# Klimawandel heißt Schädlinge willkommen

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- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/klimawandel-heisst-schaedlinge-willkommen
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2019-07-03T08:07:49+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:28:14+00:00
- Published: true
- Topics: Forschung / Biotech, Klimaschutz, Biodiversität / Artenvielfalt
- Teaser text: Das Verbundprojekt „ProgRAMM“ mehrerer Institute unter Leitung des Julius Kühn-Instituts (JKI) soll untersuchen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Einwanderung fremder Schädlingsarten haben könnte.

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© Andreas Kahrer / AGES Weibchen der Mittelmeerfruchtfliege.

23.07.2019

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© Andreas Kahrer / AGES

Weibchen der Mittelmeerfruchtfliege.

23.07.2019

# Klimawandel heißt Schädlinge willkommen

## Computermodell für die Schädlingsprognose

Das Verbundprojekt „ProgRAMM“ mehrerer Institute unter Leitung des Julius Kühn-Instituts (JKI) soll untersuchen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Einwanderung fremder Schädlingsarten haben könnte.

[ ![Weibchen der Mittelmeerfruchtfliege.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/csm_mittelmeerfruchtfliege_ceratitis_capitata_weibchen_d89195bc74_ages_wien.jpg.webp?h=f740b64f&itok=7eg7Chzl "Weibchen der Mittelmeerfruchtfliege.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/csm_mittelmeerfruchtfliege_ceratitis_capitata_weibchen_d89195bc74_ages_wien.jpg)© Andreas Kahrer / AGES

Weibchen der Mittelmeerfruchtfliege.

[ ![Auch durch Mitbringsel aus dem Urlaub, hier zum Beispiel eine Drachenfrucht, können Schädlinge eingeschleppt werden.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/drachenfrucht_485332400m_istock.jpg.webp?h=35c9dcc3&itok=2f786Okb "Auch durch Mitbringsel aus dem Urlaub, hier zum Beispiel eine Drachenfrucht, können Schädlinge eingeschleppt werden.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/drachenfrucht_485332400m_istock.jpg)© istock

Auch durch Mitbringsel aus dem Urlaub, hier zum Beispiel eine Drachenfrucht, können Schädlinge eingeschleppt werden.

Auch Pflanzenschädlinge reisen gern. Der Apfelsteckling von der amerikanischen Tante oder die Drachenfrucht aus Thailand sind für sie perfekte Mitfahrgelegenheiten rund um den Globus. Trotz international gültiger Kontrollvorschriften ist es angesichts der riesigen global gehandelten Warenmengen nicht möglich, jede Holzpalette, jeden Container, jede Frucht und jede Zierpflanze bei der Einfuhr zu überprüfen. So gelangen immer wieder neue Organismen aus anderen Ländern nach Deutschland oder in die Europäische Union.

Landwirtschaft und Gartenbau haben schon zahlreiche invasive Arten verzeichnen müssen, man denke nur an die aus Amerika stammenden Maiszünsler und Maiswurzelbohrer, die sich inzwischen in ganz Europa ausgebreitet haben. Die Mittelmeerfruchtfliege kann im Obstbau enorme Schäden anrichten und gilt als einer der gefährlichsten Schädlinge für Kulturpflanzen. Der aus Afrika stammende Schädling verbreitet sich durch den globalen Obsthandel und konnte sich bereits im südlichen Europa ansiedeln. Auch nach Deutschland wird sie immer wieder verschleppt, konnte sich aber dort wegen der kalten Winter bisher nicht ansiedeln. Mildere Winter aufgrund des Klimawandels könnten das ändern.

## Gefährdete Regionen entdecken

Wie gefährlich können solche neuen, potenziellen Schädlinge werden – mit dieser Frage beschäftigt man sich am JKI. Es geht darum, ob sich ein Organismus hier ansiedeln und Schäden an der heimischen Pflanzenwelt und Kulturpflanzen verursachen kann. Das Klima beziehungsweise dessen Änderung spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn so können sich hier auch Arten etablieren, die eigentlich nicht an die hiesigen klimatischen Bedingungen angepasst sind.

Das Anfang dieses Jahres gestartete, dreijährige Verbundprojekt „ProgRAMM“ (Proaktive Pflanzengesundheitliche Risikoanalyse durch Modellierung und Monitoring), an dem neben dem JKI auch das [Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)](https://www.pik-potsdam.de/pik-startseite) und das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) mitwirken, soll ein Computermodell erstellt werden, das vorhersagen kann, in welchen Regionen sich welche neuen Schädlinge am ehesten ansiedeln können. Zugleich wird die dynamische Ausbreitung von sechs hier nicht heimischen Pflanzenschädlingen, die schon jetzt vom Klimawandel profitieren, beobachtet. So sollen Gebiete in Deutschland identifiziert werden, in denen sich künftig neue Schädlinge ansiedeln könnten.

Quelle: [JKI](https://www.julius-kuehn.de/presse/pressemeldung/news/pi-nr-6-modellierung-soll-ausbreitung-neuer-nicht-heimischer-pflanzenschaedlinge-vorhersagen/)

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24.01.2017

Insekten auf dem Vormarsch

Insekten sind die Eiweißmahlzeit des dritten Jahrtausends, so sagen die einen. Insekten verursachen riesige Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, sagen andere. Beides ist richtig. Sicher ist, dass Insekten aufgrund des Klimawandels und des internationalen Handels auf dem Vormarsch in neue Lebensräume sind.

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07.01.2014

Blinde Passagiere: Insekten unterwegs in riesigen Containerschiffen

Solange Güter über Seewege befördert werden, finden sich auf den Schiffen auch Insekten. Die blinden Passagiere können die Fracht schädigen und nach der Ankunft im Hafen in neue Lebensräume einwandern. „Die Industrialisierung des Seegütertransports hat die Insektenfaunen in den weltweit gehandelten Gütern stark verändert“, berichtet Prof. Dr. Joachim Schliesske vom Institut für Angewandte Botanik in Hamburg.

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23.08.2012

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Landwirtschaft aus?

Das Wetter in Mitteleuropa ist unberechenbar. Doch bei allen Ausschlägen nach oben oder unten zeichnete sich in den letzten Jahrzehnten ein Trend zur Erwärmung ab. So lag die Jahresdurchschnittstemperatur auch 2011 nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) über dem langjährigen Mittel. 2011 um 1,4 Grad Celsius.

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01.02.2016

Große Fliegenjagd in Neuseeland

In einem Vorort von Auckland ging am 21. Januar 2016 eine ausgewachsene männliche Fruchtfliege mit dem lateinischen Namen Bactrocera tau in eine Lockstofffalle. Der Schädling aus Asien, dem viele Obst- und Gemüsearten schmecken, wurde damit erstmals in Neuseeland gefunden. Unverzüglich legte das Ministerium für Rohstoffindustrie (Ministry for Primary Industries, MPI) rund um den Fundort einen Kontrollbereich fest, stellte vermehrt Fallen auf und bat die Bevölkerung, bei der Suche des Insekts zu helfen.

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07.06.2012

Gefährlicher Einwanderer: Der Asiatische Laubholzbockkäfer schädigt Laubbäume

Die Larven der zu den Bockkäfern (Cerambycidae) zählenden Gattung Anoplophora fressen Gänge in das Holz verschiedener Laubbaumarten. Unter ihnen ist eine Käferart besonders gefährlich: der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), der seit 2001 vermehrt in Europa auftritt. Seine großen Fraßgänge schädigen zuerst Kronenteile und bringen innerhalb weniger Jahre schließlich ganze Bäume zum Absterben.

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[ ![Spürhunde und Röntgenstrahlen fahnden nach Zitrusbockkäfer](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/spuerhund-kontrolle_v_importierten_pflanzen_2_u.hoyer-tomiczek.jpg.webp?h=adbb760b&itok=C8scCQcz)

07.10.2010

Spürhunde und Röntgenstrahlen fahnden nach Zitrusbockkäfer

Der Zitrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) ist in China und anderen asiatischen Ländern beheimat und gilt dort als gefährlicher Schädling. Nach Europa gelangte der Quarantäneschädling mit exotischen Pflanzen wie zum Beispiel Bonsai und Fächerahorn. Europa wehrt sich mit Importverboten und strengen Einfuhrkontrollen gegen den Eindringling. Gängiges Verfahren ist die Sichtkontrolle. Bei der „zerstörenden Einfuhruntersuchung“ werden Pflanzen zerlegt, um Käfer und Larven zu entdecken. Das heißt, ein Teil der Ware muss der Sicherheit geopfert werden. Als erfolgversprechend erweisen sich neue „Detektionsmethoden“ wie der Einsatz von Spürhunden und Röntgen-Scannern.

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