Salbei – ein vielseitiges Heil- und Gewürzkraut

31.07.2014 Schule & Wissen

Salbei tut Hals und Rachen gut und fördert die Verdauung

Er gibt den Halsbonbons ihren charakteristischen Geschmack und heißt nicht umsonst auch Scharlachkraut oder Scharlei, aber auch Tugendsalbe: der Salbei. Durch seine zusammenziehende, antibakterielle und desinfizierende Wirkung hilft er, Halsschmerzen zu lindern und Halsentzündungen zu heilen. Er lindert aber auch Magen-Darmbeschwerden.

Aus Salbei-Blättern gewinnt man arzneilich wirksame ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe sowie Flavonoide. Salbei wird äußerlich als Aufguss oder als alkoholischer Auszug für eine Gurgellösung oder als Tinktur zum Aufpinseln bei Zahnfleischerkrankungen angewendet. Innerlich hilft Salbei bei Magen-Darmerkrankungen. Die enthaltenen Bitterstoffe stimulieren die Verdauung, indem sie die Magensaftbildung anregen. Als Gewürz wird Salbei deshalb besonders zu Fleischspeisen gegeben. Die Heilpflanze ist außerdem als schweißhemmend bekannt.

Zuhause im Mittelmeerraum, halbschattige Standorte bevorzugt

Der Echte Salbei (Salvia officinalis) gehört zu den Lippenblütlern. Er blüht lila, kann bis zu einem Meter hoch werden und hat ein krautiges und haariges Aussehen. Er hat seinen Ursprung im Mittelmeergebiet in Dalmatien, Südostserbien und Mazedonien, wo er an kalkhaltigen, steinigen Berghängen wächst. Heute findet man ihn auch in nördlicheren Gefilden bis Irland und Südskandinavien. Salbei verträgt zwar Fröste, jedoch keine starken Kahlfröste. Traditionell wird der Salbei als Arzneipflanze in Deutschland in Sachsen, am Ober- und Mittelrhein und im Harzvorland in Sachsen-Anhalt angebaut. Er bevorzugt kalkhaltige, sandige Lehm- und lehmige Sandböden. Die besten Gehalte an ätherischen Ölen bringt Salbei nicht etwa in sonnigen, sondern in halbschattigen Lagen.

Wenig Konkurrenzkraft gegen Unkräuter

Salbei wird im kommerziellen Anbau sowohl gesät als auch als vorgezogene Jungpflanze angepflanzt. Auf Unkraut reagiert er empfindlich. Dieses wird überwiegend mechanisch bekämpft. Unter den tierischen Schädlingen sind es vor allem Schwarzpunktzikaden, Spinnmilben, Schildkäfer, Blattläuse, Schmetterlingsraupen oder Wiesenwanzen, die den Salbei zum Fressen gern haben und große Saug- und Fraßschäden anrichten können.

Beliebt bei Schädlingen und Pilzen

Schädlich werden können dem Salbei außerdem Mehltau- und Blattflecken- sowie Wurzelfäulepilze der Gattungen Erysiphe, Ascochyta, Phoma, Colletotrichum, Peronospora, Verticillium, Fusarium und Armillaria. Wie bei allen Pilzkrankheiten begünstigt schwül-warme und feuchte Witterung die Ausbreitung der Pilzsporen. Die Folgen von Pilzinfektionen reichen von leichten Blattverfärbungen über Schimmelbildung und Kümmern bis zum Absterben der Pflanze. Auch Fadenwürmer befallen mitunter Salbei und rufen Gallen an den Wurzeln hervor.

Derzeit stehen den Salbei Anbauern nur wenige Pflanzenschutzmittel zur Krankheitsbekämpfung zur Verfügung. Oft bleibt nur die Möglichkeit kranke und abgestorbene Pflanzenteile in mühseliger Handarbeit wegzuschneiden. Bei insgesamt 50 Hektar Salbeianbau in Deutschland ein aufwändiges Verfahren. Abwechslungsreiche Fruchtfolgen und Zwischenfruchtanbau helfen zwar, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und die Pflanzengesundheit zu stärken. Einen Befall mit tierischen Schädlingen, Bakterien und Pilzen können Kulturmaßnahmen allein jedoch nicht verhindern.

Bei dieser Vielzahl an möglichen Schädlingen und Krankheiten wird schnell klar, dass der Salbeianbau eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Die Anbauer müssen viel Sorgfalt und Mühe investieren, um das Heil- und Gewürzkraut gesund und leistungsfähig zu erhalten. Denn nur dann kann die Pflanze ihre gesundheits- und verdauungsfördernden Eigenschaften als Arzneipflanze und Küchengewürz voll entfalten.

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