Gänseblümchen ist "Heilpflanze des Jahres 2017"

Blüten in den Tee statt unter den Rasenmäher

Das „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht“ Abzählspiel mit den Blättern des Gänseblümchens kennt fast jeder. Aber kaum jemand weiß, dass die Blümchen auch heilend wirken können. Der Naturheilverein NHV Theophrastus will mehr über das Gänseblümchen (Bellis perennis) informieren und ernannte es zur „Heilpflanze des Jahres 2017“.

Wiesenblume mit fast vergessener Heilkraft

Heute ist die Wirkung von Gänseblümchen weitgehend in Vergessenheit geraten. Die moderne Pflanzenheilkunde verwendet es nicht; die Volksheilkunde nutzte die Blume schon im Mittelalter bei verschiedenen Beschwerden. Eine Prise Gänseblümchen in Teemischungen hat sich laut NHV Theophrastus besonders in der Kinderheilkunde bewährt. Die Blüten sollen bei Schwächezuständen, Erkältung und Durchfall helfen. Zudem findet die Pflanze zum Beispiel bei Hautausschlägen, Verletzungen und bei Menstruationsbeschwerden Anwendung. Um das Heilpotenzial der typischen Wiesenpflanze bekannter zu machen, wird der Verein 2017 eine Broschüre herausgeben und weitere Details auf seiner Webseite veröffentlichen.

Auch unter Wildkräuterliebhabern ist das Gänseblümchen schon lange beliebt: Die Blätter, die geschlossenen Blütenknospen sowie die geöffneten Blütenköpfchen lassen sich beispielsweise in Salat, Quark oder auf Brot genießen.

Standhaft zieren die weiß-gelben Tupfen langweilige Rasenflächen

Der lateinische Name Bellis perennis bedeutet übersetzt „Ewig schön“, und das trifft zu: Auch bei häufigem Rasenmähen bildet die Pflanze zwischen März und November immer wieder neue Blütenköpfe. Das Gänseblümchen stammt aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es ist ursprünglich in Südeuropa heimisch und wächst bevorzugt auf kurzen Wiesen und an Wegrändern. Heute zählt es zu den bekanntesten Pflanzen Mitteleuropas. Seine Blüten sind „heliotrop“, das heißt sie richten sich immer nach der Sonne. Bei Dunkelheit und Regen schließen sie sich.