Mit "FungiDetect" Getreideernten sichern

22.08.2017 Forschung & Technik

Neues Sensorsystem soll Gelbrost frühzeitig erkennen

Gelbrost (Puccinia striiformis) ist eine der gefährlichsten Getreidekrankheiten und schmälert die Erträge enorm. Damit könnte bald Schluss sein. Im Sommer 2016 startete am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) das dreijährige Projekt „Sensorgestützte Online-Detektion von Krankheiten im Getreide – FungiDetect“. Die Forscher entwickeln dort ein neues Sensorsystem, das Pilzkrankheiten im Getreide – speziell Gelbrost – in einem sehr frühen Stadium erkennen soll. So könnten die Landwirte zukünftig nur befallene Getreidepartien gezielt mit Pflanzenschutzmitteln behandeln.

Dem Pilz mit Sensoren auf der Spur

Bei Getreide sind die älteren, unteren Blattetagen meistens früher und stärker von Pilzen befallen als die jüngeren, oberen. Um eine schnelle Ausbreitung zu verhindern, muss ein Befall frühzeitig erkannt und bekämpft werden. Bei „FungiDetect“ erfassen verschiedene Sensoren am Traktor und an einem Oktokopter umfangreiche Daten über den Zustand der Pflanzen. Besonders wichtig ist dabei ein Bodensensor, der unterhalb des Blattdachs Informationen sammelt. Die Sensoren bilden die Rückstrahlung des ausgesendeten Lichts in einem Spektralbogen ab. Ist das Getreide von Gelbrost befallen, zeigt sich ein Farbspektrum zwischen orange und zitronengelb.

Blick in die Zukunft: Landwirtschaft 4.0 mit Sensortechnik

Die Sensortechnik ist der Schlüssel für Precision Farming. Das ATB hat folgende technische Vision: Die Feldspritzen sind mit mehreren Tanks unterschiedlicher Pflanzenschutzmittel ausgerüstet. Mehrere Düsen versprühen die Mittel nur dort, wo es nötig ist. Eine solche Feldspritze ist im ATB für die Versuche im Rahmen von „FungiDetect“ im Einsatz. Ziel des Forschungsprojekts ist es, eine praxistaugliche Lösung zu erarbeiten, die den Landwirten bei gezielten Pflanzenschutz -Maßnahmen im Getreide hilft.