# Im Schutz von Bäumen

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- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/im-schutz-von-baeumen
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- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2026-04-28T08:00:00+00:00
- Updated: 2026-04-28T08:00:00+00:00
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- Topics: Forschung / Biotech, Landwirtschaft
- Teaser text: Eine der ältesten Agroforst-Versuchsflächen in Deutschland, unter Beobachtung der Universität Hohenheim, zeigt das Potenzial dieser widerstands- und zukunftsfähigen Alternative im Klimawandel.

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© Veronika Geisler, Universität Hohenheim Agroforst, hier als Alleenkultur, kann die Erträge von landwirtschaftlich genutzten Pflanzen stabilisieren – selbst bei schwankender Verfügbarkeit von Wasser.

28.04.2026

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© Veronika Geisler, Universität Hohenheim

Agroforst, hier als Alleenkultur, kann die Erträge von landwirtschaftlich genutzten Pflanzen stabilisieren – selbst bei schwankender Verfügbarkeit von Wasser.

28.04.2026

# Im Schutz von Bäumen

## Agroforst stabilisiert landwirtschaftliche Erträge

Eine der ältesten Agroforst-Versuchsflächen in Deutschland, unter Beobachtung der Universität Hohenheim, zeigt das Potenzial dieser widerstands- und zukunftsfähigen Alternative im Klimawandel.

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Agroforst, hier als Alleenkultur, kann die Erträge von landwirtschaftlich genutzten Pflanzen stabilisieren – selbst bei schwankender Verfügbarkeit von Wasser.

Agroforstwirtschaft – die Kombination aus Bäumen und Sträuchern mit Ackerbau und Weidewirtschaft auf einer Fläche – ist eine sehr alte Anbaumethode. Besonders in den Tropen und Subtropen ist sie auch heute weit verbreitet. Sie fördert die Biodiversität und macht landwirtschaftliche Systeme robuster gegen Klimarisiken. Diesen Effekt macht sich zunehmend auch die europäische Landwirtschaft zunutze. So zeigt eine Langzeitstudie der Universität Hohenheim in Stuttgart: Auch in gemäßigten Klimazonen können Gehölzreihen Ackererträge stabilisieren – selbst bei schwankender Verfügbarkeit von Wasser. Entscheidend ist dabei das richtige Zusammenspiel von Baumart, Abstand der Baumreihen, Bodenbeschaffenheit und klimatischen Bedingungen.

## **Agroforst in gemäßigten Breiten**

Vor allem streifenförmige Agroforstsysteme mit weit auseinanderstehenden Gehölzstreifen, zwischen denen Nutzpflanzen kultiviert werden, erlauben eine mechanisierte Bewirtschaftung. Außerdem steigern sie die Wasser- und Nährstoffeffizienz und machen die Landwirtschaft robuster gegen Klimarisiken. Die Sträucher und Bäume bringen aber auch Herausforderungen mit: Sie konkurrieren mit den Kulturpflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe. Besonders die Lichtkonkurrenz sorgt in gemäßigten Breiten häufig für Ertragseinbußen. Viele Kulturpflanzen in den gemäßigten Breiten sind auf sonnige Bedingungen gezüchtet –Schatten durch Bäume kann hier schnell zum Problem werden.

Während in warmen Klimazonen die Vorteile der Agroforstwirtschaft gut erforscht sind, fehlt es in den gemäßigten Breiten noch an Langzeitstudien. Bisher gibt es keine verlässlichen Datenreihen, die zeigen, wie sich die Methode langfristig auf die Erträge in extrem trockenen oder besonders feuchten Jahren auswirkt. Doch auf der Versuchsstation Ihinger Hof der Universität Hohenheim schlummerte nahezu unbeachtet eine der ältesten Agroforst-Versuchsflächen in Deutschland. 2007 vom Leiter des früheren Fachgebiets ‚Allgemeiner Pflanzenbau‘, Professor Dr. Wilhelm Claupein eingerichtet und über die Jahre fast vergessen, hielt das Team vor Ort die Fläche am Leben und sammelte 17 Jahre lang Daten. Die Koordinationsstelle Agroforstsystem-Forschung, die die Anlage schließlich wiederentdeckte, war überglücklich über die lange Datenreihe.

## **Unterschiedliche Ertragsmuster abhängig vom Gehölztyp**

Nun konnten Ertragsreihen von fünf Winterkulturen − Wintererbsen, Triticale, Wintergerste, Winterweizen sowie Raps − in sieben Vegetationsperioden ausgewertet werden. Die Kulturen wurden zwischen drei Gehölzstreifen angebaut: Hecken mit einheimischen Bäumen und Sträuchern, Reihen mit Walnussbäumen und Weiden-Kurzumtriebsplantagen. Insgesamt fielen die Erträge im Bereich von 12 bis 18 Metern Entfernung von den Baumreihen am höchsten aus, während sie in der Mitte der Allee (18 bis 24 Mitte) signifikant zurückgingen. Dabei hingen die Einflüsse stark vom Typ der Gehölzreihe ab.

„Insbesondere bei den Weidenpflanzungen waren die Einbußen in unmittelbarer Nähe zur Baumreihe besonders ausgeprägt“, sagt Olef Koch von der Koordinationsstelle Agroforstsystem-Forschung. „Der Grund könnte eine intensive Konkurrenz um Licht, Wasser und vor allem Nährstoffe sein. Denn mit jeder Ernte der Weidenruten werden auch Nährstoffe vom Feld entfernt.“ Erst in größerer Entfernung überwiegen dann die Vorteile wie ein ausgeglichenes Mikroklima.

Bei Hecken hingegen zeigte sich ein gegenteiliger Effekt: Die niedrigsten Erträge waren nicht direkt an den Gehölzen zu finden, sondern in der Alleemitte. „Hier scheint die mikroklimatische Schutzwirkung der Hecken eine Rolle zu spielen, die den angrenzenden Pflanzenstandort begünstigt“, erklärt Olef Koch.

Bei den Walnussbaumreihen fanden sich keine signifikanten Unterschiede in den Erträgen innerhalb der Parzellen: „Der späte Blattaustrieb und die hohen Baumkronen führen zu weniger Lichtkonkurrenz, wodurch sich die Nutzpflanzenkulturen auf der ganzen Fläche gleichmäßig entwickeln konnten,“ vermutet der Experte.

## **Gehölzreihen als natürliche Schutzschilde bei Trockenheit**

Besonders bemerkenswert: Die Baumreihen stabilisieren die Erträge selbst bei Trockenheit – unabhängig vom Gehölztyp. Auf der windzugewandten Seite zeigte sich zwar ein Rückgang der Erträge bei Wassermangel, doch in der Nähe der Baumreihen und auf der windabgewandten Seite blieben die Erträge stabil. Denn die Gehölzreihen fungieren wie natürliche Schutzschilde. Sie schaffen ein mikroklimatisches Gefälle, das auf der windabgewandten Seite die Verdunstung reduziert, die Bodenfeuchtigkeit erhält und die Lufttemperaturen senkt. Dadurch verringert sich die Transpiration der Pflanzen – ein wesentlicher Vorteil an heißen Sommertagen.

Quelle: [idw-online](https://idw-online.de/de/news852842)

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