# Abscisinsäure für Geschlechtsfestlegung in Pflanzen mitverantwortlich

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/abscisinsaeure-fuer-geschlechtsfestlegung-pflanzen-mitverantwortlich
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2017-02-01T16:44:26+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:26:31+00:00
- Published: true
- Topics: Forschung / Biotech, Pflanzenzüchtung, Landwirtschaft
- Teaser text: Phyto-, also Pflanzenhormone spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung und den Stoffwechsel der Pflanzen. Schüler wissen aus dem Biologieunterricht, dass die Abscisinsäure für das Abwerfen der Blätter im Herbst mitverantwortlich ist. Dass sie aber auch an der Geschlechtsfestlegung von Pflanzen beteiligt ist, war bisher nicht bekannt.

## Content

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/ackerschmalwand_arabidopsis_2390566l_fotolia_0.jpg.webp?h=85c51af3&itok=3wEnFKdG)

© Fotolia

Dass Abscisinsäuere ein wichtiger Faktor bei der Festlegung des Geschlechts ist, bewies eine Würzburger Forschergruppe mit gentechnisch veränderten Ackerschmalwand-Pflanzen.

07.02.2017

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Forschung &amp; Technik ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik) Abscisinsäure Für Geschlechtsfestlegung In Pflanzen Mitverantwortlich

## Ein vielseitiges Phytohormon

Phyto-, also Pflanzenhormone spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung und den Stoffwechsel der Pflanzen. Schüler wissen aus dem Biologieunterricht, dass die Abscisinsäure für das Abwerfen der Blätter im Herbst mitverantwortlich ist. Dass sie aber auch an der Geschlechtsfestlegung von Pflanzen beteiligt ist, war bisher nicht bekannt.

[ ![Dass Abscisinsäuere ein wichtiger Faktor bei der Festlegung des Geschlechts ist, bewies eine Würzburger Forschergruppe mit gentechnisch veränderten Ackerschmalwand-Pflanzen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/ackerschmalwand_arabidopsis_2390566l_fotolia_0.jpg.webp?h=85c51af3&itok=EjCbN21F "Dass Abscisinsäuere ein wichtiger Faktor bei der Festlegung des Geschlechts ist, bewies eine Würzburger Forschergruppe mit gentechnisch veränderten Ackerschmalwand-Pflanzen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/ackerschmalwand_arabidopsis_2390566l_fotolia_0.jpg)© Fotolia

Dass Abscisinsäuere ein wichtiger Faktor bei der Festlegung des Geschlechts ist, bewies eine Würzburger Forschergruppe mit gentechnisch veränderten Ackerschmalwand-Pflanzen.

Die Abscisinsäure (ABA) änderte im Laufe der Evolution oft die Funktion. Abscisinsäure gehört zur Gruppe der Sesquiterpene. Diese entstehen durch die Spaltung von Carotinoiden und sind Bestandteil von ätherischen Ölen, pflanzlichen Sexuallockstoffen oder Bitterstoffen. Eine internationale Forschergruppe mit Beteiligung der Universität Würzburg bewies nun mit genetisch veränderten Ackerschmalwand-Pflanzen *(Arabidopsis thaliana)* und Farnen der Art *Ceratopteris Richardii*, dass Abscisinsäure ein wichtiger Faktor bei der Festlegung des Geschlechts ist. Diese Funktion war vermutlich sogar die ursprüngliche von ABA. Die Forscher bewiesen, dass sich im Laufe der letzten 450 Millionen Jahre die Funktion von Abscisinsäure von der Geschlechtsfestlegung hin zu Prozessen wie der Keimruhe und weiter zur Transpiration und schließlich zum CO2-Austausch erweitert hat.

## Verschiedene Prozesse mit demselben Anfang

Obwohl sich diese Prozesse unterscheiden, verläuft ihr Anfang immer identisch: Abscisinsäure dockt am Rezeptor an und aktiviert über einige Zwischenschritte das Enzym OST1. Je nach Pflanzengruppe erfolgen nun unterschiedliche Reaktionen: Bei Blütenpflanzen sorgt das Enzym dafür, dass sich die Blattporen schließen. Bei den in der Evolution älteren Farnen, zum Beispiel *Ceratopteris richardii,* spielt das Enzym eine wichtige Rolle bei der Festlegung des Geschlechts.

Quelle: [pflanzenforschung.de](http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/das-vielseitige-phytohormon-abscisinsaeure-aba-aenderte-10722)

## Weitere Beiträge

[ ![Nutzpflanzen universell resistent machen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/tabak_nicotiana_tabacum_24764123l_fotolia.jpg.webp?h=0edda1f1&itok=N1J5NrLJ)

22.09.2016

Nutzpflanzen universell resistent machen

Auch Pflanzen haben so etwas wie ein Immunsystem, mit dem sie Krankheitserreger wie Pilze, Viren oder Bakterien abwehren können. Kürzlich ist es Forschern mit einem gentechnischen Ansatz gelungen, bei den Versuchspflanzen Ackerschmalwand und Tabak eine Immunantwort auszulösen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/nutzpflanzen-universell-resistent-machen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/nutzpflanzen-universell-resistent-machen)

[ ![Früherkennung von Pflanzenschädlingen mit „blauem Licht“ ](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/chlorophyll-fluoreszenz-bilder.jpeg.webp?h=28b88a01&itok=4yvQYEI6)

21.12.2005

Früherkennung von Pflanzenschädlingen mit „blauem Licht“

Mit Fluoreszenzbildern kann man die Infektion einer Pflanze durch Schaderreger etwa 24 Stunden früher als mit dem menschlichen Auge erkennen. So kommt man Pilzen, Bakterien oder Insekten schon auf die Spur, bevor sie Schäden anrichten und sich ausbreiten. Damit könnte in der Praxis für eine Behandlung von befallenen Pflanzen wertvolle Zeit gewonnen werden. Eine solche Möglichkeit haben Wissenschaftler der Universität Würzburg entwickelt.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/frueherkennung-von-pflanzenschaedlingen-mit-blauem-licht)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/frueherkennung-von-pflanzenschaedlingen-mit-blauem-licht)

[ ![Mehr Vitamin B6 von transgenen Maniok-Pflanzen](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/maniok_cassava_104883686l-fotolia.jpg.webp?h=ccfd966b&itok=3hZ12lof)

29.04.2016

Mehr Vitamin B6 von transgenen Maniok-Pflanzen

In Weltregionen, in denen eine unzureichende und einseitige Ernährung Alltag ist, herrscht oft Vitaminmangel. So auch in vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Ein internationales Forscher-Team konnte nun den Vitamin B6-Gehalt von Maniok (auch Cassava genannt) erhöhen. Die beiden dafür verantwortlichen DNA-Abschnitte stammen aus der Modellpflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand). Die gentechnisch veränderten Maniokpflanzen wären ein Lösungsansatz, um Vitamindefizite infolge der Mangelernährung großer Bevölkerungsschichten in Afrika auszugleichen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/mehr-vitamin-b6-von-transgenen-maniok-pflanzen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/forschung-technik/mehr-vitamin-b6-von-transgenen-maniok-pflanzen)
