Chef-Wissenschaftlerin der EU befürwortet Neubewertung der Grünen Gentechnik

26.07.2012

Brüssel – Die wissenschaftliche Chefberaterin der Europäischen Union, Anne Glover, hält die Ängste vor gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Lebensmitteln für zumeist unbegründet und wissenschaftlich nicht haltbar. „Wenn wir uns die Erkenntnisse aus über 15 Jahren Anbau und Verzehr von GVO-Lebensmitteln weltweit anschauen, so gab es keinen belegbaren Fall negativer Einflüsse auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder Umwelt; das sind ziemlich robuste Erkenntnisse“, sagte die Schottin, die seit Jahresbeginn den Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso berät, dem Internet-Dienst EurActiv.com

Sie fügte hinzu: „Lebensmittel zu verzehren birgt Risiken; viele von uns vergessen, dass die meisten Pflanzen giftig sind, und nur weil wir sie kochen oder nur in entsprechenden Mengen essen, werden sie genießbar. Meine Schlussfolgerung ist, dass es keine größeren Risiken durch GVO-Lebensmittel als durch konventionell hergestellte Lebensmittel gibt.“

Glover betonte, dass die Argumente aus der Diskussion der 80er und 90er Jahre neu bewertet werden müssten: „Das ist inzwischen eine Generation her, wir haben Fortschritte gemacht, und die Herausforderungen heute sind ganz andere. Ich würde mich freuen, wenn wir die Debatte wieder aufnehmen. Mir geht es dabei nicht darum, für GVOs zu werben, sondern für wissenschaftliche Erkenntnisse.“

Das volle Interview in englischer Sprache: >> EurActiv