BVL: Nur geringe Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebensmitteln aus Deutschland

12.04.2012

Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittel-Rückstände 2010: Positiver Trend der Vorjahre bestätigt

Berlin - Bei in Deutschland produzierten Lebensmitteln werden immer seltener unzulässig hohe Rückstände an Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Nur noch bei einem Prozent der untersuchten Erzeugnisse war dies im Jahr 2010 der Fall. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute anlässlich der Vorstellung der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittel-Rückstände 2010“ in Berlin mit.

"Die Bemühungen von Erzeugern, Wirtschaft und Behörden, die Pflanzenschutzmittel-Rückstände zu minimieren, zeigen Wirkung", erklärte Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg, Präsident des BVL. Die positive Entwicklung bei deutschen Erzeugnissen ist auch auf die Arbeit der im Jahr 2010 eingerichteten Task Force Pflanzenschutzmittel zurückzuführen, so der BVL-Präsident. In der Task Force arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der Pflanzenschutzdienste und der amtlichen Lebensmittelkontrolle der Länder sowie der Wirtschaft unter Vorsitz des BVL zusammen. Die Task Force versucht, Ursachen von Höchstwertüberschreitungen aufzuspüren und durch geeignete Maßnahmen abzustellen.

Nur noch in 1,0 Prozent der untersuchten Erzeugnisse deutscher Herkunft wurde eine Überschreitung des geltenden Rückstands-Höchstgehalts festgestellt. Der positive Trend der Vorjahre setzte sich damit fort: Im Jahr 2008 hatten die Untersuchungsämter noch in 1,9 Prozent der Proben Überschreitungen der Höchstgehalte gemessen, 2009 waren es 1,6 Prozent. 

Bei Lebensmitteln aus anderen EU-Mitgliedstaaten blieb die Überschreitungsquote auf dem niedrigen Vorjahresniveau von 1,5 Prozent der untersuchten Proben. Im Jahr 2008 hatte die Zahl der Überschreitungen der Rückstands-Höchstgehalte noch bei 3 Prozent gelegen. Dieses Ergebnis stützt erneut die Annahme, dass die bis 2008 stets höheren Überschreitungs- und Beanstandungsraten bei Erzeugnissen aus anderen Mitgliedstaaten der EU auch auf die unterschiedliche Gesetzeslage in diesen Ländern zurückzuführen waren. Mit dem vollständigen Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 gelten seit dem 1. September 2008 EU-weit einheitliche Rückstands-Höchstgehalte. 

Erzeugnisse aus Nicht-EU-Staaten fallen häufiger auf, die Entwicklung ist aber auch hier positiv: 2010 wurden in 8,0 Prozent der Proben Rückstände oberhalb der Rückstands-Höchstgehalte gemessen. 2008 waren es noch 9,1 Prozent, im Jahr 2009 8,6 Prozent. 

Die Einrichtungen der amtlichen Lebensmittel- und Veterinärüberwachung der Bundesländer haben 2010 insgesamt 17 585 Proben von Lebensmitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs sowie von Säuglings- und Kleinkindernahrung auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände untersucht. Mehr als 5,1 Millionen einzelne Analysenergebnisse zu 845 verschiedenen Wirkstoffen wurden ermittelt. Im Durchschnitt wurde jede Probe auf 293 Wirkstoffe untersucht. Unter den 17 585 Proben waren auch 367 Proben, denen konkrete Verdachtsmomente oder Beschwerden zugrunde lagen und die daher nicht in die genannten Auswertungen eingegangen sind. 

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

>> BVL-Pressemitteilung

>> Aktueller Bericht zur "Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2010" einschließlich der entsprechenden Tabellen

>> Berichte der Vorjahre zur "Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände"