# Friss mich und ich stech dich

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/friss-mich-und-ich-stech-dich
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2018-03-05T15:48:50+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
- Published: true
- Topics: Landwirtschaft
- Teaser text: Kalziumphosphat steckt in unseren Zähnen und in unseren Knochen. Es macht sie hart und widerstandsfähig. Im Pflanzenreich dient der Mineralstoff zur Abwehr von Fressfeinden. Das ist zum Beispiel von Blumennesselgewächsen bekannt, die ihre Haare damit stabilisieren. Botanik-Wissenschaftler der Universität Bonn haben herausgefunden, dass der Mineralstoff auch von der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) genutzt wird. Ihre gehärteten Stacheln durchbohren Blattläuse nach dem Vorbild der Eisernen Jungfrau aus dem Mittelalter.

## Content

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/arabidopsis_thaliana_os_cryo_pd_3522_bunt.jpg.webp?h=036a71b7&itok=34LCw-nY)

© Hans-Jürgen Ensikat/Uni Bonn

Mehrere Haare der Ackerschmalwand: Die scharfen Spitzen sind in unterschiedliche Richtungen gewandt und nur die extreme Spitze selbst ist mit Kalziumphosphat inkrustiert.

27.03.2018

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Forschung &amp; Technik ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik) Friss Mich und Ich Stech Dich

## Ackerschmalwand verwendet Kalziumphosphat als Abwehr gegen Fressfeinde

Kalziumphosphat steckt in unseren Zähnen und in unseren Knochen. Es macht sie hart und widerstandsfähig. Im Pflanzenreich dient der Mineralstoff zur Abwehr von Fressfeinden. Das ist zum Beispiel von Blumennesselgewächsen bekannt, die ihre Haare damit stabilisieren. Botanik-Wissenschaftler der Universität Bonn haben herausgefunden, dass der Mineralstoff auch von der Ackerschmalwand *(Arabidopsis thaliana)* genutzt wird. Ihre gehärteten Stacheln durchbohren Blattläuse nach dem Vorbild der Eisernen Jungfrau aus dem Mittelalter.

[ ![Mehrere Haare der Ackerschmalwand: Die scharfen Spitzen sind in unterschiedliche Richtungen gewandt und nur die extreme Spitze selbst ist mit Kalziumphosphat inkrustiert.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/arabidopsis_thaliana_os_cryo_pd_3522_bunt.jpg.webp?h=036a71b7&itok=L1t44fX5 "Mehrere Haare der Ackerschmalwand: Die scharfen Spitzen sind in unterschiedliche Richtungen gewandt und nur die extreme Spitze selbst ist mit Kalziumphosphat inkrustiert.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/arabidopsis_thaliana_os_cryo_pd_3522_bunt.jpg)© Hans-Jürgen Ensikat/Uni Bonn

Mehrere Haare der Ackerschmalwand: Die scharfen Spitzen sind in unterschiedliche Richtungen gewandt und nur die extreme Spitze selbst ist mit Kalziumphosphat inkrustiert.

In der Landwirtschaft gilt die Ackerschmalwand als Unkraut. Für Wissenschaftler ist sie dagegen eine unerschöpfliche Quelle für die genetische, molekularbiologische und physiologische Forschung. Vor kurzem entdeckte ein Team um Professor Maximilian Weigend vom Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen an der Universität Bonn, dass auch die Ackerschmalwand Kalziumphosphat in ihren Haaren verwendet und damit ihren Blattlaus-Fressfeinden „Zähne zeigt“. Auch andere Pflanzen wie Rosenartige *(Rosales)*, Raublattartigen-Gewächse *(Boraginales)* und Kreuzblütlerartigen *(Brassicales)* nutzen diesen Mechanismus.

## Auch kleine und vermeintlich weiche Haare können scharfe Waffen sein

Bei *Arabidopsis* sind die Haare klein und vergleichsweise weich, der Mineralstoff befindet sich nur in den Spitzen. Die Mikroskopie-Aufnahmen der Bonner Wissenschaftler zeigen aufgespießte Blattläuse, für die die gehärteten Dornen ein Hindernis darstellen. Wenn die genetische Basis für die Ausbildung dieser Abwehrwaffen entschlüsselt werden kann, könnte man diesen Mechanismus in der Zukunft auch für die Zucht insektenresistenterer Kulturarten nutzen.

Quelle: [Gabot.de](https://www.gabot.de/index.php?id=24&tx_news_pi1%5Bnews%5D=389140&no_cache=1)

## Weitere Beiträge

[ ![Abscisinsäure für Geschlechtsfestlegung in Pflanzen mitverantwortlich](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/ackerschmalwand_arabidopsis_2390566l_fotolia_0.jpg.webp?h=85c51af3&itok=3wEnFKdG)

01.02.2017

Abscisinsäure für Geschlechtsfestlegung in Pflanzen mitverantwortlich

Phyto-, also Pflanzenhormone spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung und den Stoffwechsel der Pflanzen. Schüler wissen aus dem Biologieunterricht, dass die Abscisinsäure für das Abwerfen der Blätter im Herbst mitverantwortlich ist. Dass sie aber auch an der Geschlechtsfestlegung von Pflanzen beteiligt ist, war bisher nicht bekannt.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/abscisinsaeure-fuer-geschlechtsfestlegung-pflanzen-mitverantwortlich)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/abscisinsaeure-fuer-geschlechtsfestlegung-pflanzen-mitverantwortlich)

[ ![Nutzpflanzen universell resistent machen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/tabak_nicotiana_tabacum_24764123l_fotolia.jpg.webp?h=0edda1f1&itok=N1J5NrLJ)

22.09.2016

Nutzpflanzen universell resistent machen

Auch Pflanzen haben so etwas wie ein Immunsystem, mit dem sie Krankheitserreger wie Pilze, Viren oder Bakterien abwehren können. Kürzlich ist es Forschern mit einem gentechnischen Ansatz gelungen, bei den Versuchspflanzen Ackerschmalwand und Tabak eine Immunantwort auszulösen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/nutzpflanzen-universell-resistent-machen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/nutzpflanzen-universell-resistent-machen)

[ ![Ameisen als Düngerspender für Pflanzen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/149154_jochaim_offenburg.jpg.webp?h=96a96008&itok=6zJjt77i)

07.12.2017

Ameisen als Düngerspender für Pflanzen

Auch wenn uns Ameisen im Haus als lästige Mitbewohner vorkommen, in der Natur sind sie sehr wichtig. Manche Pflanzen profitieren sehr von Ameisen. So beschützen zum Beispiel Ameisen, die auf den Blättern von Bäumen leben, ihre Wirtspflanze mit einer Art Wachschutz vor feindlichen Insekten und parasitischen Pflanzen und „wohnen“ dafür sicher und geschützt. Ein weiterer Vorteil, den Forscher herausgefunden haben: die Exkremente der Ameisen sind wertvoller Dünger für die Pflanze.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/ameisen-als-duengerspender-fuer-pflanzen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/ameisen-als-duengerspender-fuer-pflanzen)
