# Moderne Züchtungsmethoden

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- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/index%2Ephp/fachgebiete/pflanzenzuechtung/moderne-zuechtungsmethoden
- Language: de
- Bundle: Einfache Seite (`page`)
- Created: 2023-09-15T10:16:39+00:00
- Updated: 2026-05-21T12:15:00+00:00
- Published: true
- Topics: Pflanzenzüchtung
- Teaser text: Für eine nachhaltige und klimarobuste Landwirtschaft werden dringend widerstandsfähige Pflanzen benötigt, die sich mit biotechnologischen Verfahren besonders schnell und sicher züchten lassen. Während weltweit bereits verschiedene Pflanzen mit Pilz-, Bakterien- oder Trockenheitsresistenz erzeugt wurden, bleiben die züchterischen Potenziale der 2020 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Genschere in Europa aufgrund einer über 20 Jahre alten EU-Regulierung ungenutzt.

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Pflanzenzüchtung

Moderne Züchtungsmethoden

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# Moderne Züchtungsmethoden

[ Dokumente ](https://www.iva.de/index%2Ephp/fachgebiete/pflanzenzuechtung/moderne-zuechtungsmethoden#bd-16126)

Für eine nachhaltige und klimarobuste Landwirtschaft werden widerstandsfähige Pflanzen benötigt, die sich mithilfe moderner Technologien und biotechnologischer Verfahren (SMART Breeding – *Selection with Markers and Advanced Reproductive Technologies,* Selektion mit Markern und fortgeschrittenen Reproduktionstechnologien) besonders schnell und sicher züchten lassen. Weltweit werden bereits verschiedene Pflanzen mit Pilz-, Bakterien- oder Trockenheitsresistenz durch die Nutzung molekularbiologischer Methoden wie der Genschere CRISPR/Cas erzeugt. In Europa hingegen bleiben die züchterischen Potenziale der im Jahr 2020 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Technik bislang ungenutzt, aufgrund einer über 30 Jahre alten EU-Regulierung.

Die EU-Kommission will das EU-Gentechnikrecht modernisieren und hat im Juli 2023 einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorgelegt, der Pflanzen aus neuen Züchtungsmethoden genauso streng reguliert wie vergleichbare Pflanzen aus anderen Mutagenese-Züchtungstechniken.

![youtube](https://www.iva.de/sites/default/files/oembed_thumbnails/2025-04/SKsSmqCSxVHzAh6GMALGqTTyDmvMZG19wP5RS0PMoJg.jpg)

[Watch on YouTube: Innovative Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft: Neue genomische Techniken](https://www.youtube.com/watch?v=0lsF1eYccJg)

###### Kurze Geschichte der Pflanzenzüchtung

Seit Anbeginn der Sesshaftwerdung greifen Menschen durch Selektion und Kreuzung in das Erbgut von Pflanzen ein. So wurden Wildpflanzen zu unseren heutigen Kulturpflanzen domestiziert und tragen seit jeher zur Ernährung bei. Das Wissen über Pflanzengenetik hat besonders in den vergangenen Jahrzehnten rasant zugenommen und damit erheblich zur Sicherung der Nahrungsmittelproduktion beigetragen.

Speziell seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Gregor Mendel begann, Vererbungsleere anhand von Erbsen zu erforschen und seine Erkenntnisse später aufgegriffen und für weitere Forschung genutzt wurden, hat sich die Pflanzenzüchtung rasant entwickelt – bis schließlich mit der Entschlüsselung der DNA einzelne Gene identifiziert werden konnten, die für bestimmte Eigenschaften der Pflanzen verantwortlich sind.

###### SMART Breeding

Bald wurden sogenannte Markeranalysen entwickelt (MAS – *Marker assisted selection,* Marker gestützte Selektion), also genetische Fingerabdrücke, mit denen die Züchtung weiter beschleunigt und verbessert werden konnte. Durch die Nutzung von MAS müssen sich Züchtende nicht mehr auf phänotypische Eigenschaften verlassen, also Eigenschaften, die man durch Tests und Beobachtungen bewertet. Stattdessen können sie bereits in einem frühen Entwicklungsstadium der Pflanze durch DNA-Analysen prüfen, ob die gewünschten Eigenschaften eingekreuzt wurden.

Diese Methoden werden als SMART-Breeding bezeichnet. Dabei steht SMART in diesem Fall nicht für das englische Wort “klug”, sondern für *Selection with Markers and Advanced Reproductive Technologies* (Selektion mit Markern und fortgeschrittenen Reproduktionstechnologien). Zum SMART-Breeding zählen heute auch neue Züchtungstechnologien wie die Genschere CRISPR/Cas sowie die Nutzung Künstlicher Intelligenz zur Entschlüsselung der pflanzlichen DNA und Identifikation relevanter Gene.

###### Kombinationszüchtung

Bei der Kombinationszüchtung werden Pflanzen gleicher Art, aber verschiedener Linien – also mit unterschiedlichem genetischem Material – miteinander gekreuzt. Die besten Pflanzen werden selektiert und zurück gekreuzt. Der Züchtungsprozess bis zu einer marktreifen Sorte dauert, abhängig von der Kultur, etwa 10 bis 15, in Einzelfällen sogar bis zu 30 Jahre. Bei der Kombinationszüchtung macht man sich unter anderem Methoden des sogenannten *SMART-Breeding* zunutze.

###### Mutagenesezüchtung

Durch verschiedene Stressoren wie radioaktive Strahlung oder chemische Substanzen werden Veränderungen in der Pflanze, sogenannte Mutationen, erzeugt. Ziel ist es, neue Eigenschaften bei Pflanzen hervorzubringen. Wird bei den behandelten Pflanzen eine neue, interessante Besonderheit identifiziert, beispielsweise ein kurzer Stiel oder bessere Hitzetoleranz, wird diese Eigenschaft durch Selektion und meist langwierige Rückkreuzung in bestehende Kultursorten eingebracht.

###### Gentechnik

Bei der klassischen Gentechnik wird eine Erbinformation, die beispielsweise eine Resistenz gegen einen Schadorganismus bewirkt, gezielt von einem anderen Organismus in die Zielpflanze übertragen. Der Spenderorganismus kann dabei eine resistente Sorte der gleichen Art oder auch artfremd sein. Beispielsweise kann auf das Genmaterial anderer Pflanzenarten, Pilze oder Bakterien zurückgegriffen werden.

Bei der Insertion (Einbringung) von artfremdem Material spricht man auch von Transgenese. Ein bekanntes Beispiel dieser Technik stellt die Entwicklung des Goldenen Reises (*Golden Rice*) dar. Dabei wurden Gene für die Produktion der Vitamin A-Vorstufe Betacarotin ins Reisgenom eingebracht, um einem Vitamin A-Mangel – und somit dem Risiko frühzeitiger Erblindung bei Menschen – in Ländern mit Reis als „Grundnahrungsmittel“ vorzubeugen.

###### Genome Editing

Mit neuen biotechnologischen Verfahren, dem *Genome Editing* (Genom-Bearbeitung), wird das Erbgut einer Pflanze gezielt verändert, ohne dafür Fremd-DNA einzubringen. Dabei wird die DNA des Zielorganismus mit einem Enzym, zum Beispiel der Genschere CRISPR/Cas, an einer definierten Stelle aufgeschnitten und die zelleigenen Reparaturmechanismen schließen den Schnitt wieder. Bei der Reparatur kommt es aber häufig zu Veränderungen, die bei der Pflanze zur Ausprägung neuer Eigenschaften führen können. Diese “Veränderungen”, sogenannte Mutationen, machen sich die Züchtenden zu Nutze, da dadurch neue Pflanzeneigenschaften entstehen können.

Neben CRISPR/Cas werden auch Methoden wie *Prime Editing*, *TALEN*, *Zinkfinger* und *oligonukleotid gerichtete Mutagenese* (ODM) angewendet. Zusammen werden sie umgangssprachlich auch als “Neue Züchtungstechnologien” (NZT) oder *New Genomic Techniques* (NGT) bezeichnet.

*Genome Editing*-Methoden sind besonders schnell, präzise, kostengünstig und sicher. Für die Nutzung ihrer Potenziale und die breite Verfügbarkeit von innovativem Saatgut für landwirtschaftliche Betriebe wird allerdings dringend ein neuer, wissenschaftlich fundierter und innovationsfreundlicher Zulassungsrahmen benötigt.

## Dokumente

#### Verbändegemeinschaft der deutschen Agrar-, Ernährungs- und Bioökonomiewirtschaft: "Verschläft die EU die CRISPR-Revolution?" (Dezember 2025)

PDF 9MB

[Download PDF](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-03/Handout_GenomischeTechniken_2025.pdf "Download document")

#### IVA-Positionspapier: "Erster wichtiger Schritt: EU-Vorschlag zur Regulierung von NGT-Pflanzen" (Oktober 2023)

PDF 262KB

[Download PDF](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-04/2023-10-30_IVA-Position_NGT-Regulierung_0.pdf "Download document")

#### GBE-D-Positionspapier: "Pflanzenzüchtung: Saatgut für morgen" (Juli 2022)

PDF 408KB

[Download PDF](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/2024-10/GBE-D%20Position%20Moderne%20Pflanzenz%C3%BCchtung.pdf "Download document")

## ### Weitere Informationen (externe Links)

FAQ: Häufig gestellte Fragen: Vorschlag zu neuen genomischen Verfahren

Europäische Kommission

[ Mehr erfahren ](https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_23_3568)

Modernisierung des europäischen Gentechnikrechts

CHEManager online

[ Mehr erfahren ](https://www.chemanager-online.com/news/modernisierung-des-europaeischen-gentechnikrechts)

## Weitere Beiträge

[ ![Fragen und Antworten zur Pflanzenzüchtung](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2025-10/Labor_Forscher_Forschung_Wissenschaftler_Paprika_2163638493_XXL_iStock.jpg.webp?h=3b4ab952&itok=44ecuQzN)

Fragen und Antworten zur Pflanzenzüchtung

Die Grüne Gentechnik und moderne Verfahren wie die Genschere CRISPR werfen viele Fragen auf – von Chancen für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit bis hin zu Regulierung, Kennzeichnung und Patenten. In unseren Fragen und Antworten finden Sie kompakte, verständliche Informationen zu den wichtigsten Themen rund um die Pflanzenzüchtung der Zukunft.

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[ ![Forschung und Innovation in der Pflanzenzüchtung](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-04/Z%C3%BCchtung_Forschung_Labor_186303260_Adobe.jpeg.webp?h=ff7f37fe&itok=WTDXbg2E)

Forschung und Innovation in der Pflanzenzüchtung

Für eine möglichst nachhaltige Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion werden in der Pflanzenzüchtung viele verschiedene Züchtungsziele verfolgt.&amp;nbsp;Besonders relevant sind Widerstandsfähigkeiten gegenüber abiotischen Faktoren wie Trockenheit, Hitze, Nässe, Kälte und Spätfrost.

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[ ![Pflanzenzüchtung](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-12/Green%20plants_40630982_M_Fotolia.jpg.webp?h=16a6d817&itok=QU_9OIxT)

Pflanzenzüchtung

Modernes Saatgut ist ein wichtiger Schlüssel im integrierten Pflanzenbau. So tragen beispielsweise moderne Sorten mit höherer Krankheitsresistenz, besserer Stresstoleranz und Nährstoffeffizienz dazu bei, Pflanzenschutzmittel-Reduktionsziele leichter zu erreichen und Erträge trotz erschwerter klimatischer Bedingungen und schrumpfender Ackerflächen zu steigern.

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[ ![Pflanzenzüchtungsmarkt](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-04/Gem%C3%BCse_6286110_Fotolia.jpg.webp?h=44264949&itok=YfxrIbSg)

Pflanzenzüchtungsmarkt

Mit ihren hohen Investments trägt die Pflanzenzüchtung maßgeblich zu einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und somit zur Nachhaltigkeit bei. Dadurch kann auf gleicher Fläche mehr Ertrag gewonnen werden.&amp;nbsp;

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[ ![Zulassung und Kontrolle neuer Pflanzensorten](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-04/Z%C3%BCchtung_Zulassung_1840812711_Adobe.jpeg.webp?h=fc9c9d8b&itok=2HN5Iw-B)

Zulassung und Kontrolle neuer Pflanzensorten

Damit Pflanzensorten in der Landwirtschaft sowie im Obst- und Gemüseanbau gewerblich genutzt werden können, ist grundsätzlich eine Sortenzulassung notwendig. In Deutschland wird jedes Jahr für ca. 900 Sorten eine Zulassung beantragt.

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## Ansprechpartner

Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns gerne an.

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Dr. Sophia Müllner

Pflanzenschutz, Gewässerschutz, Pflanzenzüchtung

+49 69 2556-1599

[ muellner.iva@vci.de ](mailto:muellner.iva@vci.de)

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Benedikt Wunderlich

Hauptstadt-Repräsentant

+49 152 34667437

[ wunderlich.iva@vci.de ](mailto:wunderlich.iva@vci.de)
