Welche Vor- und Nachteile haben Mineraldünger?

Welche Vor- und Nachteile haben Mineraldünger?

Pro

▪ Mineraldünger enthalten die gleichen Pflanzennährstoffe, wie sie in der Natur vorkommen, also keine neu synthetisierten Moleküle. Der Stoffwechsel von Pflanzen, Tieren und Menschen ist mit den aus den Mineraldüngern freiwerdenen Nährstoffen vertraut.

▪ Mineraldünger haben sich seit 150 Jahren bewährt, Kalk sogar schon seit der Römerzeit. Die Wirkung der dauerhaften Anwendung auf den Boden und das Pflanzenwachstum wurde von Beginn an ständig untersucht. Versuche bestätigen, dass der Boden auch bei ausschließlicher Mineraldüngung nachhaltig fruchtbar und gesund bleibt.

▪ Mineraldünger enthalten gleichbleibende Mengen an Nährstoffen, die in bekannten Zeiträumen für die Pflanzen verfügbar sind. Sie ermöglichen gezielte und verlustarme Düngung und lassen sich sehr gleichmäßig auf dem Feld verteilen. Dadurch können Über- oder Unterdüngung vermieden werden.

▪ Mineraldünger senken die Kosten der Nahrungsmittelerzeugung, weil durch ihren Einsatz der Ertrag pro Fläche erhöht wird, d. h. die Kosten für die erzeugte Nahrungseinheit sinken.

▪ Ein Verzicht auf Mineraldünger würde zwangsläufig zu einer Ausweitung des Hungers auf der Welt führen.

Contra

▪ Der Einsatz mineralischer Dünger hat die Konzentration des Ackerbaus auf weniger Fruchtarten begünstigt. Stickstoffsammelnde Leguminosen und andere anspruchslose Kulturen wie Hafer und Roggen wurden zurückgedrängt.

▪ Wird auf organische Dünger ganz oder teilweise verzichtet, sind besondere Maßnahmen zur Erhaltung des Humusgehaltes erforderlich: z. B. Einarbeitung von Stroh und Kartoffelkraut oder Anbau von Zwischenfrüchten zur Gründüngung.

▪ Intensive Mineraldüngung fördert in Grünlandbeständen das Wachstum hochwertiger Futtergräser. An arme Standorte angepasste, weniger konkurrenzstarke Arten werden zurückgedrängt. Die Artenvielfalt nimmt entsprechend ab.

▪ Aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts erfordert der Einsatz von Mineraldüngern besondere Sorgfalt.