# Sekundäre Pflanzenstoffe aus Tomaten

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- Created: 2016-01-29T11:58:42+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:24:47+00:00
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- Topics: Forschung / Biotech, Lebensmittel / Ernährung, Gesundheit / Verbraucherschutz
- Teaser text: Obst und Gemüse enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe, mit denen sich sogar Krankheiten heilen lassen. Meist sind davon leider jedoch nur geringe Mengen vorhanden. Wissenschaftler haben nun einen Weg gefunden, große Mengen dieser sogenannten sekundären Pflanzenstoffe in Tomaten zu erzeugen.

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© Fotolia Tomaten gehören zu den ertragreichsten Nutzpflanzen und sind ideale Pharmapflanzen.

29.03.2016

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Tomaten gehören zu den ertragreichsten Nutzpflanzen und sind ideale Pharmapflanzen.

29.03.2016

# Sekundäre Pflanzenstoffe aus Tomaten

## Heilstoffe in industriellem Maßstab gewinnen

Obst und Gemüse enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe, mit denen sich sogar Krankheiten heilen lassen. Meist sind davon leider jedoch nur geringe Mengen vorhanden. Wissenschaftler haben nun einen Weg gefunden, große Mengen dieser sogenannten sekundären Pflanzenstoffe in Tomaten zu erzeugen.

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Tomaten gehören zu den ertragreichsten Nutzpflanzen und sind ideale Pharmapflanzen.

Einige „sekundäre Pflanzenstoffe“ haben heilsame Wirkungen. Sie können den Blutdruck senken, Entzündungen hemmen, Thrombose vorbeugen oder und sogar das Wachstum von Krebstumoren hemmen. Bisher konnten diese Stoffe aber nur in winzigen Mengen aus den Pflanzen gewonnen werden, da diese in der Regel nur wenige Milligramm der begehrten Stoffe erzeugen.

## Pflanzliche Heilstoffe in großem Maßstab gewinnen

Wissenschaftler des Max-Planck Instituts für Molekulare Pflanzenphysiologie haben nun die Stoffwechselwege zur Biosynthese der Naturstoffe Genistein und Resveratrol aus Wein und Sojabohne auf Tomatenpflanzen übertragen. Genistein ist ein Pflanzenhormon aus der Sojabohne, das gegen Knochenverlust nach den Wechseljahren und hormonabhängige Krebsarten wie Brustkrebs schützen soll. Resveratrol kommt vor allem in der Haut blauer Trauben vor konnte in Tierstudien den Alterungsprozess von Herz und Blutgefäßen verlangsamen. Die Wahl fiel auf Tomaten, da diese sich besonders gut als „Biofabrik“ eignen. Sie sind ertragreich und lassen sich gut ernten und auspressen.

## 100-fache Menge an Wirkstoffen in den GVO-Tomaten

Die Wissenschaftler nutzten einen gentechnischen Trick, um die Produktion der Substanzen in Tomaten anzukurbeln: Sie schleusten das Gen AtMYB12 aus der Ackerschmalwand (*Arabidopsis thaliana*) in Tomaten ein. AtMYB12 kodiert ein Protein, das an entscheidende Gene der sekundären Pflanzenstoff-Produktion andockt und diese aktiviert. Die so ausgestatteten AtMYB12-Tomaten reicherten im Vergleich zu Weintrauben mehr als das Hundertfache der Resveratrol-Menge in ihren Früchten an. Die Genistein-Menge der Tomatenfrüchte übertraf die von Sojaprodukten wie beispielsweise Tofu ebenfalls um das Hundertfache. AtMYB12 aktiviert nicht nur die entscheidenden Gene, sondern führt dazu, dass die Tomatenpflanzen ihren Stoffwechsel umprogrammieren, um die Erzeugung von Inhaltsstoffen zugunsten der sekundären Pflanzenstoffe zu verschieben. Mit Hilfe dieses „Molecular Pharming“-Verfahrens lassen sich zukünftig natürlich vorkommende pflanzliche Substanzen in größeren Mengen herstellen.

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30.06.2011

Vier-Sterne-Pflege für Tomaten.....

Sie heißen Dolce Vita, Tigerella oder Culina und werden von uns Deutschen liebend gerne verspeist. Rund 24,6 Kilogramm waren es nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Jahr 2009/2010. Frische oder verarbeitete Kirschtomaten, gestreifte Tomaten sowie „normale“ Strauch- oder Fleischtomaten liegen mit weitem Abstand vor Möhren, Zwiebeln, Gurken und Kohl.

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03.04.2008

Smart-Breeding – ein neues Züchtungsverfahren zwischen Gentechnik und klassischen Methoden

Aus Tausenden von Pflanzen müssen bei der herkömmlichen Züchtung diejenigen Exemplare selektiert werden, die über bestimmte Eigenschaften verfügen, die sie weitervererben sollen. Oft ähnelt dies der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Zehn bis 15 Jahre kann es dauern, bis die gewünschten Pflanzen für die weitere Vermehrung zur Verfügung stehen. Ein neues Verfahren kann den Züchtungsprozess erheblich verkürzen: Das Zauberwort heißt Smart Breeding. Mit dieser Präzisionsmethode ist es möglich, bereits vor dem Kreuzen gezielt die Pflanzen mit den gesuchten genetischen Eigenschaften zu identifizieren. Nach dem Kreuzen kann man schnell feststellen, welche Nachkommen diese geerbt haben. Smart breeding kombiniert klassische und gentechnische Züchtungsmethoden. Auf diese Weise wurden zum Beispiel süße Tomaten, rotfleischige Äpfel und trockenresistenter Reis herangezogen.

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22.01.2015

"Gezonde Kas": Pflanzenschutz geht im Gewächshaus neue Wege

Krankheiten und Erreger früher entdecken, sie effektiver bekämpfen und dabei gezielter Pflanzenschutzmittel einsetzen – das ist „Gezonde Kas“, das Gesunde Gewächshaus. In einer deutsch-niederländischen Kooperation von 22 Unternehmen und zehn Instituten entwickelten rund 140 Personen im Projekt „Gezonde Kas“ an Tomaten und Cyclamen über vier Jahre neue Wege im Pflanzenschutz beim Unterglasanbau.

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