Blütenwunder an Weihnachten

02.12.2016 Haus & Garten

Brauch des Barbaratags neu entdeckt

Am 4. Dezember Zweige von Obstbäumen in einer Vase in der Wohnung aufzustellen, ist ein alter Brauch am Gedenktag der heiligen Barbara. Blühen die Zweige zum Weihnachtsfest, sollen sie Glücksbringer für das kommende Jahr sein. Ob das stimmt, ist unklar. Sicher ist: Das Betrachten der hübschen Blüten in der kalten und dunklen Winterzeit macht glücklich.

Trostspender der heiligen Barbara

Obwohl die Existenz der heiligen Barbara historisch nicht belegt ist, gibt es zahlreiche Bräuche um ihre Geschichte. Der Barbaratag gilt als Gedenktag für die christliche Märtyrerin, die am 4. Dezember 306 in der heutigen Türkei für ihren Glauben gestorben sein soll. Der Brauch der Barbarazweige geht auf ihre Gefangenschaft zurück: Auf dem Weg ins Gefängnis soll sich ein Kirschbaumzweig in ihrem Kleid verhangen haben. Diesen stellte sie in ihrer Zelle in Wasser. Am Tag ihrer Hinrichtung erblühte der Zweig. Einer Überlieferung zufolge soll Barbara gesagt haben: „Du schienst wie tot. Aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu neuem, ewigen Leben aufblühen!“

Barbarazweige: Anleitung zur alten Weihnachtstradition

Heute gestaltet sich der Brauch so, dass am Barbaratag Apfel-, Kirsch-, Kastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige abgeschnitten und in die Wohnung gestellt werden. Damit die Zweige der Frühjahrsblüher gedeihen, bedarf es ein paar Tricks: Zunächst benötigen sie einen Kälteschock. Gab es bis zum 4. Dezember keinen Frost im Freien, kommen sie in die Tiefkühltruhe. Danach sollten sie über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt werden. So bekommen die Knospen vermittelt, dass der Frühling beginnt. Die Enden der Zweige am nächsten Tag schräg abschneiden oder mit einem Hammer weich klopfen, damit sie besser Wasser aufnehmen können. Dann kann man die Zweige in frisches Wasser stellen, das alle drei bis vier Tage gewechselt wird. Die Zweige nicht zu nah an die Heizung stellen, sonst vertrocknen sie. Wenn man Glück hat, gehen die Blüten genau an Weihnachten auf.