Schädlinge und Krankheiten machen keine Sommerferien

26.07.2012 Haus & Garten

Pflanzenschutzhinweise für Juli und August

Wer aus dem Sommerurlaub nach Hause kommt und durch den Garten geht, kann unangenehme Überraschungen erleben. Johannisbeer- oder Stachelbeerbüsche fast ohne Blätter, Brombeeren wollen nicht richtig reifen. Bei Schwertlilien vertrocknen die Blätter trotz Feuchtigkeit, und Gladiolen zeigen nur weiß pigmentierte Blüten oder sind verkrüppelt. In Rhododendronbüschen findet man ansehnliche Zikaden. Dann sind die Gartenferien zu Ende.

Johannis- und Stachelbeeren lassen die Blätter fallen

Auf den Blättern von Johannis- und Stachelbeeren entstehen bei feuchter Sommerwitterung zunächst kleine, runde, bräunlich-schwarze Flecken. Die Zahl der Flecken nimmt ständig zu, sie können ineinander fließen, und die Blätter ganz oder teilweise vergilben. Die Blattränder rollen sich nach oben ein. Die Blätter vertrocknen und werden vorzeitig abgeworfen. Die Blattfallkrankheit Pseudopeziza (Drepanopeziza) ribis beginnt meist im unteren Bereich der Sträucher. Sie befällt vorzugsweise rote und gelbe Johannisbeersorten und etwas später auch Stachelbeeren.

Der pilzliche Erreger überwintert im abgefallenen Laub. Die Wintersporen (Ascosporen) werden etwa ab Anfang Mai aus den Fruchtkörpern ausgeschleudert und mit dem Wind verbreitet. Bei feuchter Witterung und Temperaturen von zwölf Grad Celsius keimen diese. Auf den Blattflecken bilden sich dann Konidien und verbreiten die Krankheit bei feuchtem Wetter auf benachbarte Sträucher.

Vorbeugend sollte man im Herbst das Laub unter den Sträuchern entfernen oder völlig untergraben. Pflanzenschutzmittel sind gegen die Blattfallkrankheit im Haus- und Kleingarten nicht zugelassen. 

Wenn die Brombeeren nicht richtig reifen,

die Teilfrüchte rötlich und hart bleiben und ungenießbar sind, sind wahrscheinlich Brombeergallmilben am Werk. Die Saugtätigkeit der nur 0,2 Millimeter kleinen, weißlichen Brombeergallmilben Acalitus (Eriophyes) essigi schädigt das Beerenobst, indem beim Saugen Toxine freiwerden. Die führt dazu, dass die Früchte ungleichmäßig reifen.Die Milben überwintern in Blattachseln, unter Knospenschuppen und in Fruchtmumien. Während des Austriebs wandern die Tiere in die aufbrechenden Knospen und legen dort ihre Eier ab. Zur Blütezeit sind die Milben an den Kelchblättern, im Laufe der Fruchtentwicklung in der Nähe des Fruchtbodens zu finden. Dort saugen sie an den Teilfrüchten. Sie bringen jedes Jahr mehrere Generationen hervor, vor allem in warmen Jahren. Ihren Höhepunkt erreicht die Populationsentwicklung Ende August/Anfang September. Ab Mitte Oktober wandern die Tiere zu ihren Winterquartieren ab. Vorbeugung: spätreifende Sorten meiden; nicht an geschützten Stellen, etwa in Hausnähe, pflanzen; Brombeerranken im Herbst stark zurückschneiden; befallene Früchte abernten und vernichten; nur mäßig düngen; Boden feucht halten und mit Laubkompost oder Mulch bedecken.

Behandlung: Vom Austrieb bis zur Blüte sollten befallene Pflanzen mehrmals mit zugelassenen Akariziden behandelt werden. 

Bei Schwertlilien verdorren die Blätter

Ovale oder langgestreckte, anfangs gelblich durchscheinende, später bräunliche Flecken mit einem dunkelbraunen Rand und einem schwärzlichen Belag in der Mitte weisen auf Heterosporium- Blattdürre (Blattbrand) hin. Die Flecken sind von unterschiedlicher Größe und unregelmäßig auf dem Blatt verteilt. Im weiteren Krankheitsverlauf fließen sie ineinander über, die Blätter werden dürr und sterben schließlich ab.

Der pilzliche Erreger Heterosporium gracile breitet sich besonders stark in feuchten Lagen und bei nassem Wetter aus. Ratsam ist es, die Standortverhältnisse der Pflanzen zu überprüfen und sie gegebenenfalls vom möglicherweise feuchten Mikroklima des Staudenbeets, an einen günstigeren Platz zu setzen. Die Schwertlilie ist eine Steppenpflanze. Ihre Rhizome (Sproßachsensystemen) brauchen Sonne. Deshalb dürfen diese nicht völlig mit Erde bedeckt sein. Schwertlilien bevorzugen durchlässige Erde und brauchen eine gute Nährstoffversorgung. Vorsicht: Zu viel Kompost schadet ihnen und kann die Rhizome faulen lassen. Es ist ratsam, im Herbst oder im zeitigen Frühjahr alle befallenen Blätter sorgfältig zu entfernen und zu entsorgen. 

Bunte Zikaden saugen an Rhododendronblättern

Ab Anfang Mai schlüpfen die gelblichen Junglarven der Rhododendronzikade Graphocephala coccinea aus den Eiern, die in den Knospen überwintern. Sie sind nebst ihren weißlichen Häutungsresten blattunterseits zu finden. Die Larven halten sich, wie auch später die erwachsenen Zikaden vor allem an den Spitzen der Jungtriebe auf und saugen an den Blättern, die dadurch gelblich gesprenkelt aussehen. An den Saugstellen können auch Bakterien eindringen, was zu einer Braunfärbung führt.

Die neun Millimeter lange, grün gefärbte und seitlich rot gestreifte Zikade erscheint im Juli und springt lebhaft in den Büschen herum. Von August bis Oktober legt sie Eier in flache Schlitze an den Knospenschuppen ab, wo diese überwintern. Der Schädling bringt eine Generation pro Jahr hervor. Die Tiere schädigen vor allem durch ihre Saugtätigkeit. Vermutlich werden bei der Eiablage aber auch Eintrittspforten für den pilzlichen Erreger Pycnostysanus azaleae geschaffen.

Die Zikaden-Larven sollte man schon im Frühjahr mit Präparaten, die gegen saugende Insekten zugelassen sind, bekämpfen. Einen Teil der Zikaden kann man auch mit Gelbtafeln fangen. Bei Bedarf können von Juli bis Oktober zusätzlich zugelassene Insektizide gegen die ausgewachsenen Zikaden eingesetzt werden. 

Auf den Gladiolenthrips achten

Silbrig schimmernde streifig angeordnete teils schorfige Stellen an Gladiolenblättern verraten einen winzigen Übeltäter, der sich nur unter der Lupe zeigt: Gladiolenblasenfüße, auch Thrips genannt, sind 1,5 Millimeter kleine, stäbchenförmige Insekten, die an Blättern und Blüten saugen. Es empfiehlt sich, das Laub der Gladiolen im Herbst rechtzeitig zurückzuschneiden, um ein Abwandern der Thripse an die Knollen zu verhindern. Zur Bekämpfung stehen zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.

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