6000 Jahre alte Gerstenkörner bei archäologischer Ausgrabung in israelischer Höhle entdeckt

08.11.2016 Forschung & Technik

Prähistorische Gerstengene können aktuelle Sorten neu beleben

6000 Jahre alt sind die Gerstenkörner, die bei einer Ausgrabung in einer schwer zugänglichen Höhle nahe dem Toten Meer gefunden wurden. Sie sind noch so gut erhalten, dass die Forscher das gesamte Genom entschlüsseln konnten. Die genetischen Informationen können helfen, verloren gegangene, innerartliche Variationen für die heutige Züchtung wieder zu nutzen.

Die genetische Auswertung der 6000 Jahre alten Gerstenkörner aus der Yoram-Höhle in der Nähe des Toten Meeres in Israel zeigen, dass die Domestikation von Gerste damals schon abgeschlossen war. Mithilfe der Radiokarbonmethode bestimmten die Wissenschaftler das Alter der Körner. Das jetzt rekonstruierte steinzeitliche Gerstengenom ist das älteste bislang jemals rekonstruierte Pflanzengenom. Mit diesem Fund konnte auch der Ausgangspunkt der Gersten-Domestikation im oberen Jordantal genauer lokalisiert werden.

Steinzeitliche Sorten haben große Ähnlichkeit mit heutigen Sorten

Die Analyse ergab, dass die vor 6000 Jahren angebauten Sorten sich genetisch bereits sehr deutlich von den Wildformen unterschieden, mit den heutigen Sorten dagegen große Ähnlichkeiten aufweisen. Die Verbindung von Archäobotanik und Genetik eröffnet neue Einblicke in den Ursprung unserer Kulturpflanzen, und auch die Gerstenzüchter von heute profitieren von den Erkenntnissen und Daten: Sie können in ihren Genbanken und Samensortiments nach seltenen Landrassen suchen, die dieselben Gene oder Allele wie die Gerste von vor 6000 Jahren tragen, und versuchen, diese wieder in Elitesorten einzukreuzen.

Quelle: pflanzenforschung.de