Baumschulpflanzen ungeschützt vor Schädlingen im Boden

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01.08.2010 - Haus & Garten

Bis 2004 konnten die Böden, in denen junge Bäume gesund heranwachsen sollen, mit Bodenentseuchungsmitteln vor Schädlingen geschützt werden.

Bis 2004 konnten die Böden, in denen junge Bäume gesund heranwachsen sollen, mit Bodenentseuchungsmitteln vor Schädlingen geschützt werden.

Kurz vor der Frühjahrsbestellung beklagen Baumschulen, dass es in Deutschland seit 2004 keine Mittel mehr zur Bekämpfung der Bodenmüdigkeit gibt. Verursacht wird sie unter anderem durch spezialisierte, im Boden lebende Pflanzenschädlinge, wie Nematoden. Wie die TASPO 4/2007 berichtet, ist die Lösung dieses Problems von äußerster Dringlichkeit für die Baumschulen, auch aus Gründen des internationalen Wettbewerbs. In Zusammenarbeit mit dem Versuchs- und Beratungsring der Baumschulen Schleswig-Holstein hatte der Bund Deutscher Baumschulen (BdB) ein Fachgespräch mit der Biologischen Bundesanstalt initiiert. Dort wurde bestätigt, dass gegenwärtig keine wirksamen Alternativen zu den nicht mehr zugelassenen chemischen Bodenentseuchungsmitteln zur Verfügung stehen.

So „gerupft“ sieht eine Pfingstrose (Paeonie) aus, wenn Bodenbewohner wie Nematoden mit ihrem Mundstachel die Pflanzenwurzeln anstechen, um sich mit Nahrung zu versorgen.Laut Karl-Heinz Plum, dem Präsidenten des BdB, setzen die Baumschulen jetzt auf Anträge nach Paragraf 11, Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes. Dieser Paragraf regelt kurzfristig Sonderfälle bei akuten Gefährdungen. Eine Aufnahme der in den Bodenentseuchungsmitteln enthaltenen Wirkstoffe in die EU-Wirkstoffliste, die die Grundlage für nationale Zulassungen darstellt, ist kurzfristig nicht zu erwarten und auch langfristig eher unwahrscheinlich.