Der Gewöhnliche Schneeball

Weiße Blüte, rote Steinbeere

Er wächst gern am Waldrand und in Wassernähe und seine weißen Blüten ähneln denen des Holunders, daher wird er auch Wasserholder oder Wasser-Schneeball genannt. Der Gewöhnliche oder Gemeine Schneeball kommt sowohl wild als auch in Kulturform bei uns vor. Letztere ist ein beliebtes Ziergehölz in Parks und Gärten.

Die Wildform des Gewöhnlichen Schneeballs ist eine gut ausschlagende und hoch wachsende Heckenpflanze. Der sommergrüne Strauch wird bis zu 6 Meter hoch. Der Gewöhnliche Schneeball gilt als Feuchtezeiger und ist sehr schattentolerant. Daher wird er oft zur Bepflanzung von Uferböschungen genommen. Er ist über ganz Europa und Asien verbreitet. Hierzulande blüht er zwischen Mai und August und ist eine gute Bienenweide.

Knallrote Frucht trotz Giftigkeit verwendet

Die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs färben sich zuerst gelb, später dann rot. Die kahle, beerenähnliche Steinfrucht enthält einen 8 bis 10 Millimeter großen Steinkern. Rinde, Blätter und unreife Früchte enthalten viele Gerb- und Bitterstoffe unter anderem das Glykosid Viburnin (der lateinische Name des Gewöhnlichen Schneeballs ist Viburnum opulus). Obwohl er damit schwach giftig bis giftig ist, werden die Beeren des Gewöhnlichen Schneeballs vor allem in osteuropäischen Ländern zu Marmelade oder Gelee verarbeitet oder in heißem Wasser zerdrückt und mit Honig gesüßt getrunken, gewöhnlich nach dem ersten Frost, da sich dieser mildernd auf die Giftstoffe und den säuerlich-bitteren Geschmack auswirkt. Früher galten die knallroten Früchte als gutes Mittel gegen den „Dampf“, wie man Asthma und Atemnot damals nannte. In vielen Gärten oder Parks wird der Gewöhnliche Schneeball als Zierpflanze angebaut. Dabei werden oft unfruchtbare Kultursorten gepflanzt. Diese haben einen großen weißen, kugelig aussehenden Blütenstand, der steril ist und somit auch keine Beeren hervorbringt. Wer kleine Kinder hat, geht also mit der Kulturform des Gewöhnlichen Schneeballs kein Risiko ein.