Zucchini – Kürbisse in Gurkenform

27.07.2017 Schule & Wissen

Je kleiner, desto aromatischer

Zucchini sind ein typisches, leichtes Sommergemüse. Sie zeichnen sich durch einen geringen Fettgehalt, aber relativ viele Mineralstoffe sowie Vitamin A und C aus. Roh im Salat, aber auch gekocht, gegrillt oder gebraten haben Zucchini ihre Freunde. Die Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse ist anspruchsvoll: Sie braucht viel Wärme, Wasser und Nährstoffe und ist empfindlich gegenüber Pilzkrankheiten.

Wissenswert

Einige Sorten sehen fast wie Schlangengurken aus, sie haben eine längliche Form und sind dunkelgrün. Doch das täuscht. Zucchini und Gurken sind zwar um einige Ecken verwandt, doch die Zucchini-Pflanze ist eine Züchtung aus dem Gartenkürbis. Wenn man sie wachsen lässt, wird es deutlicher: Zucchini können mit mehreren Kilogramm Gewicht durchaus Kürbisdimensionen erreichen. Je nach Sorte entstehen runde oder walzenförmige Früchte, die eine grüne, schwarze, gelbe, cremefarbene, gestreifte oder gesprenkelte Schale aufweisen.

Frische, regionale Zucchini bereichern von Ende Juni bis in den Oktober hinein unseren Speiseplan. Durch ihren milden, leicht nussartigen Geschmack sind sie ideale Kombinationspartner für Auberginen, Tomaten, Pilze oder Paprika. Sie schmecken zu Fleisch oder Fisch oder auch als Ratatouille, einem geschmorten Gemüseeintopf aus der provenzalischen Küche. Das beste Aroma haben junge Früchte mit zarter Schale, die 10 bis 20 Zentimeter lang und 120 bis 250 Gramm schwer sind. Die Blüten der Pflanze gelten als begehrte Delikatesse. Die weiblichen Blüten werden mit Gemüse, Käse oder Fleisch gefüllt, die etwas kleineren männlichen Blüten frittiert.

Sind die Früchte ungewöhnlich bitter, sollten sie nicht gegessen werden. Der Bitterstoff Cucurbitacin führt in höheren Konzentrationen zu Erbrechen und Durchfall. Er ist besonders in Zucchini, die aus Rückkreuzungen mit anderen Kürbisgewächsen entstehen, und Schalen älterer Früchte zu finden.

Wenn wir eine einzelne Frucht als Zucchini bezeichnen, ist das nicht ganz korrekt. Der Begriff kommt aus dem Italienischen und ist die Mehrzahlform. Die Einzahl ist Zucchino, was übersetzt „kleiner Kürbis“ heißt.

Herkunft und Ansprüche

Zucchini (Cucurbita pepo L.) stammen ursprünglich aus Mittelamerika und kamen im 17. Jahrhundert mit Seefahrern nach Europa. Sie verbreiteten sich besonders in Italien, Frankreich und Spanien. In deutschen Gärten sind sie verstärkt seit den 1970er Jahren anzutreffen. Die subtropische Pflanze benötigt viel Wärme und Wasser sowie einen lockeren, humosen und nährstoffreichen Boden.

Anbau

Die Samen keimen ab 18 Grad Celsius. Die Pflanzen sind frostempfindlich. Deswegen werden sie erst ab Mitte Mai im Freiland in einem Abstand von 0,80 x 1,00 Meter ausgepflanzt. Dann reifen bis Ende Juni die ersten Früchte heran. Die schnell wachsenden Zucchini benötigen pro Woche rund 20 Liter Wasser  pro Quadratmeter (Regen oder manuelle Beregnung) sowie einen sonnigen und warmen Standort.

Pflanzenschutz und Düngung

Ähnlich wie die verwandten Kürbisse und Gurken sind Zucchini anfällig für Pilzkrankheiten wie Falscher Mehltau oder Grauschimmel. Gelbmosaik- und Gurkenmosaikvirus, Schnecken, Läuse, Spinnmilben sowie Weiße Fliege sind ebenso zu beachten. Zucchini sind sehr nährstoffbedürftig und bevorzugen gut mit Kalk versorgte Böden.

Ernte und Lagerung

Rund vier bis sechs Wochen nach der Pflanzung erreichen die ersten Früchte etwa 20 Zentimeter Länge. Eine zeitige Ernte fördert das schnelle Nachwachsen. Zucchini sollten nicht zusammen mit Äpfeln, Bananen, Tomaten oder anderen Früchten gelagert werden, die Ethylen abgeben. Das Gas beschleunigt die Alterung, die jungen Früchte verderben schneller. Ideal sind Lagertemperaturen von 7 bis 10 Grad Celsius. Dabei bleiben Zucchini eine gute Woche haltbar.

Zahlen

2016 bauten 1295 Betriebe in Deutschland auf über 1100 Hektar Zucchini an. Der Ertrag pro Hektar lag bei 393 Dezitonnen, das sind 3,9 Kilogramm pro Quadratmeter (Quelle: Destatis). Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei knapp 2 Kilogramm (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft). Zum Vergleich: 2014/15 wurden pro Kopf knapp 25 Kilogramm Tomaten (frische und verarbeitete Ware; Quelle: statista) verzehrt.