Ein Apfelbaum erzählt

05.06.2007 Schule & Wissen

Der „Apfelblog“ (1)

Äpfel sind laut einer CMA-Statistik aus dem Jahr 2006 in Deutschland das beliebteste Obst. Gut so, denn sie sind sehr gesund! Wie Äpfel sich entwickeln und welche Pflege dazugehört, bis sie duftend, glänzend und lecker im Obstkorb landen, erzählt in diesem Sommer unser "Elstar-Apfelbaum" vom Obsthof Schmitz-Hübsch in Bornheim. "Elstar" berichtet in unregelmäßigen Abständen bei Profil Online über den jeweils aktuellen Stand der Entwicklung seiner Äpfel.

„Guten Tag, mein Name ist Elstar und ich bin ein fünf Jahre alter Apfelbaum. Aber nicht so einer mit dickem, hohem Stamm. Ich bin nur knapp zwei Meter hoch und meine Äpfel kann man ganz bequem ohne Leiter pflücken. Elstar ist eine Sorte, die von vielen Apfelkennern besonders gern gegessen wird. Das macht mich stolz.

Gepflanzt wurde ich in Bornheim-Merten, im schönen Rheinland. Hier bin ich einer von insgesamt 10 000 Bäumen in einer Apfelpflanzung, die so groß ist wie fünf Fußballfelder (3,5 Hektar). Wir stehen in langen Reihen. Auf meiner rechten Seite stehen auch Elstar-Bäume, links gibt es zwei Reihen rotbackiger Fujis. Dann folgen Braeburns und schließlich Jona Golds und so wechseln wir uns ab. Warum wir so bunt gemischt sind? Nur mit den Pollen anderer Apfelsorten können meine Blüten bestäubt werden, und je näher ich bei ihnen stehe, desto sicherer können sich aus meinen Blüten Äpfel entwickeln.

Dieses Jahr sind meine Früchte Anfang Juni bereits ziemlich groß. Der Grund dafür ist das ungewöhnlich milde Wetter in diesem Frühjahr. Im Vergleich mit „normalen“ Jahren sind wir hier im Rheinland mit der Entwicklung rund drei Wochen voraus. Leider profitieren davon auch Apfelschädlinge.

Schlimm setzt uns immer wieder der Apfelwickler zu. Nur mit ausgefeilten Methoden kann man ihn in den Griff bekommen. Mit Lockstofffallen kontrolliert der Landwirt im Frühjahr, wann die ersten Falter fliegen und ihre Eier ablegen. Dann werden Mittel eingesetzt, die den Schlupf der Larven hemmen, so genannte Ovizide . Leider erwischt es nie alle, und die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, fressen an unseren Früchten. Das macht die Äpfel natürlich unansehnlich, sie können faulen, sehen unappetitlich aus und werden nicht mehr gekauft. Die ersten Larven sind dieses Jahr kurz vor Pfingsten geschlüpft. Deshalb wurden wir auch rechtzeitig mit einem Insektizid behandelt, das die Entwicklung der Apfelwicklerlarven hemmt. Ob das Spritzen notwendig ist? Selbstverständlich, denn wenn man den Apfelwickler nicht rechtzeitig kontrolliert, nimmt er überhand. Gerade dieses Jahr ist das besonders wichtig, weil sich bei den freundlichen Temperaturen nicht nur ein oder zwei, sondern vielleicht sogar drei Faltergenerationen entwickeln können, bis unsere Äpfel reif werden. Übrigens: Bienen und Nützlingen schaden diese Pflanzenschutzmaßnahmen nicht.“

 

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