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Umwelt & Verbraucher
21.09.2010

Pestizid-Rückstände: Mythos und Wahrheit

Deutsche Verbraucher fühlen sich über Rückstände in Lebensmitteln schlecht informiert Quelle: adpic

Über Rückstände von Pflanzenschutzmitten fühlen sich Verbraucher schlecht informiert.

„Fast 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Lebensmittel gar keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten dürfen“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. „In der Bevölkerung ist nicht bekannt, dass Rückstände in geringen Mengen erlaubt sind, wenn sie gesundheitlich unbedenklich sind.“ Das Bundesinstitut für Risikobewertung (www.bfr.bund.de) hat in einer repräsentativen Studie Wissen, Wahrnehmung, Verhalten der Bevölkerung sowie ihre Erwartungen an die Informationen zum Thema Pflanzenschutzmittel untersucht. Ergebnis ist: Deutsche Verbraucher bewerten Pflanzenschutz widersprüchlich und gehen häufig von falschen Annahmen aus.

Widersprüche in der Wahrnehmung

Ein Ergebnis der Studie ist, dass der Nutzen des Pflanzenschutzes für die Produktivität der Landwirtschaft durchaus erkannt wird – 86 Prozent der Befragten stimmen zu – aber nur 23 Prozent glauben, dass Pflanzenschutzmittel für die Herstellung von Lebensmitteln notwendig sind, und 54 Prozent wissen nicht, dass auch in der ökologischen Landwirtschaft Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen.

Rund 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln nicht erlaubt sind. Sie nehmen diese als Rechtsverstoß wahr, auch wenn die Mengen unterhalb der gesetzlich zulässigen Höchstgehalte liegen. Dass die gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstgehalte sicherstellen, dass von Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln kein gesundheitliches Risiko ausgeht, ist weitgehend unbekannt. Deshalb werden Pestizid-Rückstände als Gesundheitsrisiko wahrgenommen. Das BfR vermutet, dass diese Fehleinschätzung der Bevölkerung durch Medienberichte eher verstärkt als korrigiert wird.

Großes Interesse, zu wenig Information?

75 Prozent der Verbraucher interessieren sich für das Thema Pflanzenschutzmittel und Rückstände. Überwiegend fühlen sich die Befragten darüber aber schlecht informiert. Wichtigste Informationsquelle sind Zeitungen, Fernsehen und Internet. Die Ursprungsquellen der Informationen wie Behörden, Wissenschaftler oder Hersteller werden dagegen kaum zur Kenntnis genommen.

Die Studie „Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebensmitteln. Die Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung“ ist auf der Internetseite des BfR veröffentlicht: www.bfr.bund.de. Dort gibt es auch viele weiterführende Informationen, ebenso beim „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ (www.bvl.bund.de).

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