Zimmerpflanze aus Urgroßmutters Zeiten

11.04.2017 Haus & Garten

Abutilon – Schönmalve, auch Zimmerahorn oder Samtmalve genannt

Von der Gattung Abutilon sind etwa 150 Arten bekannt. Die meisten der angebotenen Pflanzen sind Hybriden aus A. darwinii und A. pictum. Die Abutilon-Hybriden sind Pflanzen, die sich ähnlich wie die Zimmerlinde zu Urgroßelterns Zeiten großer Beliebtheit erfreuten. Eine „altmodische“ Pflanze also, die es allerdings verdient, dass man sich wieder an sie erinnert, was immer mehr auch geschieht. Gelegentlich findet man als Hängepflanze in Ampeln A. megapotamicum, die auch Glocken-Schönmalve genannt wird.

Man kann nicht sagen, ob man sie als Blütenpflanze oder als Blattpflanze bevorzugt, denn sowohl Blüte als auch Blatt sind prächtig. Dass diese Pflanze so selten anzutreffen ist, mag auch daran liegen, dass sie vor allem im Winter kühl, bei höchstens 6 bis 10 Grad Celsius stehen will, und wer kann das schon in einer zentralgeheizten Wohnung bieten. Da sie auch im Sommer kühle Temperaturen verträgt, kann sie gut in den Garten, auf die Terrasse oder den Balkon an einen hellen bis halbschattigen Standort geräumt werden, jedoch nicht unbedingt in die pralle Sonne. Sie wird Ende September bis Anfang Oktober, unbedingt jedoch vor den ersten Nachtfrösten eingeräumt. Im Winter hingegen ist viel Licht, also auch direkte Sonne angebracht. Die Pflanzen können beim Einräumen oder im Frühjahr beim Umtopfen zurückgeschnitten werden. Im Winter gießt man sie nur sehr sparsam, wobei aber der Ballen nie austrocknen darf. Ballentrockenheit führt zum Abfallen von Blättern und Blüten. Bei Staunässe werden die Blätter gelb.

Die Schönmalven zieren das ganze Jahr über mit zarten Blüten an dünnen Stielen in Weiß, Gelb, Rosa, bis hin zum kräftigen Rot. Die ahornähnlichen Blätter weisen je nach Sorte reines Grün oder eine unterschiedliche Fleckung auf. Die recht kräftig wachsenden Pflanzen brauchen vom Frühjahr bis Herbst viel Wasser und reichlich Nährstoffe. Wöchentliche Gaben mit einem Dünger für Grün- und Blühpflanzen sind angebracht, denn je größer die neugebildete Blattmasse ist, desto größer sind auch die Ansprüche an die Ernährung. Die Pflanzen sollten in einer humosen kräftigen Erde stehen. Verpflanzt wird im Frühjahr handelsübliche Erde. Wenn nicht schon beim Einräumen geschehen, kann jetzt ein kräftiger Rückschnitt vorgenommen werden.

Ein Vermehren gelingt zu Hause auch recht gut. Im Frühjahr, etwa ab März, schneidet oder bricht man Kopfstecklinge (Triebspitze mit mindestens drei ausgebildeten Blättern)  und bringt sie sehr warm unter einem Glas oder einer Plastiktüte zum Bewurzeln.