# Kann man Pflanzen bald impfen?

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- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/kann-man-pflanzen-bald-impfen
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2020-08-21T13:09:41+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
- Published: true
- Topics: Forschung / Biotech
- Teaser text: Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe erforscht die Rolle der RNA-Moleküle bei der Krankheitsentwicklung. Demnächst könnten vielleicht Biomoleküle Pflanzenkrankheiten bekämpfen und chemische Lösungen reduzieren.

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Krankheiten wie Phytophthora infestans sind für riesige Ernteausfälle verantwortlich und können nur mit hohem chemischem Aufwand gebändigt werden.

22.09.2020

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## Molekularen Mechanismen bei der Krankheitsentstehung auf der Spur

Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe erforscht die Rolle der RNA-Moleküle bei der Krankheitsentwicklung. Demnächst könnten vielleicht Biomoleküle Pflanzenkrankheiten bekämpfen und chemische Lösungen reduzieren.

[ ![Krankheiten wie Phytophthora infestans sind für riesige Ernteausfälle verantwortlich und können nur mit hohem chemischem Aufwand gebändigt werden.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/phtytophthora_infestans_272252666_adobestock.jpeg.webp?h=0706c8fe&itok=JcC1Md2M "Krankheiten wie Phytophthora infestans sind für riesige Ernteausfälle verantwortlich und können nur mit hohem chemischem Aufwand gebändigt werden.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/phtytophthora_infestans_272252666_adobestock.jpeg)© AdobeStock

Krankheiten wie Phytophthora infestans sind für riesige Ernteausfälle verantwortlich und können nur mit hohem chemischem Aufwand gebändigt werden.

[ ![Auch Braunrost ist eine tückische Pilzkrankheit, der wie hier Roggen befallen kann.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/braunrost_ch.jpg.webp?h=bff2dcfe&itok=tKi9NsaD "Auch Braunrost ist eine tückische Pilzkrankheit, der wie hier Roggen befallen kann.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/braunrost_ch.jpg)© Catrin Hahn

Auch Braunrost ist eine tückische Pilzkrankheit, der wie hier Roggen befallen kann.

[ ![Mutterkorn hat in der Geschichte zu schrecklichen Vergiftungsfällen geführt, ist heute allerdings durch technische Maßnahmen kaum noch eine Gefahr.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/mutterkorn_ch.jpg.webp?h=a687afd2&itok=rHKHEnyn "Mutterkorn hat in der Geschichte zu schrecklichen Vergiftungsfällen geführt, ist heute allerdings durch technische Maßnahmen kaum noch eine Gefahr.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/mutterkorn_ch.jpg)© Catrin Hahn

Mutterkorn hat in der Geschichte zu schrecklichen Vergiftungsfällen geführt, ist heute allerdings durch technische Maßnahmen kaum noch eine Gefahr.

Ertragsverluste durch Pflanzenkrankheiten stellen Landwirte überall auf der Welt vor immense Herausforderungen. Verstärkt werden die Probleme durch die Veränderung des Klimas, damit einhergehende Veränderungen im Schaderregerspektrum, zunehmende Resistenzen und – vor allem in Europa – auch durch die Einschränkung des Pflanzenschutzmittelangebots aufgrund politischer Vorgaben.

Um die Erträge wichtiger Kulturpflanzen langfristig zu sichern, braucht es also neue und wirksame Strategien. Das gilt ebenso für die Erhöhung der Trockentoleranz der Kulturen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet aus diesem Grund an der [Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)](https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm103-20pflanzenkrankheiteninterdisziplinaereforschungsgruppe) eine interdisziplinäre Forschungsgruppe ein, die die molekularen Mechanismen bei der Entstehung und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten untersucht.

Die Gruppe mit dem Namen „Kommunikation in der Wirtspflanzen-Mikroben-Interaktion durch exRNA: ein systemanalytischer Ansatz zur Erforschung der molekularen Mechanismen und der agronomischen Anwendung“ wird in den nächsten vier Jahren von der DFG mit insgesamt rund 3,5 Millionen Euro gefördert. Interdisziplinär finden sich darin Arbeitsgruppen aus der Phytopathologie, der Biochemie und der Bioinformatik zusammen. Beteiligt sind auch Kooperationspartner weiterer Universitäten, und zwar aus München, Hamburg, Aachen und Düsseldorf.

## Wie kommunizieren Pflanze und Erreger?

Hauptaugenmerk der Wissenschaftler gilt den Ribonukleinsäure(RNA)-Molekülen. Neuesten Erkenntnissen aus der Infektionsforschung zufolge spielen sie eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentwicklung, indem sie zwischen befallenem Wirt (Mensch, Tier oder Pflanze) und mikrobiellem Krankheitserreger ausgetauscht werden.

Die Teilnehmer der Forschungsgruppe wollen daher untersuchen, wie die Kommunikation zwischen Getreidepflanzen und den sie attackierenden pathogenen Krankheitserregern abläuft. Der Sprecher der Gruppe, Professor Dr. Karl-Heinz Kogel vom Institut für Phytopathologie Gießen, erklärt: „Die gewonnenen Erkenntnisse über die Mechanismen von Pflanzenkrankheiten und pflanzlicher Immunität können langfristig dazu beitragen, neue Strategien zur Minderung des chemischen Pflanzenschutzes und zur Ertragssicherung von wichtigen Kulturpflanzen zu entwickeln“. Denn die Forschungsergebnisse könnten tatsächlich zur Entwicklung neuer Therapieformen beitragen, wie sie bereits in der Humanmedizin Anwendung finden. „Dies trifft nicht nur in der Medizin zu, diese Moleküle zeigen auch vielversprechende Effekte gegen Erreger von Pflanzenkrankheiten. Wir sehen, dass wir mit diesen Biomolekülen Pflanzenkrankheiten sehr effektiv verhindern können“, fährt Professor Kogel fort. Demnächst könnten wir also „auf Basis von RNA einen neuen Baustein zur Bekämpfung von alten und durch Klimawandel neu auftretenden Pflanzenkrankheiten mit Hilfe hocheffizienter, sicherer und umweltverträglicher biologischer Verfahren zu Hand haben“.

Quelle: [Gabot.de](https://www.gabot.de/index.php?id=24&tx_news_pi1%5Bnews%5D=404721&no_cache=1)

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27.02.2020

Immuntherapie für Kartoffeln

Jahrhundertelang schwebte Phytophthora infestans als Schreckgespenst über Bauern und Bewohnern vor allem armer Länder. Wissenschaftler wollen endlich herausfinden, ob der aggressive Schadpliz, dem man heute nur mit zahlreichen Spritzbehandlungen beikommt, anderweitig zu beherrschen ist. Dafür gibt es mehrere interessante Ansätze.

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02.04.2020

Der heilige Gral: Chitosane als „Pflanzen-Impfstoff“

Pflanzen durch „Impfen“ vor Krankheiten schützen? Was bisher nicht ging, kann in Zukunft möglich werden. Wissenschaftler der Universität Münster konnten Pflanzen durch einen aus Pilzen gewonnenen Zucker „immunisieren“. Dabei fanden sie heraus, welche Moleküle für die Immunisierung verantwortlich sind. Ein Durchbruch in der Pflanzenimmunitätsforschung.

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20.04.2010

Phytophthora infestans: Lösung in Sicht

Die Schnecklinge (Hygrophorus), das sind Pilze, die in heimischen Wäldern vorkommen, könnten möglicherweise helfen, eine der wichtigsten Krankheiten im Kartoffelanbau zu bekämpfen: die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans). Am Leibniz-Institut für Biochemie in Halle (Saale) entdeckten Wissenschaftler in den Schnecklingen einen Wirkstoff, der bereits in sehr niedrigen Konzentrationen den Erreger der Kraut- und Knollenfäule abtötet.

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30.10.2019

Ursprung der Kartoffel geklärt

Auf einer Expedition sammelte Charles Darwin im 19. Jahrhundert unter anderem auch Kartoffelpflanzen. Diese Proben halfen Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen bei der Klärung einer über hundert Jahre alten Streitfrage: Woher kommt die europäische Kartoffel?

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25.05.2010

Die Kraut- und Knollenfäule – Kartoffelkrankheit Nr. 1

20 bis 30 Prozent der Kartoffelernte werden vernichtet, wenn der pilzliche Erreger der Kraut- und Knollenfäule nicht rechtzeitig und konsequent bekämpft wird. Das haben Untersuchungen des Lehrstuhls für Pflanzenkrankheiten der Technischen Hochschule München gezeigt. Bei empfindlichen Sorten – insbesondere bei sehr guten Speisekartoffeln – kann sogar die Hälfte der Erträge verloren gehen. Pflanzenschutzforschung, Züchtung, Beratung und Warndienst haben geholfen, dass der Pilz nicht mehr zu Katastrophen früherer Jahrhunderte führt. Auch die Grüne Gentechnik kann dazu beitragen.

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[ ![Kraut- und Knollenfäule - der größte Feind der Kartoffel ](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/schnitt-durch-eine-von-der-knollenfaeule-befallene-kartoffel.jpeg.webp?h=2a479378&itok=q7MTqEIe)

17.11.2009

Kraut- und Knollenfäule - der größte Feind der Kartoffel

Die Kraut- und Knollenfäule vernichtet bei Kartoffeln weltweit jährlich Ernteerträge im Wert von etwa drei Milliarden Euro. Befallene Pflanzen sterben in rasantem Tempo ab, sobald Wind und Regen massenweise Sporen des pilzlichen Krankheitserregers auf die Blätter der Kartoffelpflanzen befördert haben. Ohne wirksame Pflanzenschutzmittel und immer neue Wirkmechanismen wären die Verluste noch bedeutend größer. Mit der Entschlüsselung seines Genoms* hat eine internationale Forschungsgruppe mit Wissenschaftlern aus 35 Forschungseinrichtungen aus sechs Ländern eine Möglichkeit eröffnet, dem gefährlichen Pilz Einhalt zu gebieten.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/kraut-und-knollenfaeule-der-groesste-feind-der-kartoffel)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/kraut-und-knollenfaeule-der-groesste-feind-der-kartoffel)
