Werden Düngemittel in das Grundwasser ausgewaschen?

Werden Düngemittel in das Grundwasser ausgewaschen?

Im Allgemeinen nicht!

Phosphor, Kalium und Stickstoff in der Ammoniumform (NH4+) sowie die Mikronährstoffe werden von den Bodenpartikeln gebunden, so dass Verluste durch Auswaschung normalerweise sehr gering sind.

Ein Großteil des Ammoniums wird jedoch mit der Zeit durch Bodenmikroben in Nitrat umgewandelt (NO3-). Nitrat wird nicht an Bodenpartikel gebunden und bewegt sich mit dem Bodenwasser. Mit dem Bodenwasser wird es auch von den Pflanzenwurzeln oder Mikroben im Boden aufgenommen. Starke Regenfälle nach der Ausbringung von N-Düngemitteln im zeitigen Frühjahr können zur Verlagerung eines gewissen Teils des Stickstoffs in tiefere Bodenschichten führen, bevor er von den Pflanzen aufgenommen wird. Oftmals erwachsen sich die Pflanzen diesen Stickstoff aber wieder im Verlaufe des Frühjahrs bzw. Sommers.

Messungen in mehreren Ländern zeigen keine oder nur geringfügige Unterschiede bei der direkten Auswaschung von Nährstoffen bei Feldkulturen, solange die eingesetzten Düngermengen den Optimalwert nicht überschreiten. Die Begrenzung der Düngemittelausbringung auf die empfohlenen Mengen führt daher zu einer Verminderung der Nitratauswaschung auf ein akzeptables Minimum. Erst bei Überschreiten der ökonomisch optimalen Stickstoffdüngung bleibt nach der Ernte viel Nitrat im Boden zurück, so dass die Auswaschungsverluste im Winterhalbjahr stark ansteigen.

Nitrat im Grundwasser stammt aber auch aus dem Abbau von Ernteresten, Wirtschaftsdüngern und Bodenhumus. Diese Prozesse finden ständig statt und werden nur bei gefrorenem Boden unterbrochen. Nach der Ernte auf Ackerland freigesetztes Nitrat kann durch Auswaschung im Winterhalbjahr verlorengehen, da die Wasserbewegung im Winter - anders als im Sommer - wegen des fehlenden Wasserentzuges der Pflanzen nach unten gerichtet ist. Im Herbst angebaute Zwischenfrüchte können dieses Nitrat aufnehmen und so vor der Auswaschung bewahren.

Bei hohen Erträgen verbleibt insgesamt mehr Stickstoff in den Wurzeln und Pflanzenresten als bei niedrigen. Daher ist die Möglichkeit der Nitratauswaschung außerhalb der Wachstumsperiode bei intensiver Landwirtschaft etwas höher als bei extensiver Landwirtschaft mit niedrigen Erträgen.

Zur Minimierung der Auswaschung sollten die erprobten Methoden zur Ermittlung des Düngebedarfs angewendet und die Empfehlungen der örtlichen Beratung befolgt werden.