Friedensnobelpreisträger spricht sich für mehr Agrarforschung gegen globale Armut und Bevölkerungsexplosion aus
Norman Borlaug – ein „revolutionärer“ Agrarforscher will den Blick für die Agrarforschung schärfen
Der Anteil der Hungernden hat sich weltweit zwischen Ende 1960 und 2000 von 60 auf 17 Prozent verringert. Großen Anteil daran hat die Grüne Revolution, die Ende der fünfziger Jahre in Mexiko ihren Anfang nahm. Treibende Kraft war der heute 93jährige Norman Borlaug, der dafür 1970 den Friedensnobelpreis erhielt.
Der amerikanische Agrarwissenschaftler entwickelte vor rund 50 Jahren mit seinen Mitstreitern bessere Anbaumethoden und neue Getreidesorten für die Bauern der Welt. Seither blieben die früher üblichen großen Hungersnöte in Asien aus. Millionen Menschen, die sonst verhungert wären, hatten zu essen. Die neuen mexikanischen Hochertragssorten führten in vier Jahrzehnten in Indien zu einer Erhöhung der jährlichen Weizenernte von 12 bis 76 Millionen Tonnen, in Pakistan von 4,5 auf 21 Millionen Tonnen.
Heute werden diese Sorten weltweit auf 80 Millionen Hektar angebaut. Große Sorge bereitet dem Forscher die Situation in Afrika, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.10.2007 berichtet. Starkes Bevölkerungswachstum und rückständige Anbaumethoden habe die Erträge pro Kopf sogar sinken lassen. Weltweit könnte laut Borlaug der Bedarf an Getreide für Lebensmittel und Futter in den nächsten 20 Jahren um 50 Prozent steigen, nicht gerechnet die Produktion für Biotreibstoffe. Dieser Zuwachs muss größtenteils auf bereits jetzt genutzten Flächen erfolgen. In der Grünen Gentechnik sieht Borlaug die konsequente Fortführung der Grünen Revolution. Die Biotechnologie sei von entscheidender Bedeutung für die Züchtung gentechnisch veränderter Pflanzen mit erhöhter Widerstandskraft gegenüber Dürre, Hitze und Kälte.

