TÜV: Pflanzenschutzspritzen besser in Schuss als viele Autos

24.02.2009 Forschung & Technik

Landwirte lassen ihre Maschinen alle zwei Jahre prüfen – Umwelt und Geldbeutel profitieren

Die amtlichen Gerätekontrollen belegen es: Landwirte gehen sorgsam mit ihrer Pflanzenschutztechnik um. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilte, brachten 14 000 Prüfungen im Jahr 2008 bei der Hälfte der geprüften Pflanzenschutzspritzen keine Mängel an den Tag. 49 Prozent wiesen leichte Mängel auf, die noch während der Prüfung beseitigt werden konnten. Lediglich ein Prozent der Geräte fiel durch und musste erneut vorgestellt werden. Die Ergebnisse decken sich mit den bayerischen Zahlen aus den Vorjahren. Damit schneiden die Pflanzenschutzgeräte deutlich besser ab als viele Autos: rund 8,3 Millionen, das sind fast 20 Prozent, so schätzt der Technische Überwachungsverein (TÜV) sind nämlich in Deutschland mit erheblichen Mängeln unterwegs.

Seit 1993 ist der Spritzen-TÜV Pflicht für alle Pflanzenschutzgeräte . Im zweijährigen Turnus werden in amtlich anerkannten Kontrollwerkstätten die genaue Verteilung der Spritzbrühe, die Dichtigkeit der Geräte und Leitungen, die Pumpenleistung und der gesamte technische Zustand bewertet.

In der Mängelstatistik ganz vorne stehen fehlerhafte Düsen, danach folgen poröse oder undichte Leitungen sowie wackelige Spritzgestänge.

Der gute Zustand der Geräte kommt der Umwelt und dem Geldbeutel des Landwirts zugute. Pflanzenschutzeinsatz nach der Zielsetzung „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“ ist nur mit exakt funktionierenden Maschinen möglich. Ist etwas nicht in Ordnung, kann es zu Über- oder Unterdosierungen kommen. Landwirte, die ohne die zehn Zentimeter großen Prüfplaketten auf ihrem Pflanzenschutzgerät unterwegs sind, riskieren ein Bußgeld. Zudem droht ihnen eine deutliche Kürzung ihrer EU-Betriebsprämie.