# Fragen und Antworten zu Biostimulanzien

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- Updated: 2026-05-29T13:48:09+00:00
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- Topics: Biostimulanzien
- Teaser text: Biostimulanzien gewinnen in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Sie können Pflanzen bei der Nährstoffaufnahme, der Stressbewältigung und der Qualitätsentwicklung unterstützen und ergänzen damit klassische Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen. Gleichzeitig bestehen viele Fragen – etwa zur Definition, Wirkweise, Zulassung, Wirksamkeit und Abgrenzung zu anderen Produktgruppen. In unseren Fragen und Antworten finden Sie kompakte und verständliche Informationen zu Biostimulanzien und ihrem Einsatz in einer nachhaltigen Pflanzenproduktion.

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Biostimulanzien

Fragen und Antworten zu Biostimulanzien

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# Fragen und Antworten zu Biostimulanzien

Biostimulanzien gewinnen in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Sie können Pflanzen bei der Nährstoffaufnahme, der Stressbewältigung und der Qualitätsentwicklung unterstützen und ergänzen damit klassische Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen.

Gleichzeitig bestehen viele Fragen – etwa zur Definition, Wirkweise, Zulassung, Wirksamkeit und Abgrenzung zu anderen Produktgruppen. In unseren Fragen und Antworten finden Sie kompakte und verständliche Informationen zu Biostimulanzien und ihrem Einsatz in einer nachhaltigen Pflanzenproduktion.

###### Wie ist die Produktgruppe der Biostimulanzien definiert?

Definition nach EU-Düngeprodukte-Verordnung 2019/1009, Anhang 1 Teil II: Produktfunktionskategorie (PFC) 6: „Pflanzen-Biostimulans“:

„Ein Pflanzen-Biostimulans ist ein EU-Düngeprodukt, das dazu dient, pflanzliche Ernährungsprozesse unabhängig vom Nährstoffgehalt des Produkts zu stimulieren, wobei ausschließlich auf die Verbesserung eines oder mehrerer der folgenden Merkmale der Pflanze oder der Rhizosphäre der Pflanze abgezielt wird:

- Effizienz der Nährstoffverwertung,
- Toleranz gegenüber abiotischem Stress,
- Qualitätsmerkmale oder
- Verfügbarkeit von im Boden oder in der Rhizosphäre enthaltenen Nährstoffen.“

###### Welche Substanzen zählen zu der Produktgruppe der Biostimulanzien?

- Mikroorganismen (Ausgangsmaterial: Bakterien, u.a. Rhizobien und Pilze, wie Mykorrhiza)
- Algenpräparate (Ausgangsmaterial: Extraktion vornehmlich aus Braunalgen, z.B. Ascophyllum nodosum, Laminaria digitata, Ecklonia maxima)
- Anorganische Substanzen (Ausgangsmaterial: Gesteinsmehl, Salze: Phosphit, Silizium, Titan, Selen, Kobalt, etc.)
- Aminosäuren und Peptide (Ausgangsmaterial: Tierische Reststoffe, eiweißreiche Pflanzen, biochemische Synthesen)
- Humin- und Fulvosäuren (Ausgangsmaterial: Extraktion überwiegend aus Leonardit (verwitterter Braunkohle) oder auch aus Torf)
- Signalstoffe (Ausgangsmaterial: Phenolische Verbindungen, lösliche Kohlenhydrate, Antioxidantien, Flavonoide etc.)

###### Wie grenzen sich Biostimulanzien von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln ab?

Biostimulanzien nehmen einen ergänzenden Platz im Spektrum der landwirtschaftlichen Produktionsmittel in der Kreislaufwirtschaft und einer nachhaltigen Landwirtschaft ein. Sie erfüllen eine wichtige Aufgabe, die sich zwischen Düngemittel und Pflanzenschutzmittel ansiedelt. Sie liefern keine Nährstoffe und im Vergleich zu den Pflanzenschutzmitteln haben sie keinen klar definierten Wirkungsmechanismus. Stattdessen decken sie ein breites Spektrum verschiedener Wirkungen für die Entwicklung der gesamten Pflanze ab und bilden somit einen ergänzenden Baustein im integrierten Pflanzenbau.

Biostimulanzien werden seit dem 16. Juli 2019 im Rahmen der Düngeprodukte-Verordnung (EU) 2019/1009 erstmalig auf europäischer Ebene rechtlich einheitlich definiert. Die Verordnung stellt einen EU-weiten Gesetzesrahmens dar, der Klarheit zur Definition von Biostimulanzien, Nachweismethoden zur Wirksamkeit, Qualitätsstandards sowie Sicherheitsbewertung schafft.

###### Beinhaltet der Begriff „Pflanze“ in Artikel 2 der EU-Düngeprodukte-Verordnung (EU) 2019/1009 auch Saatgut?

Saatgut wird als ein Entwicklungsstadium einer Pflanze betrachtet und wird daher zu dem Begriff „Pflanze“ in Artikel 2 der Düngeprodukte-Verordnung (EU) 2019/1009 gezählt. Wenn Saatgut allerdings mit einem EU-Düngeprodukt bzw. einem Biostimulans-Produkt behandelt wird, fällt dieses nicht mehr unter den Geltungsbereich der genannten Verordnung und darf nicht als EU-Düngeprodukt in den Verkehr gebracht werden. In diesem speziellen Fall ist das Saatgut der beabsichtigte Empfänger der Düngewirkung und darf somit nicht Teil der Zusammensetzung eines EU-Düngemittels sein.

###### Welche Chancen und Herausforderungen bieten Biostimulanzien?

**Chancen**

- Förderung das Wurzelwachstums
- Steigerung der Nährstoffaufnahme und Nährstoffverwertung
- Verbesserung von Qualitätsmerkmalen der Pflanze
- Verbesserte Toleranz gegenüber Stressfaktoren, wie Trockenheit, Hitze oder Frost
- Erhöhung der Wurzeloberfläche
- Ertragssicherung bzw. Ertragsstabilisierung
- Umweltfreundlich

**Herausforderungen**

- Wirkung stark abhängig von den Umweltbedingungen und dem Entwicklungsstadium der Pflanze
- Hoher Beratungsbedarf
- Unsicherheit der Anwender
- Noch großer Forschungsbedarf

###### Wie können Biostimulanzien die Qualität der Pflanzen steigern?

Biostimulanzien können die Pflanzenqualität auf unterschiedliche Weise steigern. Im Folgenden sind einige Beispiele genannt:

- Beeinflussung von multiplen Prozessen auf Zell- und Gewebe-Ebene (u.a. eine schnellere Zellteilung und Wurzelbildung und die Anpassung des osmotischen Potenzials)
- Anpassung des primären Stoffwechsels, z.B. Photosynthese (u.a. eine größere Verfügbarkeit von Kohlenhydraten für Wachstum oder Einlagerung in Speicherorganen)
- Aktivierung und Verstärkung des sekundären Stoffwechsels (u.a. eine vorzeitige oder stärkere Synthese von Pigmenten, wertgebenden Inhaltsstoffen und anti-oxidative Substanzen)

###### Wie können Biostimulanzien auf den Markt gebracht werden?

**1. Nationales Recht**

Das Düngegesetz (DüG) regelt u.a. das Inverkehrbringen und die Anwendung von Bodenhilfsstoffen und Pflanzenhilfsmitteln.

Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel, die der nationalen DüMV unterliegen, dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn diese

- das Wachstum von Nutzpflanzen wesentlich fördern.
- den Ertrag wesentlich erhöhen, die Qualität wesentlich verbessern.
- die Fruchtbarkeit des Bodens, insbesondere den standort- und nutzungstypischen Humusgehalt, erhalten oder verbessern.
- bei sachgerechter Anwendung die Gesundheit von Menschen und Tieren nicht schädigen und den Naturhaushalt nicht gefährden.

**2. Gegenseitige Anerkennung (Verordnung** [**EU 2019/515**](https://eur03.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Feur-lex.europa.eu%2Feli%2Freg%2F2019%2F515%2Foj&data=05%7C02%7C%7C51911d4d529e48780bc108dc9459b91a%7Cc7333dd826f044b4a568dd39525e5879%7C0%7C0%7C638548360287994787%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=pefRwi3U7htTjeYzXcAZ%2BvOE1w73FNSllwLvPQU9nng%3D&reserved=0)**)**

Die gegenseitige Anerkennung stellt verschiedene Voraussetzungen an ein Produkt. Darüber hinaus sind nach deutschem Recht folgende Anforderungen zu beachten:

- Kennzeichnung in deutscher Sprache und gut lesbar
- Kennzeichnung entsprechend den Anforderungen des Staates, in dem das Produkt rechtmäßig hergestellt oder in Verkehr gebracht wurde
- Hinweis auf den betreffenden Staat sowie auf die dort geltende Rechtsvorschrift oder rechtliche Grundlage, nach der das Produkt hergestellt oder in Verkehr gebracht wurde

**3. EU-Düngeprodukte-Verordnung 2019/1009**

Anhang 1 Teil II: Produktfunktionskategorie (PFC) 6: „Pflanzen-Biostimulans“:
„Ein Pflanzen-Biostimulans ist ein EU-Düngeprodukt, das dazu dient, pflanzliche Ernährungsprozesse unabhängig vom Nährstoffgehalt des Produkts zu stimulieren, wobei ausschließlich auf die Verbesserung eines oder mehrerer der folgenden Merkmale der Pflanze oder der Rhizosphäre der Pflanze abgezielt wird:

a) Effizienz der Nährstoffverwertung

b) Toleranz gegenüber abiotischem Stress

c) Qualitätsmerkmale oder

d) Verfügbarkeit von im Boden oder in der Rhizosphäre enthaltenen Nährstoffen.“

###### Wie wird sichergestellt, dass wirksame und sichere Biostimulans-Produkte auf den Markt gebracht werden?

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Produkte ist für unsere Mitgliedsfirmen ein zentrales Thema. Sie investieren viele Ressourcen in die Forschung und Entwicklung von Biostimulanzien, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten und eine klare Abgrenzung gegenüber sogenannten „Snake Oils“, das heißt wirkungslosen Präparaten, zu schaffen.

Denn nur Produkte, die den gewünschten Effekt erzielen und sicher sind, werden bei den Landwirten und Konsumenten Akzeptanz finden und sich langfristig auf dem Markt etablieren.

Im Rahmen der europäischen Düngeprodukte-Verordnung (EU) 2019/1009 wurden Nachweismethoden zur Wirksamkeit, Qualitätsstandards sowie Sicherheitsmethoden erarbeitet, um den Marktzugang neuer, wirksamer und sicherer Düngeprodukte zu gewährleisten.

###### Wie wirken Biostimulanzien und wie lässt sich ihre Wirkung nachweisen?

Die Wirkung von Biostimulanzien ist stark abhängig von den Umweltbedingungen und auch von dem Entwicklungsstadium der Pflanze. Biostimulanzien können entweder über das Blatt oder über die Wurzel appliziert werden. Ein großer Teil der Biostimulanzien wird in flüssiger Form über den Boden ausgebracht, wo sie ihre Wirkung im Wurzelraum erzielen. In Laborversuchen zeigen Biostimulanzien in der Regel große Wirkungen, diese können jedoch nicht immer in Feldversuchen dargestellt werden. Dies liegt zum einen an der Applikation, die viel schwieriger und auch ungenauer ist, sowie an unterschiedlichen Standort- und Witterungsbedingungen wie zum Beispiel Luft- und Bodenfeuchte sowie schwankende Temperaturen.

Kleine, mittlere und große Unternehmen investieren zunehmend in die Forschung und Entwicklung von Biostimulanzien, um wirksame und sichere Produkte auf den Markt zu bringen. Im Rahmen der europäischen Düngeprodukte-Verordnung (EU) 2019/1009, wurden Nachweismethoden zur Wirksamkeit, Qualitätsstandards sowie Sicherheitsbewertung erarbeitet, die jedes Produkt erfüllen muss, bevor es auf dem Markt zugelassen werden kann.

###### Können Biostimulanzien Kulturpflanzen gegen Insektenbefall stärken?

Biostimulanzien zielen darauf ab die Stoffwechselprozesse der Kulturpflanzen zu stimulieren, wodurch es unter anderem zu einer verbesserten Nährstoffaufnahme, einem erhöhten Wurzelwachstum, der Aktivierung des Bodenlebens und einer erhöhten Toleranz gegenüber abiotischen Stressfaktoren kommen kann. Das dadurch natürlich gestärkte Immunsystem der Pflanze kann somit auch aktiver gegen einen Schädlingsbefall vorgehen.

###### Wie hoch ist die „Win rate“ bzw. Ertragssteigerung bei der Verwendung von Biostimulans-Produkten aus Mikroorganismen und sind diese zufriedenstellend für den Anwender?

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Vielzahl der Einflussfaktoren in der Rhizosphäre und deren Effekt auf das Mikrobiom in unmittelbarer Nähe der Pflanzenwurzel noch nicht hinreichend verstanden wurde, um die Wirkung solcher Biostimulanzien vollständig zu erklären.

Die nächsten und übernächsten Generationen von Biostimulanzien können wichtige zusätzliche Werkzeuge in der landwirtschaftlichen Praxis darstellen und zur Absicherung des Ertragspotenzials in verschiedenen Feldkulturen beitragen. Dabei wird auch ein besonderes Augenmerk auf die „Win rate“ (Ertragszuwachs der Standardbeize und Biostimulans im Vergleich zur Standardbeize allein) gelegt, um Landwirtinnen und Landwirten eine Sicherung des Ertragspotentials zu ermöglichen und die „Win rate“ noch weiter zu steigern.

###### Wie ordnen sich Chitosane in die Produktgruppe der Biostimulanzien ein?

Chitosane sind gesondert zu betrachten, da sie als [Grundstoff](https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=47224076530A39313D1CD54E501E15C4.internet982#doc11030656bodyText3) gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 gelistet sind. Sie können daher auch Bestandteil von Pflanzenschutzmitteln sein. Hier kommt dann das Multiple-Use-Prinzip zum Tragen. Wirkstoffe können demnach zur gleichen Zeit sowohl eine Pflanzenschutz-Funktion als auch eine Biostimulans-Funktion erfüllen. Um als Biostimulans eingesetzt werden zu dürfen, muss allerdings durch Versuche nachgewiesen werden, dass sie eine biostimulierende Wirkung haben (Verbesserung der Stresstoleranz, der Qualitätsmerkmale, der Nährstoffnutzungseffizienz oder Freisetzung im Boden oder der Rhizosphäre gebundener Nährstoffe).

Die Zweckbestimmung des Produktes entscheidet über die Einordnung als Biostimulans oder Pflanzenschutzmittel. Es ist daher wichtig, stets eine Bewertung auf Produktebene und nicht auf der Ebene einzelner Inhaltsstoffe vorzunehmen.

###### Seit wann gewinnen Biostimulanzien in Forschung, Industrie und Praxis an Bedeutung?

In Südeuropa sind Biostimulanzien schon lange bekannt und werden dort vorwiegend im Sonderkulturanbau eingesetzt. Auch in Deutschland stellen wir seit einigen Jahren ein gesteigertes Interesse fest. Dafür gibt es viele Gründe. Als Ergänzung zu Pflanzenschutz- und Düngemitteln können Biostimulanzien angesichts des Klimawandels einen wichtigen Beitrag leisten. Sie unterstützen zudem die Umsetzung umwelt- und agrarpolitischer Ziele, die unter anderem eine Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln und einen effizienteren Einsatz von Nährstoffen vorsehen.

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Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns gerne an.

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Kathrin Draaken

Biostimulanzien

+49 172 8944295

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