Große Fliegenjagd in Neuseeland

Eine einzige winzige Fliege sorgt für riesige Aufregung

In einem Vorort von Auckland ging am 21. Januar 2016 eine ausgewachsene männliche Fruchtfliege mit dem lateinischen Namen Bactrocera tau in eine Lockstofffalle. Der Schädling aus Asien, dem viele Obst- und Gemüsearten schmecken, wurde damit erstmals in Neuseeland gefunden. Unverzüglich legte das Ministerium für Rohstoffindustrie (Ministry for Primary Industries, MPI) rund um den Fundort einen Kontrollbereich fest, stellte vermehrt Fallen auf und bat die Bevölkerung, bei der Suche des Insekts zu helfen.

Großfahndung nach weiteren Exemplaren

Bactrocera tau kann viele verschiedene Kulturpflanzen schädigen, wie zum Beispiel Kürbis, Melone, Gurke, Paprika, Zucchini, Aubergine, Bohnen, Papaya, Mango und Passionsfrucht. Sie tritt am häufigsten in Südostasien auf und ist an tropisches Klima gewöhnt. Aufgrund des größtenteils gemäßigten Klimas in Neuseeland ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich die Fliege dort niederlassen wird. Trotzdem ist es wichtig herauszufinden, ob weitere Fliegen unterwegs sind. In der Nähe des Fundorts hat das Ministerium rund 150 Fallen aufgestellt, aber bisher wurde keine weitere Fliege gefunden (Stand 29.01.2016). „Unsere Fallen sind sehr effizient. Falls es weitere Bactrocera-Fliegen gibt, werden die Fallen diese finden“, sagt Brendan Gould vom MPI. Im ganzen Land sind insgesamt 7.600 Fallen aufgestellt. 58 Mitarbeiter kontrollieren die Fallen und untersuchen Obst und Gemüse.

Begrenzter Obst- und Gemüsetransport rund um den Fundort

Eineinhalb Kilometer rund um den Fundort des Schädlings wird der Transport der betroffenen Obst- und Gemüsearten mindestens zwei Wochen lang kontrolliert. Die Bewohner des Kontrollbereichs sollen ihr Obst und Gemüse in dieser Zeit nicht von ihrem Grundstück bewegen, sondern in einem der extra bereitgestellten 135 Abfallbehälter entsorgen. Obst und Gemüse darf nur außerhalb des Kontrollbereichs befördert werden, wenn es bei einem freigegebenen Händler gekauft wurde. Diese Händler verkaufen die Produkte in extra Plastiktüten, und die Einkäufe dürfen erst außerhalb des Kontrollbereichs aus der Plastiktüte genommen werden. Außerdem sollen die Verbraucher den Kassenbon als Beweis aufbewahren.

Kein Apfel im Handgepäck: Neuseelands strikte Einfuhrbestimmungen

Neuseeland ist eine Inselnation mit einzigartiger Flora und Fauna und versucht zu verhindern, dass Schädlinge oder Krankheiten aus anderen Ökosystemen eingeschleppt werden. Daher besitzt das Land sehr strenge Grenzkontrollen für den Import von Obst und Gemüse. Einreisenden per Flugzeug oder Schiff ist es beispielsweise verboten, frisches Obst oder Gemüse in das Land zu bringen. Ansonsten müssen sie hohe Strafen zahlen.