut einer EU-Verordnung amerikanische Reben, die reblausfest sind und wurzelecht gepflanzt werden können (sog. Direktträger), für die Weinerzeugung hierzulande verboten sind“, erklärt Dr. Erika Maul vom JKI. Jedoch können Rebsorten, an denen die europäische Weinrebe Vitis vinifera beteiligt war, genehmigt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Sorten Concord, Delaware und Elvira. Aus ihnen wird die südburgenländische Weinspezialität Uhudler hergestellt. Die ebenfalls für den Uhudler angebaute Sorte Ripatella sollte gerodet werden, da man von rein amerikanischen Vorfahren ausging. Ein echter Nachweis fehlte jedoch. Dazu untersuchte das JKI Proben aus drei verschiedenen Quellen. Mithilfe des genetischen Fingerabdrucks wies das JKI in seinem Gutachten nach, dass die gegen Pilzkrankheiten und die Reblaus resistente Ripatella identisch mit der Sorte Concord ist. Im aktuellen Fall standen fünf Rodungsverfahren für Ripatella-Weinberge kurz vor dem Vollzug. Grund war, dass diese Weinberge nach dem Anbauverbot für Direktträger, also nicht gepfropfte Pflanzen, 2003 angelegt worden waren. Mit dem Gutachten des JKI schaffte das Gericht die Grundlage, die Rodungsbescheide aufzuheben.

## Weitere Informationen

JKI-Pressemitteilung vom 12. Mai 2016

[ Mehr erfahren ](http://www.jki.bund.de/index.php?id=940&no_cache=1&press_id=285)

## Weitere Beiträge

[ ![Überraschung – die Abstammung der Rebsorten kommt auf den Prüfstand ](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/zum_teil_kastriertes_geschein_-2.jpg.webp?h=5fa3854b&itok=mfdNRdGd)

22.09.2015

Überraschung – die Abstammung der Rebsorten kommt auf den Prüfstand

Seit jeher bemüht sich die Kreuzungszüchtung um eine breitere Palette der Rebsorten und speziell um pilz- und reblausresistente Zuchterfolge. „Das vordringlichste Ziel der Rebenzüchter war zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Sorten mit besserer Anpassung an klimatisch weniger begünstigte Standorte zu schaffen“, betont Dr. Erika Maul vom JKI-Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Wissenschaftlerin im pfälzischen Siebeldingen.

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[ ![Genetische Vielfalt der Reben erhalten ](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/geilweilerhof.jpg.webp?h=9e499333&itok=hG2S9CEN)

26.08.2010

Genetische Vielfalt der Reben erhalten

Der Startschuss fiel am 9. Juli 2010. Seitdem bietet die Deutsche Genbank Reben (DGR) die Möglichkeit, kostenlos historische Rebsorten in deutscher Sprache zu recherchieren. Derzeit werden die Daten noch eingepflegt, aber wenn die Genbank fertig ist, werden 2 500 Rebsorten mit etwa 5 000 Akzessionen (Mustern) aufrufbar sein. Die DGR will dazu beitragen, den genetischen Reichtum der alten Kulturpflanze Wein zu bewahren. Jeder Interessierte kann kostenlos Züchtungen erhalten. Derzeit dokumentieren acht Kooperationspartner die Rebsorten nach den Hauptmerkmalen „Erhaltende Einrichtung, Akzessionsname und -nummer, Vitis-Art (lateinisch „Rebe“) sowie Beerenfarbe“. Das Ziel: Eine Genbank mit züchterisch wertvollen historischen Rebsorten und Akzessionen, die einen deutschen Bezug haben. Alleine das Rebenzüchtungsinstitut Geilweilerhof des Julius Kühn-Instituts (JKI) pflegt derzeit etwa 3 900 Rebsorten und Muster ein.

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[ ![Emscher – Grünes Licht für Weißwein aus dem Ruhrrevier](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/12weinlese_7703m.jpg.webp?h=5fa3854b&itok=-FGy9CAV)

27.08.2015

Emscher – Grünes Licht für Weißwein aus dem Ruhrrevier

Funkelnder Weißwein im Glas ausgerechnet an dieser Stelle, die im öffentlichen Bewusstsein aufs engste mit harter Maloche in der Schwerindustrie, belasteten Böden, Bier und Fußball verbunden ist? Noch steht die Emscher nicht in Konkurrenz zur Mosel, aber sie knüpft an mittelalterliche Zeiten an, in denen es einmal so gewesen ist.

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