# Pflanzen haben Durst-Gedächtnis

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/pflanzen-haben-durst-gedaechtnis
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2021-05-21T11:09:24+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
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- Topics: Landwirtschaft
- Teaser text: Wissen Sie, wie viel Sie gestern getrunken haben? Nein? Dann hat die Gerste Ihnen einiges voraus. Gerste besitzt nämlich eine Art Trocken-Gedächtnis. Viele Pflanzen können sich an die Trockenheit des Tages zuvor „erinnern“. Ein Botenstoff übermittelt ihnen die Informationen hierzu, wie Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Adelaide in Australien herausgefunden haben.

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© Angelika Sontheimer Gerste kann sich Trockenheit gut merken, sie besitzt eine Art Trocken-Gedächtnis.

10.08.2021

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© Angelika Sontheimer

Gerste kann sich Trockenheit gut merken, sie besitzt eine Art Trocken-Gedächtnis.

10.08.2021

# Pflanzen haben Durst-Gedächtnis

## Signalmolekül hilft, Wasserhaushalt zu regulieren

Wissen Sie, wie viel Sie gestern getrunken haben? Nein? Dann hat die Gerste Ihnen einiges voraus. Gerste besitzt nämlich eine Art Trocken-Gedächtnis. Viele Pflanzen können sich an die Trockenheit des Tages zuvor „erinnern“. Ein Botenstoff übermittelt ihnen die Informationen hierzu, wie Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Adelaide in Australien herausgefunden haben.

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Gerste kann sich Trockenheit gut merken, sie besitzt eine Art Trocken-Gedächtnis.

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Das gilt auch für Pflanzen. Pflanzen trockener Gebiete nutzen daher verschiedene Strategien, um das lebenswichtige Wasser bestmöglich zu nutzen. Pflanzen regulieren den Wasserhaushalt über die Spaltöffnungen in ihren Blättern, die wie ein kleiner Mund aussehen. Diese Stoma können sie aktiv öffnen und schließen. Damit regeln die Pflanzen, wie viel Wasser sie durch Transpiration abgeben. Wie Forscher herausfanden, wissen die Pflanzen sogar, ob und wie trocken es am Tag zuvor vor war und regulieren ihre Spaltöffnungen danach. Doch wie funktioniert das?

## Botenstoff dient als Messlatte

Die Pflanzen nutzen hierzu das Signalmolekül GABA (Gamma-Aminobuttersäure). Das ist ein Botenstoff, der auch als Signalmolekül des Nervensystems von Menschen und Tieren bekannt ist. Wenn es trocken ist, häuft sich GABA über den Tag im Pflanzengewebe an, je trockener, umso mehr. Den Tag darauf entscheidet dann die Pflanze aufgrund der angehäuften GABA-Menge, wie weit sie ihre Stoma öffnet und wie viel Wasser dann verdunstet. Obwohl Pflanzen keine Nervenzellen und kein Gehirn wie Menschen und Tiere haben, so haben sie also doch eine Art Gedächtnis.

Der Botenstoff GABA macht es möglich. Er macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Diese Wirkung ist auch bei Ackerfrüchten nachgewiesen: „Unter dem Einfluss von GABA schließen zum Beispiel Gerste, Saubohnen und Sojabohnen ihre Blattporen“, erklärt Professor Matthew Gilliham von der Universität Adelaide. Diese Erkenntnisse können helfen, die Zusammenhänge und Wirkmechanismen bei der Wasser-Effizienz und der Trockentoleranz von unseren landwirtschaftlichen Nutzpflanzen besser zu verstehen und auch in der Pflanzenzüchtung vermehrt zu nutzen, um dem Klimawandel mit modernen Züchtungen begegnen zu können.

Quelle: [laborpraxis.de](https://www.laborpraxis.vogel.de/trockene-erinnerung-wie-pflanzen-sich-durst-merken-a-1011689/)

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