Mottenalarm – nicht nur im Kleiderschrank

15.12.2005 Haus & Garten

Mit der Rückkehr zu Naturwolle hat der Befall von Kleider- und auch Pelzmotten zugenommen.

Oft sind es teure Wollpullis oder Pelze, die plötzlich Löcher haben. Aber auch Teppiche aus Naturwolle zerbröseln. Schuld daran sind die Larven bzw. Raupen von der Kleidermotte bzw. Pelzmotte aus der Familie der Schmetterlinge. Ihre Lieblingsnahrung sind keratinhaltige Materialien. Das sind Kleider oder Gegenstände, die aus tierischen Fellen, Haaren oder Federn hergestellt werden. Pelzhaare werden am Ansatz abgebissen und fallen gleich büschelweise aus, angefressene Textilfasern werden brüchig und führen zu Löchern. Werden die Motten zu spät entdeckt, sind die Textilien nicht mehr zu retten. Schon ein Anteil von 20 Prozent Wolle reicht aus, um die gefräßigen Insekten anzulocken.

Wenn Teppiche zerbröseln

Ein „gefundenes Fressen“ für Motten ist beispielsweise ein Berberteppich, auf dem ein schwerer Sessel oder eine Couch steht. Seltener bewegt, bieten diese Möbel den gut getarnten weißen Räupchen von Pelz- oder Kleidermotten Tinea bisselliella oder T. pellionella, die nötige Geborgenheit, um die Wollfäden des Teppichs fressend zu zerbröseln. Die Puppen werden häufig auch über dem Fressplatz abgelegt, etwa an der Unterseite der Sitzmöbel. Die ringsum mit dem Material aus der unmittelbaren Umgebung verkleideten Kokons mit der Puppe fallen kaum auf. Die Raupen der Pelzmotte mit ähnlicher Lebensweise wie die der Kleidermotte, verpuppen sich in Kokons, die oft an Wänden festgesponnen werden. Ist man dem schädlichen Tun der Insekten auf die Schliche gekommen, ist der Teppich meist nicht mehr zu retten. Und da die Winzlinge über eine lange Hungerfähigkeit verfügen, können sie nach der Bereinigung des Schadens lange Zeit in kleinsten Verstecken auf neue Nahrungsangebote warten.

Aufgepasst bei Faltern im Haus!

Die Falter der Kleidermotte sind etwa sieben Millimeter groß und haben glänzende, graugelbe Flügel. Aktiv werden sie erst in der Dämmerung. Tagsüber sitzen sie unauffällig an den Wänden oder in dunklen Ecken. Wenn man diesen Faltertyp in den eigenen vier Wänden antrifft, ist mit einem Mottenbefall zu rechnen. Der Befall ist auch an den Kokons erkennbar, die von den Raupen gewebt werden. Sie sind an den befallenen Textilien befestigt und mit dem bloßen Auge auszumachen.

Einschleppung ist am häufigsten

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kleidermotten von draußen einfliegen, ist auch im Sommer gering, da sie nur kurze Strecken zurück legen. Am häufigsten werden sie eingeschleppt und das ist mit jedem neuen Kleidungsstück oder sogar nur mit einem Wollknäuel möglich. Auch mit Möbeln wie Antiquitäten oder gebrauchten Wäscheschränken können Larven und Puppen in das neue Heim gelangen. Natürlich können es auch wollhaltige Erinnerungsstücke von Reisen (Teppiche!) „in sich haben“.

Vorsorge gegen Massenvermehrung

Kleidermotten sind ausgesprochen fruchtbar. Bei günstigen Bedingungen legen die Falter bis zu 200 Eier. Bei 30° Celsius und einem guten Nahrungsangebot ist die Entwicklung von der Eiablage bis zum Falter in 60 bis 80 Tagen möglich. Bei Temperaturen von nur 15° Celsius verlängert sich die Entwicklungszeit auf 180 bis 200 Tage.

Sauberkeit ist bei der Vorsorge das A und O. Vor einer längeren Lagerung von Textilien – zum Beispiel von Winterkleidung im Sommer – sollten die Kleidungsstücke gereinigt werden, da die Motten ihre Eier besonders gern an verschmutzten Stellen ablegen. Vor der Eiablage schützen geschlossene Schränke und gut verschließbare Kleidersäcke. Kleidung sollte grundsätzlich nur in trockenen Räumen gelagert werden.

Lavendel- und Zitronenduft aber auch Zedernholz behagt den Faltern nicht, so dass diese Substanzen im Kleiderschrank als Repellentien wirken können. Es ist allerdings nicht bewiesen, dass man sich mit diesen Wohlgerüchen wirkungsvoll schützen kann. Die gegenteilige Wirkung haben Pheromone. Die Sexuallockstoffe locken allerdings nur die männlichen Falter an. Pheromonfallen werden oft von Gewerbebetrieben eingesetzt, die Textilien lagern. Werden Falter gefangen, wird in der Regel eine professionelle Bekämpfung der Motten notwendig.

Kampf der Kleidermotte

Wenn Larven oder ihre Gespinste gefunden werden, müssen die Textilien gut ausgebürstet, gewaschen und im Idealfall an der Sonne oder im Winter bei Frost gelüftet werden. Der Kleiderschrank sollte komplett ausgeräumt und innen mit einem Insektizid behandelt werden. Vor dem erneuten Einräumen sollten alle Kleidungsstücke ausgeschüttelt und gut kontrolliert werden. Zum Einsprühen der Schränke und zur Bekämpfung von Faltern gibt es spezielle Insektizide . Sehr effektiv sind auch mit Insektiziden getränkte Papierstreifen, die in geschlossenen Schränken zwischen die Kleidungsstücke gelegt werden. Die modernen Präparate riechen zwar lange nicht mehr so unangenehm wie das früher übliche Mottenpapier, sollten aber dennoch nicht in Schlafräumen verwendet werden.

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