# Studie: Entwarnung beim Artenverlust? Jein!

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/studie-entwarnung-beim-artenverlust-jein
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2023-01-05T10:22:19+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:32:45+00:00
- Published: true
- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt
- Teaser text: In Mitteleuropa erholt sich in einigen Regionen die pflanzliche Artenvielfalt. „Spezialisten“ aber werden seltener.

## Content

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2023-01/Wildbiene_Andrena_hattorfiana_Knautien-Sandbiene_Bild_M.Moser_.jpg.webp?h=6eb229a4&itok=hg6B8974)

© M. Moser

Die Knautien-Sandbiene ist eine spezialisierte Wildbiene. Die Art wird in der Roten Liste der Wildbienen Deutschlands als gefährdet eingestuft.

05.01.2023

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Forschung &amp; Technik ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik) Studie: Entwarnung Beim Artenverlust? Jein!

## Wissenschaftler finden wieder mehr Pflanzenarten, aber weniger Spezialisten

In Mitteleuropa erholt sich in einigen Regionen die pflanzliche Artenvielfalt. „Spezialisten“ aber werden seltener.

[ ![Die Knautien-Sandbiene ist eine spezialisierte Wildbiene. Die Art wird in der Roten Liste der Wildbienen Deutschlands als gefährdet eingestuft.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2023-01/Wildbiene_Andrena_hattorfiana_Knautien-Sandbiene_Bild_M.Moser_.jpg.webp?h=6eb229a4&itok=Lb3ah290 "Die Knautien-Sandbiene ist eine spezialisierte Wildbiene. Die Art wird in der Roten Liste der Wildbienen Deutschlands als gefährdet eingestuft.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2023-01/Wildbiene_Andrena_hattorfiana_Knautien-Sandbiene_Bild_M.Moser_.jpg)© M. Moser

Die Knautien-Sandbiene ist eine spezialisierte Wildbiene. Die Art wird in der Roten Liste der Wildbienen Deutschlands als gefährdet eingestuft.

[ ![Der Wiesenbärenklau ist eine häufige Art und hat eine generalisierte Bestäubungsbiologie.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2023-01/Heracleum_sphondylium_Wiesenbaerenklau_Bild_SMNS_S.Abrahamczyk_cut.jpg.webp?h=6eb229a4&itok=_NgkrwM5 "Der Wiesenbärenklau ist eine häufige Art und hat eine generalisierte Bestäubungsbiologie.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2023-01/Heracleum_sphondylium_Wiesenbaerenklau_Bild_SMNS_S.Abrahamczyk_cut.jpg)© SMNS, S. Abrahamczyk

Der Wiesenbärenklau ist eine häufige Art und hat eine generalisierte Bestäubungsbiologie.

[ ![Die Breitblättrige Platterbse ist eine Art mit komplexen Blüten, die nur von großen Bienen und Hummeln bestäubt werden kann.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/2023-01/Lathyrus_latifolius_Breitblaettrige_Platterbse_Bild_SMNS_S.Abrahamczyk.jpg.webp?h=6eb229a4&itok=89WUC9El "Die Breitblättrige Platterbse ist eine Art mit komplexen Blüten, die nur von großen Bienen und Hummeln bestäubt werden kann.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2023-01/Lathyrus_latifolius_Breitblaettrige_Platterbse_Bild_SMNS_S.Abrahamczyk.jpg)© SMNS, S. Abrahamczyk

Die Breitblättrige Platterbse ist eine Art mit komplexen Blüten, die nur von großen Bienen und Hummeln bestäubt werden kann.

Seit Ende der 1990er Jahre kann in einigen Regionen Mitteleuropas eine Verlangsamung des Artenverlusts oder sogar eine Artenzunahme beobachtet werden. Ein Team von Schweizer und deutschen Forschern hat – unter Beteiligung der Universität Bonn und des Naturkundemuseums Stuttgart – die Entwicklung in der Schweiz genauer untersucht.

## **Entwicklung vorsichtig positiv**

In bisherigen Studien wurde in der Regel mehr auf die allgemeine Zu- oder Abnahme der Artenzahl von Wildpflanzen geachtet. Kaum untersucht wurden hingegen Veränderungen bei bestimmten Pflanzengruppen. Die neue Studie dagegen erfasst Arten mit unterschiedlichen Bestäubungsstrategien getrennt, und zwar nach windbestäubten und insektenbestäubten Pflanzen. Das Problem: Viele bedrohte Insektenarten sind auf nur wenige Nahrungspflanzen spezialisiert. Daher erfassten die Wissenschaftler besonders die Häufigkeit und Verbreitung gerade dieser Pflanzenarten. In dem schon seit dem Jahr 2001 laufenden Projekt wurden 1774 Pflanzenarten auf 448 Untersuchungsflächen mit einer Größe von einem Quadratkilometer bestimmt. Erhoben wurden Daten zu verschiedenen Pflanzenmerkmalen wie Blütenform und -farbe, zu ihrer Fortpflanzungsstrategie sowie zu den jeweiligen Bestäubern.

Die Untersuchung zeigt, dass die Artenvielfalt in der Schweiz seit Beginn der Studie im Durchschnitt um 7,5 Prozent zunahm. 1260 der bestimmten Arten (71 Prozent) nahmen in ihrer Häufigkeit zu, für 86 Arten (4,8 Prozent) gab es keinen erkennbaren Trend. Das Studienteam erklärt den Zuwachs an Arten mit erfolgreichen Naturschutzmaßnahmen. Aber auch die Einwanderung von Pflanzenarten führt zur Artenzunahme. Doch es gibt auch Verlierer: 428 Arten (24,1 Prozent) kommen immer seltener vor.

## **Spezialisten haben das Nachsehen**

Zu ihnen gehören vor allem insektenbestäubte Pflanzenarten. Am wenigsten betroffen sind noch Pflanzenarten mit offenen Blüten wie Korbblütler (Asteraceae). Diese werden meist von kurzzüngigen Bienen und Fliegen besucht, die auf vielen verschiedenen Pflanzen Nahrung finden, sogenannte generalistische Arten. Bestände von Pflanzenarten mit komplexer aufgebauten Blüten konnten sich dagegen nicht erholen. Hierzu gehört beispielsweise das Leinkraut oder die Teufelskralle. Diese Pflanzen werden nur von langzüngigen und auf die Blütenform spezialisierten Hummel- und Wildbienenarten besucht – und diese Bestäuber werden immer seltener.

Stärker vom Aussterben bedroht sind hier vor allem Pflanzenarten ohne die Fähigkeit zur Selbstbestäubung. Wenn nun manche dieser Arten, wie der Gilbweiderich oder die Glockenblume die einzige Nahrungsquelle für bestimmte Insekten darstellen, dann sieht es auch für die Bestäuber schlecht aus. Durch die enge Abhängigkeit sind solche Pflanzen und Insekten noch stärker bedroht.

## **Gezielter Schutz**

Es zeigt sich also ein geteiltes Bild, schlussfolgern die Forscher: Gewinner sind windbestäubte und selbstbestäubende Pflanzenarten sowie insektenbestäubte Arten, deren Bestäuber zahlreiche Pflanzenarten besuchen. Hoch spezialisierte Pflanzenarten und die von ihnen abhängigen Insektenarten sind dagegen weiterhin bedroht. Sie mahnen an, dass diese Tier- und Pflanzenarten stärker in den Fokus von Naturschutzmaßnahmen rücken müssen.

Quelle: [pflanzenforschung.de](https://www.pflanzenforschung.de/index.php/?cID=6992)

## Weitere Beiträge

[ ![Artenvielfalt geht uns alle an!](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/wiederaufforstung_1063497916l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=ITq8cWqG)

07.05.2019

Artenvielfalt geht uns alle an!

Der Rückgang der Artenvielfalt bedrohe den Menschen genauso wie der Klimawandel, so lautete ein Fazit der Anfang Mai 2019 in Paris zu Ende gegangenen Weltkonferenz zur Biodiversität. Die Thematik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Was können wir tun, um dem Artenschwund entgegenzusteuern?

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/artenvielfalt-geht-uns-alle)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/artenvielfalt-geht-uns-alle)

[ ![Biodiversität mit artenreichen Zwischenfruchtmischungen erhöhen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/dr._norman_gentsch_foto_sontheimer.jpg.webp?h=5f62bdfc&itok=sUHlzuTU)

22.07.2019

Biodiversität mit artenreichen Zwischenfruchtmischungen erhöhen

Was bewirkt Artenvielfalt im Ackerbau? Wie können artenreiche Zwischenfruchtmischungen extreme Umweltbedingungen und witterungsbedingte Schwankungen abpuffern? Wie sorgen Zwischenfrüchte für Stabilität im Boden? Dr. Norman Gentsch vom Institut für Bodenkunde der Leibniz Universität Hannover hat im Rahmen des „CATCHY-Projekts“ einige Antworten darauf gefunden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/biodiversitaet-mit-artenreichen-zwischenfruchtmischungen-erhoehen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/biodiversitaet-mit-artenreichen-zwischenfruchtmischungen-erhoehen)

[ ![Hummeln als Bestäuber in Agrarlandschaften](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-04/pic_14e165f79b20220119095836.jpg.webp?h=c52be2a3&itok=lawLGS2u)

06.04.2022

Hummeln als Bestäuber in Agrarlandschaften

Hummeln sind wichtige Bestäuber in der Natur. Auch sie sind vom Rückgang der Insektenpopulationen betroffen. Was sie brauchen, um sich erfolgreich zu vermehren, hat ein Forschergremium der Universität Göttingen untersucht.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/hummeln-als-bestaeuber-agrarlandschaften)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/hummeln-als-bestaeuber-agrarlandschaften)

[ ![Gartenhummel bestäubt effizienter als Honigbiene](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gartenhummel_birgit_marzinzig_uni_goettingen.jpg.webp?h=a9a8cd40&itok=GGaNNgei)

12.07.2018

Gartenhummel bestäubt effizienter als Honigbiene

Viele unserer landwirtschaftlichen Nutzpflanzen sind auf eine Bestäubung angewiesen. Die meisten Menschen denken dabei sofort an die Honigbiene. Doch auch andere Bienen oder Hummeln sind beteiligt. Sehr effizient ist dabei die Gartenhummel, wie Wissenschaftler der Georg-August-Universität Göttingen herausfanden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/gartenhummel-bestaeubt-effizienter-als-honigbiene)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/gartenhummel-bestaeubt-effizienter-als-honigbiene)

[ ![Jeder Garten zählt](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-09/Bild4.jpg.webp?h=ce01a9ea&itok=2oW2eprg)

01.09.2022

Jeder Garten zählt

Tausende Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. 17 Millionen Gärten in Deutschland könnten jedoch hervorragende Lebensbedingungen bieten – wenn sie vielfältig gestaltet sind.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/jeder-garten-zaehlt)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/jeder-garten-zaehlt)

[ ![Auf Biss folgt Blüte](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/hummel_279461657_adobestock.jpeg.webp?h=2de6c254&itok=uCYNKcin)

03.03.2021

Auf Biss folgt Blüte

Der Klimawandel lässt grüßen: Milde Winter und zeitig ansteigende Temperaturen im Frühjahr bringen viele Insekten verfrüht zum Ausschwärmen. Die Pflanzen, die sie besuchen wollen und dabei bestäuben, sind aber noch nicht am Blühen. Diese „trophische Asynchronität“ oder „mismatch“ haben polnische und Schweizer Wissenschaftler untersucht und dabei Erstaunliches herausgefunden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/auf-biss-folgt-bluete)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/auf-biss-folgt-bluete)

[ ![Artenvielfalt erleichtert die Schädlingsbekämpfung](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/bunte_mischung_20916815_fotolia.jpg.webp?h=5fa3854b&itok=8X6a5XTi)

08.09.2015

Artenvielfalt erleichtert die Schädlingsbekämpfung

In der Natur findet ständig ein „Kampf ums Überleben statt“, das hat schon der Evolutionsforscher Charles Darwin im 19. Jahrhundert herausgefunden. Und wer bekämpft wird, der wehrt sich dagegen. Im Falle von Schädlingen, die mit Insektiziden behandelt werden, nennt man das Resistenzbildung. Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig haben nun herausgefunden, dass Schädlinge in artenreichen Lebensräumen nicht so schnell gegen chemische Bekämpfungsmittel resistent werden. Doch warum ist das so?

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/artenvielfalt-erleichtert-die-schaedlingsbekaempfung)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/artenvielfalt-erleichtert-die-schaedlingsbekaempfung)
