# Insektensterben – global betrachtet

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/insektensterben-global-betrachtet
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2020-07-21T07:02:54+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
- Published: true
- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt, Umweltschutz
- Teaser text: Weltweit betrachtet ist der Rückgang von Insektenpopulationen nicht so stark wie gelegentlich angenommen, haben Wissenschaftler in einer Metastudie herausgefunden. Allerdings ist das kein Grund zur Entwarnung. Verlässliche Zahlen fehlen oft.

## Content

© iStock Eine Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) kriecht aus ihrer Niströhre in einem Bienenhotel. Der Verlust von Lebensräumen macht auch dieser Art zu schaffen.

11.08.2020

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Forschung &amp; Technik ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik) Insektensterben – Global Betrachtet

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rostrote_mauerbiene_870796180l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=pw2crmbd)

© iStock

Eine Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) kriecht aus ihrer Niströhre in einem Bienenhotel. Der Verlust von Lebensräumen macht auch dieser Art zu schaffen.

11.08.2020

# Insektensterben – global betrachtet

## Studie zum Artenschwund bei Insekten zeigt differenziertes Bild

Weltweit betrachtet ist der Rückgang von Insektenpopulationen nicht so stark wie gelegentlich angenommen, haben Wissenschaftler in einer Metastudie herausgefunden. Allerdings ist das kein Grund zur Entwarnung. Verlässliche Zahlen fehlen oft.

[ ![Eine Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) kriecht aus ihrer Niströhre in einem Bienenhotel. Der Verlust von Lebensräumen macht auch dieser Art zu schaffen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rostrote_mauerbiene_870796180l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=I199VaNE "Eine Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) kriecht aus ihrer Niströhre in einem Bienenhotel. Der Verlust von Lebensräumen macht auch dieser Art zu schaffen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rostrote_mauerbiene_870796180l_istock.jpg)© iStock

Eine Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) kriecht aus ihrer Niströhre in einem Bienenhotel. Der Verlust von Lebensräumen macht auch dieser Art zu schaffen.

[ ![Hummeln und Wildbienen sind wichtige Bestäuber.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/hummel_auf_distel_828480124l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=BXA5XPIT "Hummeln und Wildbienen sind wichtige Bestäuber.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/hummel_auf_distel_828480124l_istock.jpg)© iStock

Hummeln und Wildbienen sind wichtige Bestäuber.

[ ![Der Rückgang abwechslungsreicher Lebensräume macht auch den Schmetterlingen zu schaffen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/schmetterling_schwarz-weiss_1027169238l_istock.jpg.webp?h=54f755f4&itok=JL811TtK "Der Rückgang abwechslungsreicher Lebensräume macht auch den Schmetterlingen zu schaffen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/schmetterling_schwarz-weiss_1027169238l_istock.jpg)© iStock

Der Rückgang abwechslungsreicher Lebensräume macht auch den Schmetterlingen zu schaffen.

Insekten sind wichtig für Mensch und Umwelt, besonders wenn es um die Bestäubung von Nutzpflanzen und die Zersetzung von totem organischem Material geht. Umso besorgniserregender sind Zahlen zum Insektenschwund, die von verschiedenen Studien nachgewiesen wurden. Allerdings betrachten diese Studien in der Regel nur regionale Insektenvorkommen; eine Übersicht über die globale Situation fehlt. Um das nachzuholen, haben Wissenschaftler von vier deutschen Forschungseinrichtungen Daten von 166 Langzeitstudien auf 1676 Flächen in 41 Ländern ausgewertet. Wie erwartet, ergab sich eine globale Abnahme der Landinsekten, aber lediglich um 0,91 Prozent pro Jahr (8,81 Prozent pro Jahrzehnt). Regionale Studien aus Deutschland und Puerto Rico hatten im Vergleich dazu Verluste von 3 bis 6 Prozent pro Jahr ermittelt.

Die stärksten Abnahmen wurden in Nordamerika und in Teilen Mitteleuropas beobachtet. Für Europa waren ab 2005 die Verluste am stärksten, während in Nordamerika nach Tiefständen in den 1960er bis 1990er Jahren inzwischen wieder leichte Zuwächse zu erkennen waren.

## Kein Zusammenhang mit dem Klimawandel festgestellt

Grund für den Artenschwund könnten Landnutzungsänderungen sein, vor allem die zunehmende Verstädterung und die Intensivierung der Landwirtschaft. Allerdings bewirkte die landwirtschaftliche Nutzung auf lokaler Ebene oft sogar eine Zunahme der Insekten. Als Grund dafür nehmen die Wissenschaftler an, dass bei langfristiger ackerbaulicher Nutzung weniger Landnutzungsänderungen auftreten und die Insekten ein relativ stabiles Umfeld hätten. Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel als Ursache für Insektenschwund konnte nicht festgestellt werden.

## Positiver Trend für Süßwasserinsekten

Ein positiver Trend fand sich für Süßwasserinsekten, ihre Zahl nahm um 1,08 Prozent pro Jahr (11,33 Prozent pro Jahrzehnt) zu. Die Wissenschaftler vermuten, dass Maßnahmen zur Wasserreinhaltung Wirkung zeigen. Aber auch eine Erwärmung durch den Klimawandel sowie Effekte durch Nährstoffeinträge kämen als Ursachen infrage.

Auch wenn der globale Verlust an Insekten etwa sechs Mal niedriger liegt als von einzelnen Studien ermittelt, sei das kein Grund zur Entwarnung. In ihrer Schlussfolgerung forderten die Wissenschaftler dringend verstärkte Schutzmaßnahmen. Denn dass die Verluste an Landinsekten schwächer ausfielen, führen sie auch auf die ungleich verteilte Datenlage zurück. In Nordamerika und Europa, wo die meisten Studien stattfanden, befanden sich viele der untersuchten Flächen in Schutzgebieten. Dort fällt der Artenschwund geringer aus als in der Umgebung von Städten und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Von Gebieten mit den größten Belastungen gibt es zu wenige Daten.

## Verlust von Nahrungspflanzen verringert Zahl der Insekten

Eine weitere Studie befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Insekten und dem Verlust ihrer Nahrungspflanzen. Sie verglich das Vorkommen von 966 Pflanzenarten im Großraum Zürich Anfang des 20. Jahrhunderts und heute. Es ergab sich ein umfassender Verlust von Wildpflanzen in fast allen Lebensräumen. Besonders seltenere Pflanzenarten in Feuchtgebieten und auf Agrarflächen waren vom Schwund betroffen. Auf diese Nahrungspflanzen angewiesene „Spezialisten“ unter den Insekten gingen stark zurück. Generell fanden die Wissenschaftler eine Angleichung der heimischen Flora in verschiedenen Lebensräumen. Diese Homogenisierung führe zu einer Verknappung des Nahrungsangebots durch „Blühlöcher“.

Quelle: [pflanzenforschung.de](https://www.pflanzenforschung.de/index.php/?cID=5380)

## Weitere Informationen

IVA-Positionspapier "Rückgang der Insektenpopulationen"

[ Mehr erfahren ](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/iva-positionspapier_insektenrueckgang.pdf)

Rote Liste der Insekten: Welche Arten sind in Gefahr?

[ Mehr erfahren ](https://www.bussgeldkatalog.org/tierschutz-insekten/)

## Weitere Beiträge

[ ![Weltbienentag am 20. Mai](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/biene_auf_ringelblume_506973307l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=cqOrgkX4)

21.04.2020

Weltbienentag am 20. Mai

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Mit diesem Aktionstag soll die Bedeutung der Insekten für unser Ökosystem und für die Landwirtschaft unterstrichen werden. Und er soll ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es weltweit immer weniger Bienen gibt.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/weltbienentag-am-20-mai)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/weltbienentag-am-20-mai)

[ ![Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/rostrote_mauerbiene_paul_westrich.jpg.webp?h=49463de5&itok=zt7OlTY_)

29.05.2019

Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019

Auch für dieses Jahr wurde ein „Insekt des Jahres“ gewählt: Die Rostrote Mauerbiene. Koordiniert vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg, besteht das Auswahl-Kuratorium aus insgesamt 13 Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gemeinsam wollen sie auf die Bedeutung der Insekten für Mensch und Natur hinweisen, dieses Mal insbesondere auf die Bestäubungsleistung der bedrohten Wildbienen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/rostrote-mauerbiene-ist-insekt-des-jahres-2019)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/rostrote-mauerbiene-ist-insekt-des-jahres-2019)

[ ![Biologische Vielfalt im eigenen Garten](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gemuesegarten_613517354m_istock.jpg.webp?h=140710cd&itok=s-ZYU3jQ)

22.05.2019

Biologische Vielfalt im eigenen Garten

Gärten sind die „Arbeitsplätze“ von Hobbygärtnern und schaffen einen Ausgleich zur Arbeit im Büro oder in der Industrie, sie tragen zur Nahrungsmittelversorgung bei oder dienen als Ziergarten einfach zur Erholung. Rund 5 Millionen Menschen betreiben in Deutschland einen Kleingarten. Sie können alle dazu beitragen, die biologische Vielfalt in unserer Umwelt zu erhalten und zu erhöhen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/biologische-vielfalt-im-eigenen-garten)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/biologische-vielfalt-im-eigenen-garten)

[ ![Heimische Gehölze im eigenen Garten](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/viburnumbeeren_496092356l_istock_-_kopie_0.jpg.webp?h=9c52cc76&itok=jVD2C57z)

03.07.2019

Heimische Gehölze im eigenen Garten

Alles in Mode: Es gab eine Zeit, da waren in unseren Vorgärten vor allem Koniferen wie Thuja und Scheinzypresse angesagt. In anderen Regionen pflanzen die Menschen gerne Rhododendron und Kirschlorbeer. Seit einigen Jahren sind gar „Steingärten“ angesagt, die außer einem bunten Farbtupfer in der Pflanzschale gar nichts Lebendiges mehr beherbergen. Bienen- und insektenfreundlich sind sie alle nicht. Dabei gibt es viele heimische Sträucher und Gehölze, mit denen Hausbesitzer und Mieter ihren Garten als Bienenweide und Vogelnährgehölz sinnvoll anlegen können.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/heimische-gehoelze-im-eigenen-garten)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/heimische-gehoelze-im-eigenen-garten)

[ ![Gartenhummel bestäubt effizienter als Honigbiene](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gartenhummel_birgit_marzinzig_uni_goettingen.jpg.webp?h=a9a8cd40&itok=GGaNNgei)

12.07.2018

Gartenhummel bestäubt effizienter als Honigbiene

Viele unserer landwirtschaftlichen Nutzpflanzen sind auf eine Bestäubung angewiesen. Die meisten Menschen denken dabei sofort an die Honigbiene. Doch auch andere Bienen oder Hummeln sind beteiligt. Sehr effizient ist dabei die Gartenhummel, wie Wissenschaftler der Georg-August-Universität Göttingen herausfanden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/gartenhummel-bestaeubt-effizienter-als-honigbiene)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/gartenhummel-bestaeubt-effizienter-als-honigbiene)

[ ![Ideenbuch Insektenhotels](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/orlow_insektenhotels.jpg.webp?h=5fa3854b&itok=Zx7onvJR)

30.10.2015

Ideenbuch Insektenhotels

Der Garten ist Lebensraum für zahlreiche Insekten. Dabei begegnen dem Gartenfreund nicht nur diejenigen Insekten, die an und von seinen Nutzpflanzen leben und ihm die Ernte oder Blumenpracht streitig machen, sondern viele andere Arten. Manche davon rechnen wir zu den Nützlingen, andere sollten wir als Teil der erstrebenswerten biologischen Vielfalt nicht nur dulden, sondern ihnen auch Lebenshilfen in unserer kleinen „Kulturlandschaft“, im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon geben.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/ideenbuch-insektenhotels)

](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/ideenbuch-insektenhotels)
