# Nutzpflanzen universell resistent machen

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/nutzpflanzen-universell-resistent-machen
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2016-09-22T08:47:51+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:24:47+00:00
- Published: true
- Topics: Forschung / Biotech, Pflanzenzüchtung, Gesundheit / Verbraucherschutz
- Teaser text: Auch Pflanzen haben so etwas wie ein Immunsystem, mit dem sie Krankheitserreger wie Pilze, Viren oder Bakterien abwehren können. Kürzlich ist es Forschern mit einem gentechnischen Ansatz gelungen, bei den Versuchspflanzen Ackerschmalwand und Tabak eine Immunantwort auszulösen.

## Content

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/tabak_nicotiana_tabacum_24764123l_fotolia.jpg.webp?h=0edda1f1&itok=N1J5NrLJ)

© Fotolia

Wissenschaftlern gelang es, Pflanzen - wie zum Beispiel Tabak - für bestimmte Krankheitserreger resistent zu machen.

27.09.2016

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Forschung &amp; Technik ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik) Nutzpflanzen Universell Resistent Machen

## Grundstein für Erweiterung des "Immunsystems" gelegt

Auch Pflanzen haben so etwas wie ein Immunsystem, mit dem sie Krankheitserreger wie Pilze, Viren oder Bakterien abwehren können. Kürzlich ist es Forschern mit einem gentechnischen Ansatz gelungen, bei den Versuchspflanzen Ackerschmalwand und Tabak eine Immunantwort auszulösen.

[ ![Wissenschaftlern gelang es, Pflanzen - wie zum Beispiel Tabak - für bestimmte Krankheitserreger resistent zu machen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/tabak_nicotiana_tabacum_24764123l_fotolia.jpg.webp?h=0edda1f1&itok=avRQeW3S "Wissenschaftlern gelang es, Pflanzen - wie zum Beispiel Tabak - für bestimmte Krankheitserreger resistent zu machen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/tabak_nicotiana_tabacum_24764123l_fotolia.jpg)© Fotolia

Wissenschaftlern gelang es, Pflanzen - wie zum Beispiel Tabak - für bestimmte Krankheitserreger resistent zu machen.

Die Immunabwehr der Pflanzen zu verbessern, würde helfen, die Erträge vieler Nutzpflanzen zu sichern. Im Labor gelang das Forschern nun mithilfe der NLR (nucleotide binding leucine-rich repeat-Proteine. Diese ändern ihren räumlichen Aufbau, sobald ein Keim an ihre Rezeptoren andockt und informieren dadurch andere NLR-Proteine, die die Abwehrreaktion in Gang setzen.

## Pflanzen erkennen auch bisher unbekannte Keime

Durch einen gentechnischen Eingriff bei der Ackerschmalwand und bei Tabak konnten die Wissenschaftler die Pflanzen so modifizieren, dass sie auch ihnen bisher unbekannte Keime erkennen. Beide Pflanzen erkannten zum Beispiel das Bakterium *Pseudomonas syringae*, das sie eigentlich von Natur aus anhand dessen Protease AvrPphB erkennen, im Versuch auch anhand eines ihnen bisher unbekannten Enzyms, das im Bakteriensekret enthalten ist. Auf diese Weise könnten in Zukunft weitere Pflanzen, deren Immunabwehr auf dem gleichen Prinzip beruht, resistent gegen *Pseudomonas syringae* gemacht werden – das Bakterium, das zum Beispiel an Steinobst den Bakterienbrand auslöst.

## Genome Editing ermöglicht Resistenzsteigerung

Dieser Ansatz funktionierte sogar mit einem Virus, dem TEV (Tobacco etch virus) – zwar noch nicht so schnell, wie es für eine wirksame Abwehr auf dem Acker erforderlich wäre - aber ein Anfang. Während Viren ihre RNA ständig verändern und auf diese Weise etablierte Resistenzen umgehen (Koevolution), vermuten die Forscher in diesem Fall sogar eine langfristige Resistenz. Diese Versuche sind vielversprechend. Sie zeigen einen Weg auf, wie es in Zukunft möglich sein kann, durch Genome Editing an einer Proteinfamilie Nutzpflanzen resistenter gegen eine Vielzahl von Keimen zu machen.

Quelle:[ pflanzenforschung.de](http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/universelle-resistenz-fuer-pflanzen-grundstein-fuer-erw-10586)

## Weitere Beiträge

[ ![Pakt nach Bedarf: Ackerschmalwand geht bei Phosphatmangel Verbindung mit Pilz ein](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/ackerschmalwand_arabidopsis_2390566l_fotolia.jpg.webp?h=85c51af3&itok=DfaUKvgS)

08.06.2016

Pakt nach Bedarf: Ackerschmalwand geht bei Phosphatmangel Verbindung mit Pilz ein

„Ich lasse dich bei mir ins Haus und geb dir zu essen und du öffnest mir dafür die Tür zu einem anderen Büfett“, so könnte man die Zusammenarbeit der Ackerschmalwand, Arabidopsis thaliana, mit dem Pilz Colletotrichum tofieldiae beschreiben. Unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln haben Forscher aus Deutschland, Frankreich, Japan und Spanien herausgefunden, dass der Pilz der Pflanze hilft, an für sie verwertbares Phosphat heranzukommen und im Gegenzug Produkte aus der Photosynthese erhält.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/pakt-nach-bedarf-ackerschmalwand-geht-bei-phosphatmangel-verbindung)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/pakt-nach-bedarf-ackerschmalwand-geht-bei-phosphatmangel-verbindung)

[ ![Heterosiseffekt beim Weizen jetzt systematisch nutzbar ](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizen_108957454l_fotolia.jpg.webp?h=748057dc&itok=r7a7zyxI)

17.05.2016

Heterosiseffekt beim Weizen jetzt systematisch nutzbar

Den Forschern am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben ist es jüngst gelungen, einen Ansatz für die effektivere Nutzung des Heterosiseffekts (die Kreuzung reinerbiger Elternlinien) für die Hybridzüchtung beim Weizen zu entwickeln. Davon könnte auch die Züchtung anderer selbstbefruchtender Getreidearten wie Gerste oder Reis profitieren.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/heterosiseffekt-beim-weizen-jetzt-systematisch-nutzbar)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/heterosiseffekt-beim-weizen-jetzt-systematisch-nutzbar)

[ ![Proteinveränderung gegen Trockenstress](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/trockenschaden_im_mais.jpg.webp?h=199d8c1f&itok=R8Umdara)

29.01.2016

Proteinveränderung gegen Trockenstress

Trockenheit gehört zu den größten Stressfaktoren in der Landwirtschaft und kostet jährlich viele Millionen Tonnen Ertrag. Trockenstresstolerante Pflanzen können also helfen, die Welternährung besser abzusichern. Pflanzenforscher verschiedener Fakultäten entdeckten jüngst eine Proteinveränderung, die zu einer besseren Resistenz gegen Trockenheit führt.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/proteinveraenderung-gegen-trockenstress)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/proteinveraenderung-gegen-trockenstress)
