Kälte, Wasser und Schädlinge – Pflanzen im Winter schützen

18.11.2010 Haus & Garten

Bedürfnisse der Pflanzen sind auch im Winter unterschiedlich

Der Winter fasziniert Gartenfreunde mit seinem besonderen Reiz. Feiner, silbrig glänzender Rauhreif überzieht die Pflanzen und lässt in der Sonne ein faszinierendes Farbenspiel erscheinen. Schneehauben verzaubern Büsche und Hecken. Doch Kälte, Frost, Nässe und Schädlinge machen den Pflanzen zu schaffen. Deshalb muss der Gartenbesitzer im Herbst vorsorgen. Viele Pflanzen benötigen Schutz vor der Kälte, andere können hohe Niederschlagsmengen nicht verkraften. Schädlinge müssen kontrolliert und bekämpft werden.

Gartentipp: Blumenzwiebeln vertragen keine Nässe

Zwiebel- und knollenbildende Pflanzen neigen in schweren, verdichteten und nassen Böden zur Fäulnis. Die Zwiebeln von Tulpen oder Osterglocken gehören vor dem ersten Bodenfrost in die Erde, allerdings nur dort, wo das Wasser gut abfließen kann und nicht staut. Auch etliche winterharte Stauden und viele Gräser wie das Pampasgras, die eher trockene Böden bevorzugen, leiden unter zuviel Nässe. Sie benötigen eine Abdeckung, zum Beispiel aus Laub und Reisig, damit das Wasser nicht direkt in das Herz der Pflanzen eindringen kann. Bei Dauerregen reicht eine Laubschicht, die normalerweise die Wurzeln der Pflanzen schützt und Bodenlebewesen günstige Bedingungen bietet, nicht aus. Bei andauernden Niederschlägen kann sie luftundurchlässig werden, so dass die Pflanzen darunter ersticken. 

Schnecken konsequent bekämpfen

Gemüse- und Zierpflanzen wie Salat oder Chrysanthemen können auch im Herbst noch akut von Schnecken bedroht sein. Diese fressen nicht nur, sie legen auch ihre Eigelege ab. Gegen die gefräßigen Gäste und ihre Nachkommenschaft hilft Schneckenmittel. Um Igel muss man sich dabei keine Sorgen machen: Zugelassene Schneckenmittel, wie Schneckenkorn schaden den beliebten StacheItieren nicht, vorausgesetzt sie werden sachgerecht eingesetzt. 

Nadelgehölze und immergrüne Blattpflanzen

mit teils erheblichen Gelb- und Braunfärbungen der Blätter beziehungsweise Nadeln sind dankbar für eine schnell verfügbare Düngergabe, die die Nährstoffreserven auffrischt. Die extremen Witterungsbedingungen dieses Jahres haben Schwankungen in der Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit verursacht.

Fichten sollten auf Sitkafichtenläuse kontrolliert werden. Die Läuse überwintern und verursachen Saugschäden. Zur Bekämpfung stehen zugelassene Insektizide zur Verfügung. 

Obstgehölze brauchen besondere Aufmerksamkeit

Obstbäume sollten gegebenenfalls mit Leimgürteln vor Schädlingen wie dem Frostspanner geschützt werden. Die Weibchen des Schädlings bleiben am Leimring kleben, während die Männchen vergebens in der Baumkrone warten. Ohne Paarung kein Nachwuchs – die Obstbäume profitieren.

Beachtung verdient auch das Laub der Obstbäume: Weisen etwa Apfelblätter Anzeichen von Schorf oder Echtem Mehltau auf, oder Birnblätter von Birnenschorf oder Birnengitterrost, sollte das Laub vorsorglich in die Mülltonne. Das gilt auch für Kirschblätter mit Symptomen der Sprühflecken- und der Schrotschusskrankheit, bei Pfirsichblättern mit Schorf und bei Pflaumenblättern mit Rost oder Schrotschuss-Löchern. Gesundes Laub dagegen ist eine gute Basis für Kompost.

Astpartien mit Obstbaumkrebs sollte man an trockenen Tagen bis ins gesunde Holz hinein ausschneiden und die Schnittwunden mit einem Wundverschlussmittel versorgen.

Gefährlicher Wechsel von Sonne und Frost

Immergrüne Pflanzen wie der Buchsbaum haben Mühe dem Wechsel aus Frost und Wintersonne zu trotzen. Während ihre Blätter in der Sonne Wasser verdunsten, können die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden kein neues Wasser nachziehen. Um sich vor dem Vertrocknen zu schützen, werfen die Pflanzen die Blätter ab. Bei längeren Frostperioden kann es vorkommen, dass die Pflanzen eingehen.

Schutz aus luftdurchlässigen Materialien

Kübelpflanzen, die im Freien überwintern können, wie der Freilandhibiskus, sind dankbar für einen Schutz aus Bambusmatten, Vlies oder Jute. Es ist wichtig, den Wurzelballen vor dem Durchfrieren zu schützen, damit die Zellen in den Wurzeln keinen Schaden nehmen. Die Kübelpflanzen werden mit den luftdurchlässigen Materialien eingepackt und an eine windgeschützte Stelle gebracht. Luftundurchlässige Folien eignen sich nicht, weil sie Pilzkrankheiten fördern können.

Pflanzenschutz-Kontrolle vor dem Umzug ins Winterquartier

Kübelpflanzen, die Frost und Kälte nicht vertragen, brauchen ein Winterquartier. Vor dem Umzug sollten sie jedoch auf Schädlinge und Krankheiten untersucht werden. Leichtem Befall mit Läusen, Milben oder Fliegen kann man mit einem Rückschnitt begegnen. Sofern die Pflanzen stärker befallen sind, empfiehlt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

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