Glossar beginnend mit B

In unserem Glossar finden Sie Begriffe aus den Bereichen Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie. Das Glossar ist jedoch kein Lexikon. Die Erläuterungen der Begriffe erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sind ausschließlich auf den Kontext der Artikel bezogen, in denen sie vorkommen. Sie sollen dem Leser zum besseren Verständnis dienen. Das Glossar wird laufend weiterbearbeitet und ergänzt.

B

Bacillus thuringiensis (Bt)

Weltweit vorkommendes Bodenbakterium, das Toxine zur Abwehr gegen Insekten bilden kann. Mit Hilfe der Gentechnik können Maispflanzen das Bt-Toxin selbst herstellen. Es wirkt ausschließlich gegen die Larven bestimmter Falterarten, wie die des Maiszünslers. Für andere Lebewesen ist das Bt-Eiweiß ungiftig und wird wie die übrigen Eiweiße in der Nahrung im Magen verdaut.

Basen

Die vier Basen Adenin, Guanin, Thymin und Cytosin sind Bestandteile der DNA (Desoxyribonucleinsäure). Je eine Base verbindet sich mit einem Zucker (Desoxyribose) und einem Phosphatrest zu einem Nucleotid und bilden so die Grundbausteine der DNA. Nukleotide verbinden sich zu einem Riesenmolekül aus zwei Strängen, welche eine Doppelspirale bilden.

BBCH-Code

Der BBCH-Code beschreibt die Entwicklungsstadien ein- und zweikeimblättriger Pflanzen.

„Entwicklungsstadien von Pflanzen exakt zu beschreiben und zu codieren, ist eine der wesentlichen Vorraussetzungen, um nicht nur in den botanischen Wissenschaften und in der landwirtschaftlichen Praxis, sondern auch in der Agrarmeteorologie oder im Agrarversicherungswesen eine einheitliche Sprache zu sprechen. Der BBCH-Code baut auf einer Dezimal-Skala auf und ist eingeteilt in Makro- und Mikrostadien. Er beschreibt eine Vielzahl von Pflanzen, die nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in den Tropen angebaut werden. Die Übersetzungen in bereits vier Sprachen zeugen von der allgemeinen Anerkanntheit, die den „Entwicklungsstadien mono- und dikotyler Pflanzen“ gezollt wird.
Die Beschreibung der Entwicklungsstadien werden gerne kurz als BBCH-Code zitiert, benannt nach den ursprünglich beteiligten Organisationen, nämlich der Biologischen Bundesanstalt, dem Bundessortenamt sowie für die chemische Industrie dem Industrieverband Agrar.
Quelle: Julius Kühn-Institut (JKI)

Beauveriapilz

„Der Pilz Beauveria brongniartii ist seit mehr als 100 Jahren als wichtiger Gegenspieler des Maikäfers und seiner Engerlinge bekannt und gehört neben der verwandten Art Beauveria bassiana zu den wichtigsten insektenpathogenen Beauveria-Arten. Er kommt auch heute in nahezu allen Maikäfer-Populationen als Mortalitätsfaktor vor. Seit mehr als 100 Jahren zählt B. brongniartii (= Beauveria tenella) zu den wichtigsten biologischen Mitteln der Maikäfer- und Engerlings-Regulierung. …Nebenwirkungen gegenüber Nicht-Zielinsekten sind gering.“
Quelle: www.oekolandbau.de

Bee Banks

Aufgehäufelte Dämme mit lockerem Boden und niedrig wachsenden Pflanzen bieten Insekten geeignete Rückzugsräume und Winterquartiere in der Agrarlandschaft.

Beizmittel

Beizmittel oder Beizen sind chemische oder biologische Pflanzenschutzmittel, die das Saatgut umhüllen, um die Saat von Anfang an gegen Bodenschädlinge und pilzliche Krankheitserreger zu schützen.

Bekämpfungsschwelle

Die Bekämpfungsschwelle markiert die Befallsintensität bzw. Befallsdichte durch einen Schaderreger, bei der eine Bekämpfung aus epidemiologischen, populationsdynamischen oder technischen Gründen durchgeführt werden muss, um das Erreichen der wirtschaftlichen Schadensschwelle zu verhindern.

Quelle: Norbert Lütke Entrup, Jobst Oehmichen: Lehrbuch des Pflanzenbaues, Band 2, Verlag Th. Mann, Gelsenkirchen 2000

Bestockung

Gräser und Getreidepflanzen verzweigen sich am Stängelgrund und bilden so mehrere Seitentriebe bzw. Halme. Diesen Vorgang nennt man Bestockung.

Beährungskoeffizient

Wie viele ährentragende Halme je überwinterter Keimpflanze sind durchschnittlich zur Ernte vorhanden?
Wird von der am Standort verfügbaren Vegetationszeit vor und nach Winter unter Kurztagsbedingungen
(Tageslängen < 13 Stunden) beeinflusst. Bei Frühsaaten liegt der Beährungskoeffizient
um 0,1 bis 0,2 höher. Frühsaat bedeutet gegenüber der standortspezifischen
Normalsaatzeit eine etwa um 3 Wochen frühere Saat! Bei Stoppelweizen liegen die
Beährungskoeffizienten um ca. 0,1 niedriger.
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Biodiversität

Unter Biodiversität oder biologischer Vielfalt versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Sie umfasst die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt und die Vielfalt der Ökosysteme.

Biogas

Biogas entsteht durch den anaeroben, mikrobiellen Abbau von organischen Substanzen. Das Gasgemisch besteht zu 50 bis 70 Prozent aus dem hochwertigen Energieträger Methan (CH4). Weitere Bestandteile sind Kohlendioxid (CO2) (30 - 40 Prozent) sowie Spuren von Schwefelwasserstoff (H2S), Stickstoff (N2), Wasserstoff (H2) und Kohlenmonoxid (CO).

Biotechnologie

Verfahren, die sich Eigenschaften lebender Organismen zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion zu Nutze machen.

Biotische Faktoren

Umweltfaktoren und Umwelteinflüsse, an denen Lebewesen erkennbar beteiligt sind. Sie ergeben sich aus den Wechselwirkungen zwischen einzelnen Arten innerhalb eines Ökosystems. Beispiele für biotische Faktoren: Schädlinge, Krankheiten oder Unkräuter.

Biotop

Ein Lebensraum von Pflanzen- und Tierlebensgemeinschaften, der durch eine bestimmte Kombination von unbelebten Umweltfaktoren definiert ist. Biozönose nennen Fachleute die Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren in einem Biotop.
Biotop + Biozönose = Ökosystem.
Quelle: aid

Biozide

Biozide sind im wörtlichen Sinn Substanzen, die Organismen bekämpfen ("bios" = griechisch "Leben", "caedere" = lateinisch "töten"). Zielorganismen können dabei Insekten, Nagetiere, Muscheln, Schnecken, Viren, Bakterien oder Pilze sein. Biozide sind Wirkstoffe zur chemischen oder biologischen Bekämpfung oder Abschreckung von Schadorganismen.

Black Dead Arm-Krankheit

Bei dieser Krankheit sterben die älteren Triebe der Rebstöcke ab und verfärben sich dabei schwarz. Auslöser ist der Schadpilz Botryosphaeria obtusa.

Blattdürre

Hier: Der Befall mit den pilzlichen Schaderregern Septoria tritici und Drechslera tritici-repentis lässt die Blätter der Weizenpflanzen welken und absterben. Ohne Blätter ist eine effektive Photosynthese nicht mehr möglich. Ertragseinbußen von bis zu 30 Prozent sind die Folge.

Bodengare

Ist der Idealzustand des Bodens, der krümelig, gut durchlüftet, aber auch ausreichend feucht, nährstoffreich, leicht durchwurzelbar sein und den jeweils für die Pflanze optimalen pH-Wert besitzen sollte.
Quelle I.m.a. Agrarlexikon

Bodenschutz

Bodenschutz ist die Gesamtheit aller Bemühungen um Schutz und Erhalt des Bodens und seiner Fruchtbarkeit. Die Landwirtschaft trägt zum Bodenschutz bei, indem sie organisches Material zum Beispiel aus Ernterückständen im Boden anreichert, die biologische Vielfalt fördert und Erosion, Verunreinigung und Verdichtung des Bodens gering hält oder vermeidet.

Bt-Präparate

Pflanzenschutzmittel gegen Schmetterlingslarven, die ein Toxin des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) enthalten. Dieses Toxin, ein Eiweiß, wirkt ausschließlich gegen die Larven bestimmter Falterarten. Für andere Lebewesen ist das Bt-Eiweiß harmlos und wird wie die übrigen Eiweiße in der Nahrung im Magen und Darm abgebaut.