Zucker – ein vielversprechender nachwachsender Rohstoff

12.09.2005 Forschung & Technik

Zuckerverbindungen werden zunehmend für Wasch- und Reinigungsmittel, aber auch als Inhaltsstoffe für Kosmetika verwendet.

Eine „goldene Zukunft“ als nachwachsender Rohstoff wird dem Zucker vorausgesagt. Dabei stehen bestimmte Zuckerverbindungen (Glykoside) im Vordergrund. Sie sind eine echte Alternative zu den vorwiegend auf Erdölbasis hergestellten Tensiden, den waschaktiven Substanzen in Waschmitteln. Weil solche Zuckerverbindungen gut von Augen, Haut und Schleimhäuten vertragen werden, dürften sie zunehmend auch als Inhaltsstoffe in Kosmetika eine Rolle spielen.

Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) haben zusammen mit der Südzucker AG ein Verfahren entwickelt, mit dem Zucker zu höherwertigen Substanzen umgewandelt werden kann, berichtet Agra-Europe, 6. Juni 2005. Mit speziellen Nano-Partikeln aus Gold gelingt es, verschiedene Kohlenhydrate, wie Glucose, Lactose oder Maltose in wässrigen Lösungen mit Sauerstoff schnell und vollständig zu den entsprechenden Zuckersäuren umzusetzen. Viele sind erstmalig mit diesem Verfahren kostengünstig herstellbar. Sie können als biologisch abbaubare Substanzen in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden, ebenso in Medikamenten, Mineralstoffpräparaten , Kosmetikartikeln und nicht zuletzt als Zusatzstoffe in Lebens- und Futtermitteln. Gefördert wird das Projekt von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Gülzow: www.nachwachsende-rohstoffe.de.

Derzeit werden in Deutschland rund 240 000 t Zucker industriell im chemisch- technischen Bereich verarbeitet. Die Anbaufläche dieses Zuckers beträgt 18 000 Hektar. Wie die FNR weiter dazu mitteilt, wird die Hauptmenge des Zuckers zur Fermentation verwendet.

Auf Zuckerrohrbasis wurden 2004 beispielsweise allein in Brasilien rund 14 Milliarden Liter Biosprit hergestellt.